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Besucherschwund bringt Zoo in Schwierigkeiten

Zoo Hannover Besucherschwund bringt Zoo in Schwierigkeiten

Der Zoo Hannover steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Grund ist ein massiver Einbruch bei den Besucherzahlen. Nach Informationen der HAZ wird intern mit einem Defizit zwischen 1,3 und drei Millionen Euro bis zum Jahresende gerechnet. Die Geschäftsführung sucht nach Sparmöglichkeiten – höhere Eintrittspreise nicht ausgeschlossen.

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Wie der Zoo auf Anfrage mitteilte, sind ausgerechnet im Jahr des 150-jährigen Bestehens des Zoos die Besucherzahlen bis zum August um mehr als elf Prozent eingebrochen.

Quelle: Petrow

Hannover. Wie der Zoo auf Anfrage mitteilte, sind ausgerechnet im Jahr des 150-jährigen Bestehens des Zoos die Besucherzahlen bis zum August um mehr als elf Prozent eingebrochen. Bis Ende August hatte die Geschäftsführung eigentlich mit 973.000 Gästen gerechnet, gekommen sind lediglich 865 500 Besucher. Im September verstärkte sich der Abwärtstrend sogar noch. Im vergangenen Monat kamen nur noch 94 500 Besucher, das sind nach Zoo-Angaben 20 Prozent weniger als erwartet.

Nach der Eröffnung von Yukon Bay waren in den Jahren 2010 und 2011 jeweils 1,6 Millionen Euro Besucher in den Zoo gekommen. Warum die Gäste in diesem Jahr ausblieben, ist unklar. Das Wetter im Sommer galt eigentlich als ideales Zoo-Wetter. Die Zahl der zu heißen Tage hielt sich genauso in Grenzen wie die der Schlecht-Wetter-Tage. Außerdem feierte der Zoo in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Allerdings gibt es im Umfeld des Unternehmens Verärgerung darüber, dass das Jubiläum eher unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit begangen und nicht für mehr Werbung genutzt wurde.

In der Finanzplanung hatte der Zoo für dieses Jahr mit einem Minus von 527 000 Euro gerechnet. Diese Zahl wird nach Informationen aus Unternehmenskreisen wegen des Rückgangs der Einnahmen aus den Eintrittskarten deutlich höher ausfallen. Die Zoo-Geschäftsführung wollte sich gestern dazu nicht äußern. Geschäftsführer Andreas M. Casdorff ließ lediglich ausrichten, dass das Planziel nicht erreicht werde. Zur Höhe des Defizits wollte er allerdings keine Einschätzung abgeben. Zoo-Sprecher Sebastian Bär sagte, bis zum Jahresende dauere es noch zweieinhalb Monate. Zudem komme noch der Winterzoo, erst dann werde abgerechnet.

In der langfristigen Finanzplanung hat sich der Zoo gegenüber der Region als Eigentümerin verpflichtet, ab dem Jahr 2016 eine schwarze Null zu schreiben. Um das zu erreichen, muss der Zoo sparen oder höhere Einnahmen machen.

Wegen des Besucherrückgangs gibt es in der Belegschaft erhebliche Unruhe. Unter den Mitarbeitern kursieren Gerüchte, dass die Geschäftsführung Veränderungen bei der Preisstruktur plant, nach der auch Jahreskarten deutlich teurer werden sollen. Zudem gebe es Hinweise auf Umorganisationen und neue Verträge mit schlechteren Konditionen.

Es gebe im Zoo immer Umorganisationen, sagte Sprecher Bär. Neue Verträge für langjährige Mitarbeiter seien derzeit aber nicht geplant, auch für eine Verringerung der Belegschaft nicht. Auch bei den Jahreskarten seien zum derzeitigen Zeitpunkt keine Änderungen geplant, berichtete der Zoo-Sprecher.

Offenbar stehen die Pläne für einen 33 Meter hohen Turm auf dem Zoogelände, in dem virtuelle Naturwelten gezeigt werden sollen (siehe Beitext), im Zusammenhang mit der Besuchermisere. Die Geschäftsführung will dafür einen Extra-Eintrittspreis von 9 Euro pro Erwachsenem kassieren. Damit sollen die Einnahmen des Zoos verbessert werden.

Leipzig feiert sein Megabild, Hannover ist noch skeptisch

Die Pläne des Zoos für den Bau eines Dioramas haben eine lebhafte Debatte in Hannover ausgelöst. In einem mehr als 30 Meter hohen, runden Turm sollen den Besuchern mithilfe eines riesigen Rundumbildes von Yadegar Asisi unterschiedliche Naturparadiese nahegebracht werden. Kritik gab es vor allem an dem geplanten Eintrittspreis von 9 Euro pro Person, der zusätzlich zum Zoo-Eintritt fällig würde. 3,6 Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Was das Publikum für die 9 Euro Eintritt erwarten kann, ist seit gut einer Woche in Leipzig zu sehen: ein Megabild vom australischen Great Barrier Reef. Am Eröffnungswochenende strömten mehrere Tausend Besucher in den Panometer, um dort das 360-Grad-Bild des Korallenparadieses zu bestaunen und dem von Klangkünstler Eric Babac komponierten Soundtrack zu lauschen. „Hier stimmt einfach alles. Die Visualisierung, die musikalische Untermalung, das Lichtspiel und der Wissensfundus in der Begleitausstellung“, schwärmt Besucher Holger Janke, als er das Ganze auf sich wirken lässt. „Atemberaubend“, bündelt Besucherin Astrid Schork ihre Eindrücke in einem Wort.

Panorama-Schöpfer Asisi hat offenbar erneut einen Publikumsmagneten geschaffen. An gleicher Stelle hatte er schon den Mount Everest, Amazonien, das antike Rom und zuletzt die Stadt Leipzig zur Völkerschlacht 1813 imposant dargestellt.

Walgesänge, Geräusche von Fischschwärmen, eine Illumination, die Tag und Nacht in der Tiefe suggeriert: In 15 Minuten werden im Panometer 24 Stunden Aufenthalt im Great Barrier Reef komprimiert. „Wenn ich das 32 Meter hohe und 110 Meter lange Panorama sehe, kommen mir die Freudentränen. Man spürt, mit welcher Hingabe das gemacht wurde“, sagt Meeresbiologin Moshira Hassan, die Asisi wissenschaftlich zur Seite stand.

Tickets für die Ausstellung in Leipzig kosten übrigens 11,50 Euro.

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