Zeitzeuge Salomon Finkelstein vor dem Zug der Erinnerung.
„Als ich in die Bahnhofshalle kam, habe ich Fußballfans getroffen, die einen gegnerischen Trainer als Zigeuner beschimpften“, sagte Sebastian Wertmüller in seiner Eröffnungsrede. Das führe ihm vor Augen, wie wichtig es sei, die Erinnerung an das Geschehene wachzuhalten.
Über das Leid der deportierten Kinder und Jugendlichen zu Beginn der vierziger Jahre berichtete im Anschluss der Holocaust-Überlebende Salomon Finkelstein in einer kurzen, ergreifenden Rede. „Diese Ausstellung nimmt den Opfern die Anonymität. Sonst wären sie schon längst aus dem Gedächtnis verschwunden“, sagte Finkelstein.
Finanziert wird die vom DGB unterstützte Ausstellung in diesem Jahr auch von Stadt, Region und mehreren Stiftungen. Der Trägerverein des Zuges braucht das Geld, um die Trassengebühren von 2000 Euro am Tag an die Deutsche Bahn AG zu bezahlen. Wertmüller kritisierte die Haltung des Unternehmens scharf. „Wir werden mit unserer Ausstellung quasi genauso behandelt wie ein Werbewaggon von McDonald’s“, sagte der Gewerkschafter. Ein moralisches Unding, wenn man die Rolle der Reichsbahn in der NS-Zeit betrachte, die nicht nur die Opfer transportiert, sondern auch noch daran verdient habe.
Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 12. November, täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Informationen zum Programm gibt es im Internet unter www.zug-der-erinnerung.eu.
von Stephan Fuhrer
Kommentare
Spenden der Deutschen Bahn Reinhold Weismann Kieser – 11.11.09
Die genannte Stiftung wurde bekanntlich zur - allzu späten - Entschädigung von überlebenden Zwangsarbeitern aufgelegt, von denen sicherlich auch unzählige damals für die Reichsbahn geschuftet haben. Das ändert nichts daran, dass der Zug der Erinnerung sich ausschließlich aus Spenden finanziert, die zu einem großen Teil aufgebracht werden müssen, um die Forderungen der Deutschen Bahn zu bedienen! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenZug der Erinnerung: Berichtigung Arnulf Neumann – 10.11.09
Sollte bei der Abfassung des Artikels falsch recherchiert oder entscheidende Informationen, was die besagten Spenden der DB anbelangt, weggelassen worden sein - dann ist nicht nur mein erster Leserbeitrag hinfällig:Die Art der Berichterstattung selbst käme dann aus meiner Sicht schon nahe an eine Hetzkampanie gegen die Deutsche Bundesbahn heran! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Unseriöser Verein js.b – 10.11.09
Angeregt durch den letzten Beitrag habe ich ein bisschen lesen, und es ist tatsächlich so wie beschrieben: Die Deutsche Bahn hat bereits 175.000 Euro gespendet. Zur Erhebung der Mietkosten scheint sie dagegen tatsächlich verpflichtet zu sein.Nun frage ich mich zwei Dinge:
1. Warum steht eine so wichtige Information nicht im Artikel? So wird ein völlig falsches Bild von der vermeintlich bösen Bahn verbreitet. Entweder schlecht recherchiert, oder es bestand kein redaktionelles Interesse, an einer objektiven Information.
2. Wie kommt der Sprecher des Vereins dazu, diese Tatsachen ebenfalls mit keinem Wort zu erwähnen, sondern sich zu beklagen, dass der Zug der Erinnerung wie ein McDonald's-Waggon behandelt wird? Das ist schlichtweg unseriös.
Ich für meinen Teil werde mir diesen Zug sicher nicht anschauen. Wenn die sonstigen Informationen dort ähnlich gefärbt sind...
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Bahn hat doch 175.000 Euro gespendet Railrunner – 09.11.09
Da die DB AG lt. Gesetz verpflichtet ist, von allen Unternehmen die gleichen Trassen- und Stationsgebühren zu erheben, spendete sie im Juli 2009 175.000 Euro an die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldendeutsches doublethink j. – 09.11.09
Die Bahn ist ein konkretes Stück deutscher Geschichte. Insbesondere sollte sie sich im Fall des Zuges der Erinnerung nicht hinter der Bürokratie verstecken - oder: wieviel Größe gehört dazu, pro Tag auf €2000 zu verzichten?j. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Zug der Erinnerung Arnulf Neumann – 09.11.09
wenn man bedenkt welche Rolle die Deutsche Bahn (ehemals Reichsbahn) heute beim Abkassieren einer solchen Ausstellung einnimmt, kann man angesichts ihrer Vergangenheit beim Abkassieren beim Transport von Menschen in die damaligen Konzentrationslager (im 3. Reich) nur noch mit dem Kopf schütteln.Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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