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Aus der Stadt Doch keine Wohnungen auf dem Andreas-Hermes-Platz?
Hannover Aus der Stadt Doch keine Wohnungen auf dem Andreas-Hermes-Platz?
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00:15 06.05.2017
Von Andreas Schinkel
Auf dem Platz hinter dem Bahnhof entsteht demnächst ein Hotel.  Quelle: Thomas
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Hannover

Der Vorstoß aus der Ratspolitik, den Andreas-Hermes-Platz hinter dem Bahnhof zu bebauen, droht zu scheitern. Nach Informationen der HAZ hat ein von der Stadtverwaltung beauftragter Gutachter hohe Lärmwerte auf dem Platz gemessen, verursacht vor allem nachts von lautstarken Konzerten im Raschplatz-Pavillon und von der Anlieferzone für das Veranstaltungszentrum. „Für uns als SPD scheidet ein Wohnungsbau aus“, sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Jedoch könne er sich vorstellen, den Platz umzugestalten, denn als Aufenthaltsort sei das Areal wenig einladend. Ähnlich argumentiert die FDP. Die Grünen wollen noch einmal über das Für und Wider nachdenken, die CDU hält weiterhin am Wohnungsbau auf dem Hermes-Platz fest. „Wir sollten an Lösungen arbeiten“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Im Mai wollen sich die Parteien noch einmal zusammensetzen.

Die Initiative für eine Bebauung des verwaisten Areals kam vor einigen Monaten aus der CDU. Blaschzyk gelang es, das Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP an einen Tisch zu bringen. Alle Parteien waren sich einig, dass der Andreas-Hermes-Platz verwahrlost ist und aufgewertet werden müsste. Der ohnehin geplante Bau eines Hotel-Hochhauses sei ein willkommener Anlass, um grundsätzlich über den Ort nachzudenken, hieß es.

Verstöße gegen Lärmschutz?

Doch jetzt weisen Gutachter auf etliche Schwierigkeiten hin. Würde eine Häuserzeile mit Wohnungen entlang der Weißekreuzstraße errichtet, verstieße der Bauherr gegen Lärmschutzrichtlinien. Zwei Anlieferzonen befinden sich auf der Weißekreuzstraße, zum einen für den benachbarten Pavillon, zum anderen für das künftige Hotel. Zudem ist das Dach der großen Konzerthalle im Pavillon offenbar so schlecht gedämmt, dass bei lauten Konzerten Bässe nach außen dringen. Darüber hinaus gibt es einige rechtliche Hürden für die Wohnbebauung.

CDU-Mann Blaschzyk wendet ein, dass man mit gutem Willen Lösungen finden könne. „Entlang der Anlieferzone könnten Büros entstehen, die die Wohnbauten auf dem Platz abschirmen“, schlägt er vor. Er rät, die Gutachten zunächst in Ruhe zu bewerten. „Auf dem Köbelinger Markt hinter der Markthalle sollen auch Wohnungen entstehen, und dort ist es keineswegs leise“, sagt Blaschzyk. Es gebe dort einen Club und eine Diskothek.

FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, anfangs eifriger Befürworter der Bau-Idee, winkt mittlerweile ab. Wenn es um 200 Wohnungen ginge, müsse man noch einmal überlegen, aber nicht bei höchstens 30 Wohnungen. Der Aufwand - Investitionen in Lärmschutz, Kosten für Bürgerbeteiligung - sei zu hoch. „Ich wundere mich aber, dass beim millionenschweren Umbau des Pavillons vergessen wurde, das Dach besser abzudichten“, sagt er. Engelke will dennoch ebenso wie die SPD daran festhalten, den Hermes-Platz neu zu gestalten - allerdings ohne Wohnhäuser.

Am 10. Mai entscheidet der Bezirksrat Linden-Limmer über die Benennung eines Platzes nach dem getöteten Kurden Halim Dener. Eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Allerdings hält die SPD den Vorstoß für eine Provokation gegenüber der Türkei.

Andreas Schinkel 06.05.2017

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