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Aus der Stadt Starb Hotelgast nach Alkoholexzess?
Hannover Aus der Stadt Starb Hotelgast nach Alkoholexzess?
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00:15 04.12.2017
Ein Leichenwagen transportiert den toten 45-Jährigen aus dem Hotel in der Markgrafstraße. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

 Zwei Männer aus Lettland müssen sich seit Freitag vor dem Schwurgericht wegen Totschlags verantworten. Vjaceslavs G. (28) und Olegs K. (25) sollen Pfingsten 2016 einen Landsmann in einem Hotel in Herrenhausen erschlagen haben. Das 45-jährige Opfer war am Dienstag, 17. Mai, blutüberströmt in einem Doppelzimmer der Unterkunft in der Markgrafstraße entdeckt worden. Laut Anklage hatten sich die drei Männer, die offenkundig auch als Kreditkartenbetrüger tätig waren, am Freitag eingebucht. In den darauf folgenden zwei Tagen sollen sie auf dem Zimmer Alkohol und Drogen in großen Mengen konsumiert haben. In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es zu einem Streit, infolgedessen das Opfer schwer verletzt wurde und im Verlauf der nächsten 20 Stunden starb. Der Brustkorb des Mannes wurde zertrümmert, eine Niere war eingerissen und er wies viele Hämatome auf.

Blutiges Drama im Bad

Laut Vjaceslavs G. hatten sich Olegs K. und das spätere Opfer in der Tatnacht im Badezimmer gestritten, dabei soll der 45-Jährige als „Schwuchtel“ beschimpft worden sein. G. bestritt, an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein, er habe aber irgendwann kurz vor Mitternacht den am Kopf verletzten 45-Jährigen im Bad gefunden und ihm beim Säubern der Wunden per Dusche geholfen. Morgens habe ihn sein Kumpel geweckt und ihm erzählt, dass der Ältere tot sei – was zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht stimmte. Wenig später gingen G. und K. frühstücken und kauften sich noch ein paar Flaschen Bier. Nachdem sie das Opfer mit einem Bettlaken zugedeckt hatten, verließen sie das Hotel; an der Tür ihres Zimmers hing ein Schild „Bitte nicht stören“.

Olegs K. (2.v.l.) und Vjaceslavs G. (2.v.r.) müssen sich wegen Totschlags verantworten. Ihre Verteidiger sind Clemens Anger (l.) und Philipp Kaiser (r.), in der Mitte steht der Dolmetscher. Quelle: Katrin Kutter

Über Prag setzte sich G. nach Riga ab; bereits im Juni 2016 wurde er in Lettland wegen eines Raubdelikts festgenommen. Gegenüber den dortigen Ermittlern erklärte er, es habe in dem hannoverschen Hotel einen Streit um Geld gegeben, bei dem auch er selbst auf das Opfer eingeschlagen habe  – allerdings nicht so heftig wie Olegs K.

Flucht ins Heimatland

Der 25-jährige K., der wesentlich unsicherer und zerknirschter wirkte als sein Kumpan, gab zu, sich mit dem 45-Jährigen geprügelt zu haben. Was der Grund gewesen sei, wisse er auch nicht, „jeder hat so viel gesoffen wie er konnte“. Nicht erklären konnte er dem Vorsitzenden Richter Wolfgang Rosenbusch zudem, was es mit einer zertrümmerten Flasche im blutverschmierten Badezimmer auf sich hatte und warum dem Opfer seine Verletzungen über einen längeren Zeitraum zugefügt worden waren – dies hatte die Gerichtsmedizin herausgefunden. Olegs K. floh nach dem Verbrechen über Warschau in sein Heimatland, wie er vor Gericht schilderte. Im Januar 2017 stellte er sich den Behörden, verbüßte in Lettland eine noch ausstehende Haftstrafe von fünf Monaten und wurde anschließend nach Deutschland ausgeliefert.

Von Michael Zgoll

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