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Zug der Erinnerungen hält erneut in Hannover

Ausstellung Zug der Erinnerungen hält erneut in Hannover

Nachdem der sogenannte Zug der Erinnerung im vergangenen Jahr erstmalig in Hannover hielt und mehr als 10.000 Besucher anzog, macht die Ausstellung zur Deportation von Kindern und Jugendlichen während des Zweiten Weltkriegs nun erneut Station am Hauptbahnhof.

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Sebastian Wertmüller (li.) und Tom Seibert vom DGB werben für die Ausstellung.

Quelle: Tobias Kleinschmidt

Die Ausstellung in zwei Bahnwaggons wurde überarbeitet, ergänzt und erinnert mit eindringlichen Schilderungen von Biografien an das Schicksal der Kinder, die vor mehr als 60 Jahren in die Vernichtungslager gebracht wurden. Zur Ausstellung von Sonntag, 8. November, bis Donnerstag, 12. November, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Kooperation mit Stadt und Region Hannover sowie zahlreichen Stiftungen und Unterstützern ein Rahmenprogramm mit Workshops, Gesprächen mit Holocaust-Überlebenden und Vorträgen konzipiert. Schon jetzt haben sich mehr als 50 Schulklassen angemeldet.

In mehr als 100 Städten war die Ausstellung schon zu Gast, rund 150.000 Besucher zählte der DGB. Etwa zwei Drittel davon waren Jugendliche. „Es geht bei der Ausstellung darum, eine neue Form der Erinnerungsarbeit anzubieten“, sagt der hannoversche Projekt- koordinator Tom Seibert. Gerade darum sei es wichtig, den Bezug von den Deportationen zu den Bahnhöfen und zur Bahn herzustellen – auch gegen Widerstände. So hatte die Bahn AG 2007 noch abgelehnt, die französische Ausstellung „11.000 Kinder. Mit der Reichsbahn in den Tod“ von Serge und Beate Klarsfeld auf deutschen Bahnhöfen zu zeigen. Also gründete sich ein Verein, der die Bahngleise für die Dauer der Ausstellung anmietete, um an das Schicksal der Deportierten zu erinnern. Bis heute bezahlt der Verein und damit die örtlichen Veranstalter Trassengebühren an die Deutsche Bahn.In Hannover sind es für die kurze Ausstellung 2000 Euro am Tag.

Die Debatte um die Verantwortung der Bahn findet sich nun auch in der Ausstellung wieder. Im neuen Bereich „Verdrängen und Vergessen“ geht es um den Umgang mit dem Thema Deportation nach dem Holocaust. In weiteren Bereichen erfahren Besucher etwas über die Opfer, die Täter und lokale Gegebenheiten. Die Ausstellung wird am Sonntag, 8. November, um 14 Uhr vom Holocaust-Überlebenden Salomon Finkelstein auf Gleis 3 im Hauptbahnhof eröffnet.

Mehr Informationen zum Programm sind hier erhältlich. Schulen können sich unter der Telefonnummer (0511) 662014 anmelden. Der Eintritt ist frei.

Von Jan Sedlies

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