Insgesamt 30 Kilogramm Wertstoffe pro Einwohner landen jedes Jahr im Restmüll, schätzen die Experten des Abfallwirtschaftsbetriebs aha. Kunststoffe wie Blumentöpfe, Plastikschüsseln oder Kinderspielzeug, Metalle wie zum Beispiel verrostete Gartenstühle oder alte Fahrradrahmen, Elektrokleingeräte wie Bügeleisen oder Autoradios sowie Bekleidungsstücke sollen jetzt versuchsweise in der Ortschaft Uetze in die neue O-Tonne mit orangefarbenem Deckel gepackt werden. Und es ist auch schon ziemlich klar, wie es nach dem zweijährigen Test in Uetze weitergeht: Der 240-Liter-Behälter wird nach dem Pilotversuch vor allen Häusern in Stadt und Umland stehen – so planen es aha und die Regionsverwaltung.
In Uetze könnten die etwas mehr als 7100 Einwohner pro Jahr 200 Tonnen Wertstoffe sammeln, hofft aha-Geschäftsführerin Kornelia Hülter. „Das lässt sich dann alles vermarkten“, meint die aha-Chefin. Eine Tonne Altmetall bringe derzeit beispielsweise rund 200 Euro, die Preise stiegen weiter. Kunststoffe könnte die Region je nach Qualität für einen Preis von 10 bis 50 Euro pro Tonne verkaufen, und selbst alte Bekleidungsstücke würden, wenn sie noch tragbar seien, einen Erlös bringen.
„Schon seit Längerem beobachten wir, dass immer noch zu viele Wertstoffe im Restabfall landen, weil sie nicht in den Wertstoffsack dürfen oder der nächste Wertstoffhof nur mit dem Auto zu erreichen ist“, sagt Hülter. Der Versuch solle beweisen, dass noch mehr aus dem Restabfall herausgeholt werden könne. Der Verkaufserlös soll dann in Zukunft dabei helfen, die Müllgebühren möglichst stabil zu halten. Außerdem rechnet aha mit einer Verringerung der Kosten bei der Restmüllabfuhr, wenn die Wertstoffe dort nicht mehr landen. Die Tonnen sollen in Uetze einmal im Monat abgeholt werden – immer dann, wenn auch der Gelbe Sack mit dem Verpackungsmüll eingesammelt werde. „Den Gelben Sack können die Bürger mit in die orangefarbene Tonne werfen“, sagt Hülter. Gelbe Säcke, die nicht mehr in diese Tonne hineinpassen, sollen aber weiterhin zusätzlich mitgenommen werden.
Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg erhofft sich unter anderem eine Verbesserung des Ortsbildes. „Aufgerissene und vom Wind verwehte Säcke gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an“, sagt er. Mit dem Versuch sollen die Uetzer aber nicht hintenrum an die Restabfalltonne und die Biotonne herangeführt werden, sagt der Umweltdezernent der Region, Axel Priebs, auf Nachfrage. „Die Bürger können ja schon mal einen Eindruck davon bekommen, wie so eine Tonne aussieht“, meint er. Aber ein schleichender Ersatz der Restabfallsäcke durch Mülltonnen sei nicht geplant.
Mathias Klein
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