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Zweiter Forscher aus Hannover tot in USA gefunden

Extreme Hitze in Arizona Zweiter Forscher aus Hannover tot in USA gefunden

Zwei Wissenschaftler aus Hannover sind bei einer Wanderung im US-amerikanischen Bundesstaat Arizona ums Leben gekommen. Sie fielen anscheinend der extremen Hitze von fast 50 Grad Celsius im Santa-Catalina-Gebirge bei Tuscon zum Opfer. Marcus T. galt zunächst noch als vermisst. Inzwischen herrscht jedoch traurige Gewissheit. 

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Der leblose Körper von Marcus T. wurde unweit des Ventana Canyon Trails entdeckt.

Quelle: Polizei/privat

Tuscon/Hannover. Die Befürchtungen wurden am Dienstag um sieben Uhr morgens (Ortszeit) zur traurigen Gewissheit: Suchtrupps fanden den leblosen Körper von Marcus T. unweit des Ventana Canyon Trails. Das teilte das Pima County Sheriff's Department mit. Der 33-jährige Forscher aus Hannover fiel offenbar der Rekordhitze in Arizona zum Opfer. Auch sein Kollege Stefan G. war bei der Wanderung ums Leben gekommen.

Marcus T. arbeitete am Laser Zentrum Hannover und besuchte in der vergangenen Woche gemeinsam mit zwei Kollegen eine Konferenz der "Optical Society of America" in Tucson. Am Sonnabend flog das Trio in den Pima County, um am Sonntag auf dem legendären Ventana Canyon Trail zu wandern. Bisher ist noch nicht abschließend geklärt, ob sie von den Warnungen der Behörden vor der Extremhitze nichts erfahren hatten - oder ob sie die dringenden Empfehlungen, keinerlei Außenaktivitäten zu unternehmen, bewusst ignorierten. Ebenso wie Marcus T. war auch der 57-jährige Stefan G. durch Dehydrierung unterwegs gestorben. Nur Marco J. schaffte den Weg zurück und liegt seitdem im Krankenhaus. Er wurde von Rettungssanitätern kurz vor dem Ende des Wanderweges aufgegriffen.

Bei Temperaturen von etwa 49 Grad entwickelten sich selbst die Suchaktionen zu einem gefährlichen Unterfangen: "Polizei und Freiwillige haben sich erheblichen Risiken ausgesetzt, um die vermissten Wanderer zu finden", hob Polizeisprecher Ryan Inglett gegenüber der HAZ hervor. Der menschliche Körper sei angesichts der Rekordtemperaturen kaum in der Lage, über mehrere Stunden hinweg den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

"Dass der Mensch bei solchen Temperaturen kaum Überlebenschancen hat, wird aber nicht nur von Auswärtigen oft übersehen", so Inglett. Auch viele Einheimische würden die Lage so manches Mal falsch einschätzen. So stammten mehr als 80 Prozent der Opfer, die in den vergangenen Jahren in den Hitzewellen umkamen, unmittelbar aus der Region. Das zeigte sich auf tragische Weise auch am Wochenende: Zwei Frauen, die sich in dem Santa-Catalina-Gebirge gut auskannten, kamen am Sonntag ebenfalls um.

Gluthitze in den USA fordert Todesopfer

Die extremen Temperaturen halten in diesen Tagen weite Regionen des Südwestens der Vereinigten Staaten fest im Griff. In dem Gebiet, in dem die hannoverschen Wissenschaftler unterwegs waren, gab es am Sonntag zwei weitere Hitzetote. Eine 18-jährige Mountainbikerin aus den USA kam auf ihrem Weg durch die Berge ums Leben, nachdem ihr Wasservorrat zu Ende gegangen war. Am Sonntagnachmittag fanden die Helfer eine 54-jährige Frau, die auf einem anderen Wanderweg in dem Gebirge wegen der Hitze ums Leben gekommen war. 

In der Nähe von Phoenix starb nach Angaben der Feuerwehr zudem eine 28-jährige Mountainbikerin. Die erfahrene Sportlerin sei mit ausreichend Flüssigkeit zu einer Tour aufgebrochen, dann aber von der Hitze überwältigt worden. 

Außer in Arizona fachte die Hitze auch in den Bundesstaaten New Mexico und Kalifornien Waldbrände an. Im Cibola-Wald in New Mexico, wo auf einer Fläche von 72 Quadratkilometern ein Großbrand loderte, herrschten 50 Grad Celsius, im kalifornischen Palm Springs wurden 48 Grad und in Los Angeles 40 Grad gemessen.

Stefan Koch/Tobias Morchner

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