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Das war der Zukunftstag in Hannover

Unternehmen suchen Nachwuchs Das war der Zukunftstag in Hannover

Mädchen und Jungen der Klassen fünf bis zehn bekamen beim Zukunftstag Einblick in die Arbeitswelt hannoverscher Unternehmen. Die wiederum nutzen das Schnupperangebot, um sich den Schülern zu präsentieren. Denn die Unternehmen und Institutionen suchen händeringend Nachwuchs.

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Bei den Johanniter in Langenhagen erklärt die Rettungssanitäterin Victoria Schäfer den Schülern den Rettungswagen.

Quelle: Karin Kutter

Hannover. Erinnert sich noch jemand an den Girl’s Day? Den gab es in Niedersachsen bis 2006, um Mädchen der Klassen fünf bis zehn Einblicke in die Arbeitswelt zu geben – speziell in die der männerdominierten Berufe. Mittlerweile heißt der Tag Zukunftstag, wendet sich an Mädchen und Jungen und ist längst mehr als nur ein Schnupperangebot. Immer mehr Unternehmen und Institutionen nutzen ihn, um sich zu präsentieren und den Nachwuchs zu interessieren. Der wird weniger und darf wählerischer sein.

Mädchen und Jungen der Klassen fünf bis zehn bekommen am Zukunftstag Einblicke in die Arbeitswelt bei hannoverschen Unternehmen.

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Zwei Zahlen nennt Carl-Michael Vogt, für den Bereich Bildung zuständiger Geschäftsführer der Handwerkskammer Hannover: „1997 hatten wir 12 800 Auszubildende in unseren Betrieben. Die könnten wir auch jetzt einstellen, Bedarf wäre da. Aktuell sind aber nur gut 8000 Plätze besetzt“. Habe das Problem, nicht genug Lehrlinge zu finden, zunächst nur einige Bereiche wie Bäcker- oder Fleischerhandwerk betroffen, seien jetzt fast alle Berufe unterversorgt. „Einzige Ausnahme ist noch der Kraftfahrzeugmechatroniker“, sagt Vogt.

Gastronomie fehlen Lehrlinge

Sein Kollege Prof. Günter Hirth, Abteilungsleiter Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer, schätzt, dass jede dritte Firma nicht mehr für alle Lehrstellen Interessenten findet. „Uns fehlen in jedem Jahr etwa 2000 Nachwuchskräfte“, bilanziert Hirth. Gebeutelt seien vor allem der Gastronomie- und der Hotelleriebereich. Immerhin kann Hirth auch Positives vermelden. „Im gewerblich-technischen Bereich, etwa in der Metall- und Elektrobranche, ziehen die Zahlen an.“ Dies könne mit entsprechenden Werbeaktionen wie etwa der mit viel Aufwand betriebenen Nachwuchsmesse Ideen-Expo in Hannover zusammenhängen.

Die beiden Fachleute der Kammern sind sich einig, dass die Anforderungen im Gerangel um Nachwuchs eher wachsen. Sowohl Vogt als auch Hirth sehen den Ansatz darin, eine Ausbildung nicht mehr mit einer Festlegung auf den Beruf zu verbinden. „Wer eine Lehre absolviert hat, soll das als guten Karrierestart nutzen können – auch in Richtung Hochschule“, sagt Hirth. Die Handwerkskammer versucht es mit Studienmodellen und dem sogenannten Berufsabitur.

Eine wichtige Zielgruppe für das hannoversche Handwerk bleiben die Frauen, denn sie sind dort in vielen Bereichen immer noch unterrepräsentiert. Deshalb heißt das Angebot, das die Kammer am Donnerstag auf ihrem Campus in Garbsen gemacht hat, auch nach wie vor Girl’s Day.

Johanniter zeigen, was Rettungssanitäter können müssen

Bei den Johanniter in Langenhagen: Die auszubildende Rettungssanitäterin Victoria Schäfer erklärt Schülern den Rettungswagen.

