Auch die Gelben Säcke mit Verpackungsmüll sollen bald in der sogenannten O-Tonne landen.
Der SPD-Fraktionschef Ernesto Nebot zeigt sich überrascht von der Ankündigung, von der er aus der HAZ erfahren hat. „Das ist nicht in der Fraktion abgestimmt und nicht inhaltlich beraten“, meinte er. Grünen-Ratsherr Wolfgang Zingler hält die Tonnenabfuhr aus ökologischen Gründen für bedenklich. „Die Recyclingquote ist bei der Sackabfuhr erheblich höher.“ Gerhard Klaus (FDP) fordert eine Debatte zu dem Thema. „Eine Frage ist, ob die größeren Müllfahrzeuge in Laatzen überhaupt fahren können“, sagt er. Christoph Dreyer (CDU) bezweifelt, dass künftig die Gebühren gerecht erhoben werden. „Nach dem derzeitigen System zahlen die, die mehr Abfall produzieren, entsprechend mehr als diejenigen, die Müll vermeiden.“ Unverständlich sei auch, warum der Bürgermeister Laatzen als „Versuchskaninchen auf dem Silbertablett“ serviere.
Ablehnung kommt auch aus der Regions-CDU. Deren Fraktionschef Eberhard Wicke meint, die Tonne werde den Leuten „auf kaltem Weg übergestülpt“. Gegen einen richtigen Modellversuch habe er aber nichts einzuwenden, wenn zum Beispiel eine Tonne mit Chip ausprobiert werde.
Dem Laatzener Bürgermeister Prinz sind die Restmüllsäcke schon lange ein Dorn im Auge. Er fürchtet um das Stadtbild, da sich oft Tiere an den auf den Gehwegen stehenden Säcken zu schaffen machten und den Inhalt verstreuten.
Uwe Wesche, stellvertretender Leiter der Abfall- und Wertstoffabfuhr von aha, bekräftigt, dass die Teilnahme an einem Modellversuch freiwillig wäre. „Laatzen ist von der Bebauungsstruktur besonders interessant“, sagt Wesche. Es gebe sowohl ländliche als auch urbane Stadtteile. In den großen Wohnkomplexen in Laatzen-Mitte wird der Müll bereits in Containern gesammelt.
jd/mak
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