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Zoo steht mit 1,8 Millionen Euro im Minus

Suche nach neuen Ideen Zoo steht mit 1,8 Millionen Euro im Minus

Der Zoo hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Weniger Besucher, weniger Einnahmen - nach derzeitigem Stand der Dinge wird der Zoo das Geschäftsjahr mit einem Minus von 1,8 Millionen Euro abschließen. Jetzt sucht der Zoo-Chef nach neuen Ideen, die das Geschäft beleben.

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Attraktiv genug: Zoo-Besuchern soll mehr geboten werden als nur Tiere wie Giraffen, Eisbären und Haubenlanguren.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Eigentlich hatte Geschäftsführer Andreas M. Casdorff zuvor lediglich ein Defizit von 500.000 Euro eingeplant. Das Minus soll mit Hilfe der Kapitalrücklagen kompensiert werden. Wenn das Jahr so zu Ende geht, wie der Geschäftsführer es hochgerechnet hat, werden bis zum Jahresende rund 1,17 Millionen Besucher kommen - gegenüber 1,36 Millionen, mit denen man eigentlich gerechnet hatte. Im Vorjahr hatten noch 1,26 Millionen Gäste den Zoo besucht.

Wenn es um den Zoo und seiner Besucherzahlen geht, gilt der erste Blick stets dem Wetter. Zoo-Chef Casdorff kann genau erklären, warum das im vergangenen Jahr oberflächlich betrachtet okay, aus Zoo-Sicht aber problematisch gewesen sei.

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Braucht der Zoo Hannover eine neue Attraktion à la Yukon Bay?

Das Wochenende 4. und 5. Juli zum Beispiel: „Eigentlich kommen an einem Wochenende im Juli insgesamt rund 17. 000 Gäste in den Zoo“, berichtet der Zoo-Chef. An jenem Wochenende war es aber sehr heiß in Hannover, am Sonnabend reichten die Temperaturen im Schatten sogar an die 40 Grad heran. Bei so einem Wetter gingen die Menschen lieber ins Freibad, nur insgesamt 2500 Besucher kamen. Für den Zoo bedeutete das einen Einnahmeausfall von 300.000 Euro. Dann seien noch zwei verregnete Sommerwochenenden und nicht besonders gutes Wetter in den Herbstferien hinzugekommen. „Das kann man nicht mehr aufholen“, sagt er. Allerdings: Heiße und verregnete Tage gibt es in jedem Jahr. Casdorff ahnt, dass er die Probleme auch anderswo suchen muss.

Das tut der Zoo-Chef seit einer Weile - und ist optimistisch, die Besucherzahlen nach und nach wieder in Schwung zu bringen. Dazu sollen neue Attraktionen in den kommenden Jahren beitragen - etwa die Afrika-Voliere im kommenden und die neue Drillanlage im übernächstem Jahr. Ein Großprojekt wie Yukon Bay werde es auf absehbare Zeit allerdings nicht noch einmal geben. „Auch kleinere Anlagen steigern die Attraktivität des Zoos“, sagt Casdorff. Deshalb rechnet er auch für die kommenden Jahre mit einer stetigen Steigerung der Besucherzahlen. Im kommenden Jahr sollen laut Plan 1,26 Millionen Besucher kommen, 2017 werden 1,3 und im Jahr 2018 bereits 1,33 Millionen Gäste erwartet - Stand jetzt.

Und Casdorff will auch die Kosten überprüfen. „Man muss schauen, ob man an einigen Stellen effektiver und effizienter arbeiten könnte“, sagt er. Zum Beispiel könnte ein Kassenautomat die Arbeit der Kassierer „ergänzen“.

Preise bleiben stabil: Spielraum für eine Erhöhung der Eintrittspreise sieht der Zoochef dagegen derzeit nicht. Die letzte Preiserhöhung gab es 2013, damals wurden die Tickets für Erwachsene von 23 auf 25 Euro verteuert. Damit sei vorerst eine Grenze erreicht, meint Castorf. Gerade erst vor einer Woche hat der Aufsichtsrat des Zoos beschlossen, dass sowohl die Preise für Einzeltickets als für Dauerkarten in der kommenden Saison stabil bleiben sollen.

Diorama soll kommen: Zusätzliche Einnahmen für die Zookasse soll auch eine neue Besucherattraktion bringen, für die ein Extra-Eintritt fällig wird. Wie berichtet plant Casdorff einen mehr als 30 Meter hohen, runden Turm, in dem den Besuchern mithilfe eines riesigen Rundumbildes sowie mit Ton- und Lichtinstallationen unterschiedliche Naturparadiese nahegebracht werden. Im Gespräch sind unter anderem der südamerikanische Dschungel und das australische Great Barrier Reef. Das sogenannte Diorama ist auf dem Gelände der derzeitigen Greifvogelanlage geplant, die als nicht mehr zeitgemäß gilt. Als Sponsoren sind die Firmen von 96-Chef Martin Kind und Drogerieunternehmer Dirk Roßmann im Gespräch. Sagen will Casdorff darüber nicht viel - die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Was wird aus Co-Chef Frank Werner?

Die Zoo-Chefs Andreas M. Casdorff und Frank Werner bilden seit zweieinhalb Jahren eine Doppelspitze. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass das nicht so bleibt: Nach Informationen der HAZ soll Casdorff künftig allein an der Spitze des Zoos stehen. Werner, zuvor kaufmännischer Leiter des Unternehmens, hatte den Zoo vom 1. März 2011 an geführt. Zunächst stand er gemeinsam mit dem ehemaligen Zoochef Klaus-Michael Machens an der Spitze. Als Machens nur knapp einen Monat später fristlos gekündigt wurde, war Werner alleiniger Geschäftsführer.

Werners Geschäftsführervertrag läuft im kommenden Jahr aus und soll offenbar nicht wieder verlängert werden. Allerdings ist noch unklar, auf welcher Position er dann künftig weiterarbeitet. Einerseits ist Regionspräsident Hauke Jagau Werner verpflichtet, weil er den Zoo ruhig durch eine schwierige Phase geführt hat. Andererseits muss Jagau einen Unruheherd im Zoo fürchten, wenn Werner in die zweite Reihe der Zoo-Geschäftsführung zurückrückt.

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