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Zwei Neue am Start

Gesamtschulen Zwei Neue am Start

Gleich zwei neue Schulen haben am Freitag ihre Fünftklässler begrüßt: Mit dem Start der IGS Südstadt und der IGS Bothfeld geht der Prozess der langsamen Ablösung von Hauptschulen und Realschulen weiter.

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Die ersten Kinder der IGS Südstadt lassen Ballons mit dem Schulnamen steigen.

Quelle: Wallmüller

Hannover. Für die 104 neuen Schüler in der Südstadt und 120 in Bothfeld war das natürlich kein Thema. Sie freuten sich über ihre offenbar recht netten und lustigen Lehrer und die bunten Ballons, die sie an beiden Schulen in den Himmel steigen lassen durften.

In Bothfeld dankte Schulleiter Rainer Kamphus den Eltern, dass sie sich für eine Schule entschieden haben, die es bis Freitag noch gar nicht gab. Die IGS hat einen Trakt im Schulzentrum Bothfeld bezogen, das sie sich mit Hauptschule und Realschule teilt. Die zehn neuen IGS-Lehrer haben schon in den Ferien drei Tage lang Einsatz gezeigt. „Wir haben geschrubbt, geputzt, gestrichen und aufgeräumt, damit die Schüler einen schönen Start haben“, erzählte Kamphus bei der Feier. Die Vorarbeiten laufen schon viel länger. Die meisten Lehrer bereiteten die Schulgründung seit eineinhalb Jahren in einer Planungsgruppe vor. „Wir haben uns an Wochenenden und in Ferien viele andere Schulen angesehen und Ideen aufgenommen.“

Am 9.August wurde in Bothfeld die erste Kulturschule in Niedersachsen eingeweiht. Die Kinder der Schule sollen in ihren individuellen Fähigkeiten und Begabungen gefördert werden –die kulturelle Bildung steht im Zentrum der Schule. Ziel des täglichen Lernens mit allen Sinne, stehen auch die Schlüsselkompetenzen, wie Kommunikationsfähigkeit, Toleranz, Kreatives Denken.

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Ein Resultat: Die neue IGS darf sich als erste Schule in Niedersachsen „Kulturschule“ nennen. Sie ist Partnerschaften mit Landesmuseum, Kestnergesellschaft und NDR-Radiophilharmonie eingegangen. Fachleute werden in die Schule kommen und die Lehrer umgekehrt mit den Schülern auch viel in Ausstellungshäuser und Konzertsäle gehen. Manche Kulturprojekte sollen in allen Fächern auftauchen. „Ich habe aber gelernt, dass Parabeln im Matheunterricht auch künftig nicht getanzt werden“, scherzte Ministerpräsident Stephan Weil in seiner Rede zur Schuleröffnung. Schulleiter Kamphus dankte Weil, der sich lange für eine IGS an dem Standort eingesetzt habe. Weil erinnerte daran, dass sich Bothfelder seit rund zehn Jahren für diese Schulform in ihrem Stadtteil eingesetzt hatten.

Auch in der Südstadt haben Eltern lange für eine IGS gekämpft. Dort ist die IGS Südstadt im Gebäude der Bertha-von-Suttner-Schule untergekommen. Bis eine neue Mensa entsteht, gehen Kinder und die zehn Lehrer mittags zum Essen in die benachbarte Elsa-Brändström-Schule. Auf die neuen Schüler warten viele Arbeitsgemeinschaften. „Wir konnten viele Fachleute von außen dafür gewinnen“, sagt Schulleiterin Julia Grunewald. Eine Schauspielerin wird Theater unterrichten, ein Kameramann Film und Foto, eine Schneiderin Nähen, es wird Rugby, Fußball, Trommeln und vieles mehr geben. Etliche Eltern haben sich schon im Vorfeld für den Förderverein angemeldet. Ein gemeinsames Fest zum Kennenlernen für Eltern, Kinder und Lehrer mit Spaßolympiade und Grillen findet in Kürze statt.

Eine dreifache Einschulung: Die Drillinge Vivien, Amy und Nick kommen heute in die erste Klasse. Ranzen und Schultüte sitzen: Dann kann es ja los gehen.

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„Wir wollen Anregungen aus den Familien aufnehmen, denn wir wollen Schule für die Kinder machen“, sagt Grunewald. In beiden neuen Schulen haben sich vor allem Kinder mit Realschulempfehlung angemeldet. In der Südstadt hatten viele der neuen IGS-Eltern vorher mit dem Gymnasium geliebäugelt. „Viele sind nun froh, ihr Kind nicht diesem starken Leistungsdruck auszusetzen“, sagt Grunewald. In Bothfeld berichtet Valentina Spitzer, dass sie die IGS zunächst skeptisch sah. „Ich sehe die Kinder dann nachmittags ja kaum noch.“ Doch ihr älterer Sohn habe auf der Realschule kaum Unterstützung erhalten. Sie saß stundenlang mit ihm an den Hausaufgaben. „Ich fühlte mich allein gelassen.“ Sohn Julian darf nun auf die IGS, Spitzer hofft auf bessere Förderung.

Kultusministerin besucht Stöcken

An der Integrierten Gesamtschule Stöcken gab es am Freitag bei der Einschulung der 120 neuen Fünftklässler noch eine spezielle Premiere. Elf Förderschullehrer starteten als reguläre Mitglieder des Lehrerkollegiums. Manche arbeiteten längst an der IGS, waren aber offiziell bisher von ihrer Förderschule entsandt. „Das Modell für die IGS Stöcken und IGS Linden ist landesweit einzigartig“, betonte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Für ihre erste Einschulungsfeier als Kultusministerin hatte Heiligenstadt sich die IGS Stöcken ausgesucht, weil die Schule in besonderer Weise für die jetzt landesweit startende Inklusion steht.

Ein neues Schuljahr beginnt: Am Freitag werden die neuen Fünftklässler der IGS Stöcken eingeschult. Zum Team stoßen außerdem neue Kolleginnen und Kollegen hinzu. Das Besondere: Nun können auch Schülerinnen und Schüler mit Handicap die IGS Stöcken besuchen. Die Einschulungsfeier wurde von Kultusministerin Frauke Heiligenstedt begleitet.

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Kinder mit Handicaps sollen von nun an Regelschulen besuchen können, wenn ihre Eltern dies wünschen. „Alle Kinder lernen gemeinsam, egal, was für Stärken und Schwächen sie haben. Es macht das Besondere der IGS Stöcken aus, dass sie dies von Anfang an verwirklicht hat“, sagte Heiligenstadt. Die Schule hat seit ihrer Gründung 2009 in jede Klasse vier Kinder mit Förderbedasrf aufgenommen. Zum neuen Schuljahr reicht die IGS, die sich noch in Aufbau befindet, vom 5. bis 9. Jahrgang. 86 der 630 Schüler haben einen festgestellten Förderbedarf, meist im Lernen, aber auch im Verhalten, bei Sprache oder geistiger Entwicklung.

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