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Zweitausendeins-Filiale in der Oststadt schließt

Literatur- und Musikgeschäft Zweitausendeins-Filiale in der Oststadt schließt

Die hannoversche Zweitausendeins-Filiale in der Oststadt schließt. Das Geschäft war für viele Literaturliebhaber und Musikfans jahrzehntelang eine Institution. Noch bis zum 21. Juni werden in dem Laden an der Friesenstraße die letzten Bücher, CDs und DVDs verkauft - dann ist Schluss.

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„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache“: Jochen Haak.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Jochen Haak, Chef der hannoverschen Zweitausendeins-Filiale, stellt neue Werbeschilder auf - die alten, die für Preisnachlässe von 20 Prozent werben, sind schon wieder überholt. Jetzt gibt es Rabatte von 30 Prozent auf Bücher, CDs und DVDs. Das Geschäft wird geräumt und am 21. Juni geschlossen. Dann ist auch in Hannover die Ära von Zweitausendeins endgültig vorbei - zumindest in analoger Form. Denn im Internet läuft der Versandhandel des Unternehmens weiter, das für viele ältere Leser und Musikfans jahrzehntelang eine Institution war.

Hannover hat sich lange gehalten; vom 22. Juni an existiert dann nur noch die Filiale in Mannheim. Ende 2016 wird auch dort Schluss sein. Überraschend ist das Aus nicht: Bereits vor vier Jahren hatte der in Leipzig ansässige Eigentümer angekündigt, sich nach und nach von allen Ladengeschäften (und dem dazugehörigen Personal) zu trennen. Das sei eine richtige Entscheidung, findet Haak: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.“ Gut 30 Jahre lang hat der 58-Jährige bei Zweitausendeins gearbeitet, erst in München, anschließend in Hannover. 1999 hat hier das Geschäft in der Friesenstraße geöffnet, zuvor existierten schon mal Läden ganz in der Nähe.

Der Umsatz ist laut Haak drastisch eingebrochen, weil sich der Kauf von Literatur und Musik zunehmend ins Internet verlagert hat. Stammkunden empfinden das Aus des Geschäfts „als großen Verlust“, sagt er: „Doch die Jugend kennt uns gar nicht mehr.“ Junge Leute können wohl kaum ermessen, wie aufregend es für ihre Mütter und Väter war, in preiswerten Restauflagen und Klassikernachdrucken zu stöbern. Jetzt geht das Unternehmen dahin zurück, wo 1969 alles begann: Richtung Versandhandel. Nach wie vor erscheint monatlich das legendäre „Merkheft“ mit allen Angeboten. Zudem gibt es, natürlich, einen Online-Shop. An der Friesenstraße soll im Spätsommer eine Filiale von „Edelmut“, dem Sozialladen für gehobene Ansprüche, eröffnen.

Mit seinen drei verbliebenen Mitarbeitern wird Jochen Haak bis zum 21. Juni verkaufen. Anschließend will er, nach insgesamt 40 Jahren in München und Hannover, in seine Geburtsstadt Dortmund zurückkehren.

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