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Aus der Stadt Diese Häuser sind besonders
Hannover Aus der Stadt Diese Häuser sind besonders
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00:19 30.06.2015
Von Conrad von Meding
 Viel Licht im Inneren dank bodentiefer Fenster und großzügiger  Grundrisse: Das umgebaute Wohnhaus in Bothfeld ist am Sonntag für Besucher geöffnet. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Hell ist das Haus geworden. Und es vermittelt ein Gefühl von Raum, von Geräumigkeit. Nichts mehr erinnert an die graue Gebäudemaus von 1956.

„Wir hatten keine Lust mehr, die Treppen zu unserer Etagenwohnung im vierten Stock in der List hochzulaufen“, sagt die Bauherrin. Stattdessen ist es jetzt ein Einfamilienhaus in Bothfeld geworden, rundumsaniert, grunderneuert, mit viel Licht und einer Terrasse zum Garten. Am Sonntag, beim Tag der Architektur, ist es zu besichtigen – als eines der wenigen Beispiele für Umbauprojekte zwischen ganz vielen Neubauten.

22 Gebäude in der Stadt und 15 im hannoverschen Umland sind am Sonntag zum Tag der Architektur zu unterschiedlichen Zeiten zu besichtigen. Eine Auswahl der Gebäude zeigen wir hier.

„Spektakulär ist der Umbau ja eigentlich nicht – aber durchaus typisch“, sagt Albert Schmid-Kirsch. Der hannoversche Architekt hat die Neuerfindung des Hauses geplant und organisiert. Wohnhäuser aus den Fünfzigerjahren gibt es in Massen in und um Hannover – und fast alle werden sie weder energetisch noch in der Raumaufteilung den Anforderungen heutiger Bewohner gerecht. So war es auch beim Einfamilienhaus an der Bothfelder Rauschenplatstraße.

„Eigentlich musste alles raus“, sagt die Bauherrin. Sie hat das Haus mit ihrem Mann im August 2013 gekauft und dann zunächst in Eigenarbeit vollständig entkernt, bevor Architekt Kirsch begann, dem Gebäude ein neues Innenleben und Antlitz zu geben. Leitungen und Rohre, Wände, Fenster, Türen: „Es war technisch alles im Argen – und die Räume waren viel zu klein und zu dunkel“, sagt die Bauherrin.

Asbest auf dem Garagendach

Mit einem Kunstgriff hat Architekt Kirsch die Raumprobleme im Erdgeschoss gelöst. „Wenn man das Haus betrat, stand man in einem dunklen Flur, und ausgerechnet zum Garten hin lag das Badezimmer“, sagt er. Jetzt befindet sich dort der große Wohn-Ess-Lebensbereich mit hohen Fensteröffnungen zu Terrasse und Garten, ein kleines Gästebad mit Dusche ist an den Rand gerutscht.

Anhand von Vorher-nachher-Grundrissen will Kirsch am Sonntag zeigen, wie das Haus seinen Charakter geändert hat. Sogar das Obergeschoss hat mehr Licht bekommen, weil der Spitzboden statt einer Klapp-Falltreppe eine offene Wendeltreppe erhalten hat und jetzt Tageslicht durch Dachflächenfenster ins Haus flutet.

Knapp sechs Monate hat der Umbau gedauert, von Januar bis Juni 2014. Und natürlich gab es kleine Pannen, Unvorhergesehenes, wie es auf jeder Baustelle dazugehört. Die Geschossdecken waren weniger stark als angenommen, weil man in den Fünfzigerjahren vielfach an Material gespart hat. Und auf dem Dach der angebauten Garage fand sich Asbest, sodass eine spezialisierte Firma mit Schutzanzügen anrücken und der Schadstoff aufwendig entsorgt werden musste. Seit einem Jahr aber leben die Bauherren nun in ihrem neuen Haus, genießen die Großzügigkeit und den Blick in den Garten. „Wir haben den Schritt nicht bereut“, sagt die Bauherrin.

Beim Tag der Architektur sind in Hannover noch weitere Wohnhäuser zu besichtigen, darunter zwei Neubauten in Kirchrode: ein Backsteinhaus im Neubaugebiet Seelhorster Garten und ein als weißer Kubus errichtetes Wohnhaus inmitten des Villenviertels an der Saarbrückener Straße. Außerdem geöffnet: ein modernes Mehrfamilienhaus an der Ricklinger Dannenbergstraße mit 16 Wohnungen und Loggien.

Feuerwehrhäuser im Wandel der Jahrhunderte

Die Mehrheit der insgesamt 22 Objekte in Hannover und 15 im Umland aber sind Gewerbe- oder öffentliche Bauten. Darunter etwa zwei sehr unterschiedliche Feuerwehrgebäude: In Wettbergen ist das umgebaute Spritzenhaus von 1880 (Architekt Andreas Wittenberg) zu besichtigen, in dem der örtliche Feuerwehr-Förderverein einen Freizeitraum für die Kinder- und Jugendwehr eingerichtet hat. Und in der Nordstadt ist – gewissermaßen als Gegenüberstellung – Hannovers modernste Feuerwache zu sehen, die am Weidendamm/Ecke Kopernikusstraße in Passivhausbauweise (Architekten Struhk und Raumplan) errichtet wurde.

Für Denkmalliebhaber ist die ehemalige Mensa der Tierärztlichen Hochschule am Robert-Koch-Platz geöffnet (Umbau durch Architekt Axel Brunner), die als letztes Bauwerk der Weißen Moderne in Hannover gilt und heute von einer Werbeagentur genutzt wird.

Führungen gibt es im alten Umspannwerk neben dem Wasserturm an der Vahrenwalder Straße, das zur L’Osteria-Gastronomie umgebaut ist (Architektin Isabel A. Fiedler), oder im modernisierten Stichweh-Verwaltungsgebäude (Architekten Hübotter+Stürken) an der Färberstraße. Ebenfalls geöffnet sind das Klinikum Siloah (Architekten Sander Hofrichter), die gläserne Grundschule an der Feldbuschwende (Architekten BEM/Mosaik) oder die zum Gemeindezentrum umgebaute Matthiaskirche (Architekt Peter Teichert) in Groß-Buchholz.

Programmheft noch erhältlich: Eine gut 150 Seiten starke Broschüre informiert über die einzelnen Objekte und wann in ihnen jeweils Führungen angeboten werden. Sie ist bei der Architektenkammer Niedersachsen am Friedrichswall 5 erhältlich, die den Tag ausrichtet. Heute und morgen ist das Kammergebäude regulär geöffnet – und am Sonntag liegen die Broschüren in großer Zahl für Kurzentschlossene vor der Tür.

Übersicht im Internet: Das vollständige Programm gibt es unter www.aknds.de.

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