Quelle: Katrin Kutter

Wie sieht eigentlich ein Rettungswagen von innen aus? Und wie geht Erste Hilfe? Bei den Johannitern in Langenhagen lernten 16 Jungen und Mädchen den Beruf des Notfallsanitäters genauer kennen. Unter anderem erfuhren die Schüler im Alter von elf bis 14 Jahren, was ein Knochenbohrer ist und wie ein Elektrokardiogramm (EKG) gemacht wird.

Apolline Mékok (14) und Kalle Kunze (13) finden vor allem den erlebnisreichen Arbeitsalltag in dem Beruf spannend. „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, meint Kalle. Apolline interessiert sich schon länger für den Bereich Medizin. „Blut macht mir nichts aus“, sagt die Südstädterin. Ab und zu werfe sie schon einmal einen Blick in die Bücher ihrer großen Schwester, die im zweiten Semester Medizin studiert. „Es fasziniert mich einfach, dass man durch Operieren Leben retten kann“, so die Neuntklässlerin.

Die Auszubildenden Victoria Schäfer und Josi Bussieweke erklärten den Schülern, wie der Berufsalltag bei den Johannitern aussieht, wie die verschiedenen Geräte im Rettungswagen funktionieren und was in welcher Notfallsituation zu tun ist. „Angehende Notfallsanitäter sollten vor allem starke Persönlichkeiten sein, die anpassungsfähig und einfühlsam sind“, sagen die beiden Frauen im ersten Lehrjahr. Außerdem müsse man sich schnell auf verschiedene Situationen einstellen können.

Mädchen haben Spaß am Handwerk

Handwerkskammer: Schülerinnen biegen Figuren aus Draht.

Quelle: Katrin Kutter

Dass Frauen genauso gut malern, tüfteln und reparieren können wie Männer, haben gestern rund ein Dutzend Mädchen in der Campus-Werkstatt der Handwerkskammer in Garbsen bewiesen. In den Werkstätten präsentierten sich die Bereiche Bau, Elektrotechnik, Metall, Kfz und Malerei, die Schülerinnen zeigten bei praktischen Übungen ihr Können.

Vor allem Elektrotechniker suchen händeringend Nachwuchskräfte. Brigitte Tanisha Bosire könnte sich eine Zukunft in solch einem Beruf gut vorstellen. „Mir gefällt das Reparieren, Aufbauen und Programmieren“, sagte die 15-Jährige. Die 13 Jahre alte Lena Joppen findet hingegen mehr Gefallen an dem Malerberuf. „Ich zeichne Zuhause selbst viel“, erzählte sie.

Auch Annika Schwörer möchte später gerne handwerklich arbeiten. „Es könnte in die Richtung Malerei oder Holzarbeit gehen“, sagte die 14-Jährige.

Rundreise durch die Logistikwelt

Schüler sortieren im Logistikunternehmen Lyreco in Barsinghausen Waren.

Quelle: Buck

Einen Einblick in die Berufswelt der Logistik haben gestern 27 Schüler auf einer besonderen Rundreise bekommen. Die Region Hannover hatte zusammen mit Logistikunternehmen die Tour geplant, bei der die Interessierten verschiedene Berufsfelder kennenlernen konnten. Dabei lernten die Schüler den Weg eines Produkts vom Hersteller bis hin zum Kunden kennen. In den verschiedenen Firmen zeigten Auszubildende die unterschiedlichen Schritte des Versands und ließen die Jungen und Mädchen sogar selbst ran.

In dem Unternehmen Lyreco in Barsinghausen durften die Schüler anhand einer vorgegebenen Liste Waren zusammenstellen, kontrollieren und verpacken. Laut Logistikdirektor Steffen Hochhaus besteht ein großer Mangel an Fachkräften in dem Beruf. „Das Ansehen der Logistikarbeit ist nicht gut. Durch solche Schnuppertage versuchen wir, es wieder aufzupolieren“, sagte Hochhaus.

mad

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