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Zwei Tagestreffs für Wohnungslose gekündigt

Neue Räume gesucht Zwei Tagestreffs für Wohnungslose gekündigt

Den beiden Tagestreffs für Wohnungslose "Dach übern Kopf" (DüK) und "Nordbahnhof" sind die Mietverträge gekündigt worden. Nun sucht die Diakonie, die die Treffs betreibt, dringend neue Räume. Denn die Zahl der Bedürftigen nimmt zu - auch wegen der Flüchtlinge.

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Suchen neue Räume: Doris Gencer (von links) vom Diakonischen Werk, Pastor Rainer Müller-Brandes und Petra Tengler, Leiterin vom Treffpunkt „Nordbahnhof“.

Quelle: Achim Sielski

Hannover. Bei den hannoverschen Tagestreffs für Obdachlose droht Wohnungsnotstand: Zwei Einrichtungen müssen in absehbarer Zeit schließen, die Diakonie sucht händeringend neue Räume. Zunächst einmal trifft es den Tagestreffpunkt „Dach übern Kopf“ (DüK) in der Lavesstraße 72, der dort seit 25 Jahren angesiedelt ist. Nach Auskunft von Pastor Rainer Müller-Brandes, Leiter des Diakonischen Werks Hannover, ist die bisherige Vermieterin verstorben – und der neue Eigentümer habe dem DüK zum Ende dieses Jahres gekündigt. Bis Ende März 2017 hingegen muss der „Tagesaufenthalt Nordbahnhof“ am Engelbosteler Damm 113 geräumt sein, den der gemeinnützige Verein „Selbsthilfe für Wohnungslose“ (SeWo) betreibt. Auch hier hat der Vermieter Eigenbedarf angemeldet.

In beiden Tagestreffs können Wohnungslose ohne Anmeldung vorbeikommen und duschen, einen Kaffee trinken, essen, Wäsche waschen oder einen Computer nutzen. Die Öffnungszeiten sind gestaffelt, sodass Interessenten frühmorgens den Kontaktladen „Mecki“ am Raschplatz aufsuchen können, am Vormittag das „DüK“ und am Nachmittag den „Nordbahnhof“; dieser hat sogar sonntags geöffnet. Daneben betreibt die Diakonie noch weitere Einrichtungen wie den „Saftladen“ in der Podbielskistraße 136 oder den Tagestreff für Frauen in der Burgstraße 12. Doch die Kündigungen schlagen empfindliche Lücken in das Betreuungsnetz. Das „DüK“ wird täglich von 50 bis 80 Menschen besucht, der „Nordbahnhof“ gar von 150.

Wenn diese beiden Einrichtungen wegfallen, so Müller-Brandes, würden Innenstadt und Raschplatz noch stärker von Wohnungslosen frequentiert als bisher. Besonders mit Blick auf den Raschplatz ist dies problematisch, wird hier doch schon länger über eine Verwahrlosung des Areals und die übermäßige Nutzung des Platzes durch Trinker und Obdachlose diskutiert. Gesucht werden nun neue Tagestreff-Räume an zwei Standorten in Hannover. Sie müssen in der City oder den innenstadtnahen Stadtteilen wie Oststadt, Südstadt, Nordstadt oder Linden liegen und sollten jeweils 150 bis 200 Quadratmeter groß sein. Ideal wären Ladenlokale, doch unter Umständen würde die Diakonie auch eine größere Wohnung umgestalten. „Uns ist klar“, sagt der leitende Pastor, „dass es Vorbehalte gibt, an eine Einrichtung für Wohnungslose zu vermieten“. Doch seien diese Ängste unbegründet: Es seien immer Sozialarbeiter vor Ort und man pflege immer den Kontakt mit den Nachbarn. „In der Lavesstraße etwa gab es in den vergangenen 25 Jahren so gut wie keine Probleme“, ergänzt Müller-Brandes. Außerdem sei die Diakonie ein verlässlicher Partner – um ausbleibende Mietzahlungen muss sich hier niemand sorgen.

Nach Schätzungen der Diakonie sind derzeit rund 4000 Menschen in Hannover wohnungslos, etwa 400 leben auf der Straße. Die Tendenz ist steigend, auch, weil inzwischen die ersten Flüchtlinge auf der Straße stehen. Vermieter, die der Diakonie möglicherweise neue Räume für einen Tagestreff anbieten möchten, können unter der Telefonnummer 9 90 40 31 anrufen oder eine E-Mail an leitung@zbs-hannover.de schicken.

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