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Aus der Stadt Zoo klaut Eier für den Arterhalt
Hannover Aus der Stadt Zoo klaut Eier für den Arterhalt
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00:18 27.07.2017
Von Bernd Haase
Vier junge Straußenvögel sind dank der Brutmaschine geschlüpft und dann gepäppelt worden. Quelle: Zoo Hannover
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Hannover

Eierdieb - das ist im Volksmund eine Bezeichnung für Kleinganoven. Maren Frerking hat Eier stibitzt, aber unter besonderen Vorzeichen. Es geschah in Marokko und diente dem Artenschutz. Die Hannoveranerin ist Koordinatorin für das europäische Erhaltungszuchtprogramm des Nordafrikanischen Rothalsstraußes und als solche zuständig für die „Mission Eierklau“.

„Viele denken, der Strauß ist ein Allerweltsvogel. Das stimmt nicht“, sagt Frerking. Der Nordafrikanische Rothalsstrauß, der ausgewachsen vom Zeh bis zum Schnabel bis zu 2,70 Meter groß wird, war einst im gesamten Sahara- und Sahelraum beheimatet. Heute leben nur noch wenige Hundert der großen Vögel hauptsächlich im Süden des Tschad. „Die Federn waren Modeartikel, auch des Fleisches wegen wurde er gejagt und gewildert“, sagt Frerking. Außerdem haben die Straußen das Pech, in einer Region zu leben, die häufig von Bürgerkriegen heimgesucht wird. „Im Niger zum Beispiel sind sie durch den Krieg komplett ausgerottet worden“, berichtet Frerking.

Zucht ist das Ziel

Zusammen mit Partnern vom Sahara Conservation Fund hat der Zoo Hannover daher die Mission Eierklau ersonnen. Die Idee: Experten fahren in ein Reservat im marokkanischen Nationalpark Souss Massa, holen dort Eier aus Gelegen, bringen sie nach Hannover und stecken sie in eine spezielle Brutmaschine mit niedriger Luftfeuchtigkeit. „So umgehen wir das Risiko, dass die Brut durch Krieg, Jagd oder natürliche Widrigkeiten wie zum Beispiel schlechtes Wetter verloren geht“, sagt Frerking. Mit den Tieren aus Hannover sollen so nach und nach Zoos in Europa bestückt werden. „Übergeordnetes Ziel ist es, auch wieder mit lebenden Straußen zu züchten“, erklärt die Biologin.

Vor sechs Jahren haben die Hannoveraner zum ersten Mal Eier aus Nordafrika geholt. 15 Hähne und elf Hennen verdanken der Aktion ihr Dasein. Straußenvögel aus der Landeshauptstadt leben heute unter anderem in den Zoos von Valencia, Paris, Leipzig, Kronberg und Alphen (Niederlande). Allerdings entstand ein Problem, wie man durch genetische Untersuchungen herausgefunden hat: Der Bestand trägt das Erbgut von nur einem Hahn und drei Hennen. „Wir mussten den Genpool verbreitern“, sagt Frerking.

Mit dem Projekt Eierklau will der Zoo Hannover die Arterhaltung der Rothalsstrauße sichern.

Im Januar folgte deshalb der Mission zweiter Teil nach bekanntem Schema. Gemeinsam mit dem zoologischen Leiter Klaus Brunsing flog Frerking nach Marokko. Dort ereilte sie eine schlechte Nachricht. Die Eier hatten zu lange bei kalten Temperaturen unbebrütet gelegen. „Die Hähne bauen ein Nest, in das mehrere Hennen ablegen. Erst, wenn die letzte das getan hat, beginnt die Brut“, erklärt Frerking. Just in diesem Zeitraum sanken die Temperaturen in Souss Massa auf zwei Grad, was dem Strauß definitiv zu kalt ist. Da man schon aus Genehmigungsgründen nicht mir nichts dir nichts nach Marokko zum Eierholen fliegen kann und sie einmal da waren, nahmen Brunsing und Frerking trotz der Begleitumstände zwei Dutzend Eier in Spezialkartons mit in ihr Flugzeug nach Hannover. Das Resultat kann man im Zoo sehen. Wenn Pfleger Philipp Plate die Tür zum Freigehege öffnet, laufen vier Jungvögel heraus, tänzeln, drehen Pirouetten und plustern ihr Gefieder. „Sie sind jung und toben sich aus“, sagt Frerking. Sie betrachtet ihre Schützlinge durchaus auch als eine Art Botschafter für den Lebensraum Sahara und Sahel. „Dort gibt es auch eine interessante Tierwelt“, sagt sie. Um das Erhaltungsprogramm für die imposanten Laufvögel weiterzubringen, wird wohl noch eine weitere Mission Eierklau anstehen.

Bleibt noch die Frage, ob Straußen wirklich dumm sind, wie die Legende sagt. „Sie haben einen kleinen Kopf und ein entsprechend kleines Gehirn. Aber sie finden ihr Futter, ihre Sozialpartner und überleben, wenn der Mensch sie in Frieden lässt. Damit haben sie alles, was sie brauchen“, erklärt Frerking. Dass diese Vögel bei Gefahr den Kopf in den Sand stecken, stimmt übrigens auch nicht.

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