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Aha will Müllgebühren ab Januar erhöhen

aha Aha will Müllgebühren ab Januar erhöhen

Weil der Abfallzweckverband Aha höhere Kosten und geringere Einnahmen kompensieren muss, will er von Januar kommenden Jahres an die Müllgebühren erhöhen. Laut eigener Kalkulation braucht Aha von 2017 bis 2019 jährlich 142 Millionen Euro, um wie vorgeschrieben kostendeckend wirtschaften zu können.

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aha-Chef Thomas Schwarz strebt eine Anhebung der Müllgebühren für 2017 an.

Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)

Hannover. Bisher waren es 124 Millionen Euro. Von den höheren Gebühren muss Aha noch die Politiker der Regionsversammlung überzeugen, denn deren Zustimmung ist für die Umsetzung erforderlich.

Laut Kalkulation sollen die Gebühren für die Restmüllabfuhr für Einfamilienhausbesitzer in Stadt und Umland je nach Zahl der Bewohner um 1,09 Euro bis 2,22 Euro im Monat steigen. Für Mehrfamilienhäuser werden monatlich einheitlich um 1,39 Euro höhere Beträge pro Haushalt verlangt. Die Angaben beziehen sich auf die laut Satzung vorgeschriebene Mindestmüllmenge von zehn Litern pro Person und Woche. Stimmt die Politik zu, wäre es die erste Gebührenerhöhung seit 2009.

Unterwegs mit dem Spermülltrupp von aha: Edwin Loll (61) ist der Vorarbeiter der kleinen Sperrmüllkolonne, die an diesem Tag in der Nordstadt und in Herrenhaus unterwegs ist.

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Zur Begründung nennt Aha mehrere Faktoren. Ein wichtiger sind die gesunkenen Einnahmen aus dem Verkauf gesammelter Wertstoffe. „Die Verkaufspreise für Altpapier und zuletzt auch für Schrott sind gesunken“, sagt Sprecherin Helene Herich. Habe Aha beispielsweise zu besseren Zeiten 10 Millionen Euro im Jahr aus Altpapier erlöst, seien es zuletzt nur noch 6,5 Millionen Euro gewesen. Immerhin scheint die Talsohle durchschritten. Aha erwartet wieder höhere Einnahmen, wenn auch nicht wie früher auf zweistelligem Millionenniveau.

Zu Buche schlägt auch die nach zehn Jahren fällige Wartung der drei Gärtürme in der Abfallbehandlungsanlage in Lahe. Aha muss sie nacheinander außer Betrieb nehmen, was wiederum dazu führt, dass die Anlage weniger leisten kann und deshalb mehr Restmüll in die Verbrennungsanlage wandert. Das verursacht Zusatzkosten in Höhe von 3 Millionen Euro.

Weiteres Geld plant der Betrieb für den Einsatz kleinerer Müllfahrzeuge ein (siehe Kasten). Und schließlich verursacht der Erfolg eines Gratisangebots Kosten: „Die Anzahl der Kundenbesuche auf unseren 21 Wertstoffhöfen und den Deponien hat sich innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt“, erklärt Herich. Im vergangenen Jahr registrierte das Unternehmen 4,3 Millionen Anlieferungen. Weil das so ist, will Aha von Beginn kommenden Jahres an auf jedem Wertstoffhof einen zusätzlichen Mitarbeiter als Ansprechpartner beschäftigen und dafür entsprechend höhere Personalkosten einplanen.

Einige der genannten Effekte haben dazu geführt, dass Aha im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als 900 000 Euro erwirtschaftet hat. Für 2017 sieht der Wirtschaftsplan einen minimalen Überschuss vor, wenn denn die Gebühreneinnahmen wie erwartet fließen. Auf Dauer darf Aha weder Gewinne noch Verluste machen, muss also die jeweils entstehenden Beträge auf das Folgejahr vortragen.

Die Gebührenkalkulation geschieht unabhängig von der angestrebten Überarbeitung der gesamten Abfallsatzung, bei der es auch um Systemfragen wie etwa Abfuhrmodalitäten oder vorgeschriebene Mindestmüllmengen geht. Dazu hat eine Bürgerbeteiligung stattgefunden, aus der Empfehlungen ergangen sind. Zur Umsetzung war die alte Regionsversammlung vor den Kommunalwahlen nicht mehr in der Lage. Bis die neue, die Anfang November zum ersten Mal zusammenkommt, sich in die komplexe Materie eingearbeitet hat und beschlussfähig ist, dürfte es dauern.

Müllabfuhr kommt mit kleineren Autos

Das Problem wurde im Sommer in Wettbergen öffentlich. Weil große Müllfahrzeuge nicht durch enge, häufig zugeparkte Stichstraßen kommen, sollten Anwohner ihre Tonnen über längere Strecken zu Sammelplätzen rollen. Nach Protesten kündigte Aha den probeweisen Einsatz kleiner Müllfahrzeuge an. Dieser Test soll nun nach dem Sommer kommenden Jahres trotz wirtschaftlicher Bedenken seitens des Betriebes in größerem Stil durchgeführt werden. Laut Aha gibt es in der gesamten Region 1700 Stichstraßen, die für den Einsatz entweder von Pritschenwagen oder von kleinen Sammelfahrzeugen infrage kommen. Aha muss zunächst Fahrzeuge kaufen und eine entsprechende Tourenplanung entwerfen. Vorgesehen sind zunächst zwei Testgebiete in Hannover, in den kommenden Jahren nach und nach weitere in Laatzen, Garbsen und Burgdorf.
Liefert der Test die gewünschten Ergebnisse und wird das neue Auto – frühestens 2020 – regionsweit eingeführt, braucht Aha 17 Fahrzeuge und 34 zusätzliche Mitarbeiter. Gemäß Kalkulation verursacht das dann jährliche Zusatzkosten von 2,5 Millionen Euro.

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