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Aus der Stadt Zukunftsforscher sieht Hannover im Jahr 2025 autofrei
Hannover Aus der Stadt Zukunftsforscher sieht Hannover im Jahr 2025 autofrei
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21:04 27.04.2011
Erst mit der Bahn fahren, dann auf den Segway umsteigen – das könnte der Verkehr der Zukunft in Hannover sein. Quelle: Surrey
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Kaum noch Autos auf den Straßen, dafür deutlich mehr Stadtbahnen, viele Elektrofahrräder und Elektromobile (Segways) sowie einige Elektroautos: Wenn der Zukunfts- und Mobilitätsforscher Prof. Stephan Rammler über den Verkehr in Hannover ab dem Jahr 2025 spricht, dann erwartet er grundsätzlich andere Verhältnisse als zurzeit. Rammler geht davon aus, dass die fossilen Brennstoffe wie Öl in absehbarer Zukunft größtenteils aufgebraucht werden. Das werde zu einem massiven Preisanstieg bei den Kraftstoffen führen. „Gefragt ist deshalb eine Mobilitätspolitik, die uns weniger abhängig macht vom Individualverkehr“, sagt er. Außerdem werde in Zukunft der Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle spielen und sich auch auf den Verkehr auswirken.

Aus Sicht des Zukunftsforschers müsste es auch in Hannover, trotz des guten öffentlichen Nahverkehrs, einen massiven Ausbau der Schienenverbindungen geben. Dazu gehöre auch eine stärkere Anbindung der Orte im Umland.
Der Experte erwartet, dass die Hannoveraner in 20 oder 30 Jahren weitgehend auf ein eigenes Auto verzichten und durch die verbesserten Möglichkeiten auch darauf verzichten können. Strecken mit größeren Entfernungen werden dann mit den Schienenfahrzeugen wie S-Bahnen und Stadtbahnen überwunden. Anschließend geht es weiter mit Fahrrädern, Elektrorädern oder Segways, für manche auch mit dem Elektroauto. All diese Fahrzeuge stehen an Verleihstationen bereit und werden vom Fahrgast zuvor per Handy gebucht.

Überhaupt wird das Mobiltelefon nach den Vorstellungen von Rammler eine ganz wichtige Rolle im Verkehrssystem spielen. „Per Handy wird die Fahrt mit speziellen Programmen gebucht, reserviert und bezahlt“, berichtet er. Und über die gesamte Strecke wird der Fahrgast per Handy wie von einem Navigationsgerät geführt.

In den S- und Stadtbahnen könnten Erste-Klasse-Abteile eingeführt werden. „Es gibt Leute, die sich diesen Luxus leisten würden“, meint Rammler. „Die verzichten dann vielleicht auch auf ihr großes Auto.“ Außerdem könnten in den Bahnen sogenannte Ruhebereiche eingeführt werden, in denen nicht telefoniert werden darf, sondern nur leise geredet. Möglich sei es außerdem, die Stadtbahnen besser als bisher für die Mitnahme von Fahrrädern auszurüsten.

„Der weitere Ausbau von Straßen ist in Hannover unnötig“, sagt Rammler. Um den Autoverkehr mit Verbrennungsmotoren einzudämmen, könnten beispielsweise eine City-Maut eingeführt oder Elektroautos bevorzugt werden. Nach und nach müsste es zum Rückbau von mehrspurigen Straßen kommen. Daraus könnten dann zum Beispiel „innerstädtische Radautobahnen“ werden, wo die Radler durch die gesamte Stadt fahren können, ohne an einer Ampeln zu halten.

„Von allein wird sich das aber nicht so entwickeln“, meint der Zukunftsforscher. Die Technologien seien zwar alle schon vorhanden. Allerdings seien Investitionen unabdingbar, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Abwegig klingen all diese Überlegungen in Hannover nicht. So bewirbt sich die Metropolregion um einen Zuschuss von 40 Millionen Euro für die Forschung, Thema: urbane Mobilität. Mit einer Machbarkeitsstudie wird eine Fahrradautobahn zwischen Hannover und Garbsen untersucht. Und es gibt auch schon kleine, praktische Ansätze: Die Üstra hat erst vor Kurzem Hybridbusse angeschafft, die Stadt und ihr nahestehende Unternehmen testen sieben Elektro-Caddys.

Mathias Klein

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