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Das Zooviertel bekommt einen Hofladen

Regionale Lebensmittel Das Zooviertel bekommt einen Hofladen

Frische und regionale Produkte - was man sonst nur auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Bauern bekommt, das gibt es ab Samstag auch im Zooviertel: einen Hofladen. Betrieben wird er von Jungbauern, ihre Produkte in Eigenregie vermarkten.

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Betreiben den Hofladen: Heinrich, Uta, Christoph und Ingwer (v. l.). Foto: Schaarschmidt

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Leberwurst nach eigenem Rezept im Glas, Gemüse frisch vom Feld und Milch, die keine weite Reise hinter sich hat: Was Kunden auf dem Markt und sonst oft nur im Hofladen direkt am Bauernhof bekommen, gibt es Samstag ab 11 Uhr auch stationär in Hannover. Drei Jungbauern mit frischen Ideen eröffnen im Zooviertel ihr Geschäft Hoftalente. Heinrich Kruse, Christoph Geil und Ingwer Feddersen führen alle drei einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, vermarkten in ihrem städtischen Hofladen aber auch Produkte anderer Bauern. „Menschen aus der Großstadt sind in unseren Augen nicht mehr direkt dran an der Landwirtschaft“, stellt Milchbauer Ingwer Feddersen fest. Das wollen die drei, alle noch keine 30 Jahre alt, ändern. Als Vierte im Bunde leitet Uta Kuhlmann-Warning das Geschäft in der Seelhorststraße 12 neben der Sophienschule und kümmert sich ums Marketing. Die 26-Jährige kommt als Einzige nicht vom Bauernhof - aber die Großeltern haben einen.

Im Laden hängen stimmungsvolle, leicht weichgezeichnete Porträts von gut aussehenden Jungbauern, die ganz lässig nur mit Vornamen vorgestellt werden. Es geht jedoch nicht um „Bauer sucht Frau“. Die Fotos sollen auch mehr sein als hübsche Deko: Sie zeigen die Produzenten, deren Ware im Laden angeboten wird. „Wir wollen vermitteln, wer hinter den Produkten steht“, betont Feddersen. Die Hoftalente-Gründer kennen ihre rund 15 Lieferanten, manche auch bereits länger. Andere, vor allem die aus der Region Hannover, haben sie sich gezielt gesucht. Bio-Betriebe sind dabei eher in der Minderheit. „Uns ist es wichtig, dass die Produkte aus verantwortungsvollen Betrieben stammen. Das ist bei konventioneller Landwirtschaft genauso möglich“, glaubt Feddersen.

Gemüse kommt von Raffael Noltemeyer aus Ronnenberg, Tomaten von Friedrich Hermanns aus Wettbergen, Kräuter von einem Betrieb in Sarstedt. Christoph Henke steuert Heidelbeeren von seiner neuen Plantage in Burgwedel-Thönse bei. „Wir wollen ohne Zwischenhändler und bei kurzen Lieferwegen eine hohe Qualität anbieten“, sagt der 28-Jährige. Frischmilch und Joghurt liefern die Familien Hohmann und Sander aus Uetze. Ingwer Feddersens eigener Betrieb liegt in Schleswig-Holstein. Milch so weit zu transportieren, lehnt er ab. „Dafür bringe ich Käse mit, wenn ich sowieso nach Hannover fahre.“

Die Idee ihres Hofladens kam den Bauern vergangenes Jahr bei einem Intensivseminar zu Öffentlichkeitsarbeit. Sie besuchten dabei auch den niederländischen Bauernverband („Der hat eine supermoderne Zentrale wie Google“) und erfuhren, dass Bauern dort ihre Produkte in einem ganzen Netz von Hofläden vermarkten. Im Seminar freundeten sie sich mit einem Winzer aus dem Süden an, der Hoftalente beliefert und heute seinen Wein vorstellt. „Das lässt sich hier im Norden nicht gut anbauen“, bedauert Uta Kuhlmann-Warning.

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