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Aus der Stadt Zu viel Nazi-Kunst im Hannover-Film?
Hannover Aus der Stadt Zu viel Nazi-Kunst im Hannover-Film?
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10:45 17.07.2016
Von Gunnar Menkens
Quelle: Screenshot/Hannover.de
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Hannover

Die jüngste politische Äußerung der Grünen behandelt einen Zeitraum von nicht einmal einer Sekunde. So lange, oder besser: so kurz erscheinen im offiziellen Werbefilm der Stadt Hannover zum 775. Geburtstag zwei Skulpturen vor dem Auge des Betrachters. Nach 41 Sekunden tauchen am Maschseerand Fackelträger (1936) und Fischreiter (1938) auf. Beide Arbeiten stammen vom Bildhauer und NSDAP-Mitglied Hermann Scheuernstuhl, beide zeigen der Partei zufolge den „Führergruß“.

Nach eigener Einschätzung sind die Grünen nun „irritiert“. Parteichef Daniel Gardemin sagte am Dienstag: „Mit der Symbolik unserer Vergangenheit sollten wir vorsichtiger umgehen, als das im Jubiläumsfilm der Fall ist.“ Zur Stadtgeschichte gehörten Krieg und Gewaltherrschaft, sie müssten aber angemessen dargestellt werden. Mit den Figuren hätte sich Gardemin „mehr Sensibilität und einen offeneren Umgang“ gewünscht. Sein Vorschlag: Bei Jubiläumsvorträgen im Historischen Museum Fragen zum Umgang mit der eigenen Geschichte aufgreifen. Den Film will er nicht nachträglich beschneiden. Gardemin geht es am Ende wohl darum, dass bei aller Feierei um 775 Jahre Hannover auch die NS-Zeit berücksichtigt wird und öffentliche Kunst aus dieser Zeit nicht durch bloßes Abfilmen als gesellschaftlich akzeptiert erscheint. Wie das in einem Werbefilm Platz finden? „Da haben wir auch keine Lösung.“

Jetzt steht der Beitrag im Internet, ist also uneinholbar. Die Stadt will das in ihrem Auftrag im Musikzentrum Hannover entstandene drei Minuten lange Video bei diversen Gelegenheiten zeigen. „This is Hannover“ stellt Eilenriede und Herrenhausen zur Schau, Zoo und 96, lachende Gesichter und den OB mit Amtskette. Das übliche – und so harmlos, dass Verantwortliche den Film durchwinkten.

Die Stadt reagierte am Dienstag vorsichtshalber sachlich, das Thema ist heikel. Kunst im Nationalsozialismus werde im Video „weder thematisiert noch bewusst inszeniert“. Die Skulpturen seien „als Illustration des Maschsees“ nur sehr kurz zu sehen, wie auch die Nanas. Im Übrigen sei die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit wichtig, es gebe Hinweistafeln am Maschsee und bald auch eine Diskussionsveranstaltung zum Umgang mit NS-Kunst.

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