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Aus der Stadt Autos rollen wieder durch den Posttunnel
Hannover Aus der Stadt Autos rollen wieder durch den Posttunnel
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00:18 23.11.2017
Nach monatelanger Sperrung dürfen wieder Autos durch den Posttunnel fahren. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 Die Stadtbahnen rollen bereits seit Mitte September auf dem neuen Abschnitt zwischen Steintor und Raschplatz, am Dienstagmorgen folgen nun auch die Autos. „Derzeit laufen die letzten Restarbeiten“, sagt Jens Hauschke, Sprecher der verantwortlichen Infrastrukturgesellschaft Infra. Wenn alles aufgeräumt ist, können die von den Bauarbeiten monatelang betroffenen Innenstadtstraßen wieder befahren werden. „Dann ist alles so passierbar, wie es endgültig auch nach allen Bauarbeiten zur D-Linie sein wird“, sagt Hauschke.

Monatelang ist der Abschnitt zwischen Steintor und Posttunnel für Autos gesperrt gewesen. Nun sind die Arbeiten beendet und die Strecke ist von der Infra wieder freigegeben worden.

Damit alles möglichst reibungslos funktioniert, wurde auch die Ampelsoftware überarbeitet. Diese hatte vor allem am neuen Endhaltepunkt „Hauptbahnhof/ZOB“ anfangs zu Problemen geführt und musste wieder abgeschaltet werden. Die sogenannte Vorrangschaltung für die Bahnen funktionierte noch nicht fehlerfrei. „Die Tests am Montag verliefen jetzt aber gut und alle Bahnen fuhren nach Zeitplan“, sagt Infra-Sprecher Hauschke. „Im Moment gehen wir deshalb davon aus, dass alles klappt.“ Einzig die Baustellenampeln am Steintor und entlang der Kurt-Schumacher-Straße werden bleiben, „sodass es dort etwas ruckeln könnte“.

Zur Weihnachtszeit alles frei

Die Arbeiten zwischen Goethe- und Raschplatz am Großprojekt „10/17“ – Namensgeber sind die Stadtbahnlinien 10 und 17 – liegt demnach voll im Zeitplan – sofern das der richtige Ausdruck ist. „Wir haben keine wirkliche Deadline“, sagt Hauschke. Einzige Vorgabe war, die Straßen rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft am kommenden Wochenende für die Autos freizugeben. Die letzte ernsthafte Baustelle, die das Unterfangen hätte scheitern lassen können, gab es zwischen der Ernst-August-Galerie und der Schillerstraße. Dort riss die Infra Teile der alten Stadtbahngleise heraus und musste den Asphalt von Grund auf neu machen. „Doch auch das lief die ganze Zeit entspannt“, sagt Hauschke.

Nach Angaben der Infra können Autos nun wieder direkt vom Raschplatz über die Kurt-Schumacher- und Geothestraße bis zum Clevertor fahren. „Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen“, sagt Hauschke. Unklar ist allerdings, ob die Verkehrsbeeinträchtigungen zum Beispiel in der Scholvin- oder Reitwallstraße wirklich der Vergangenheit angehören, da nach wie vor am Marstall gebaut wird. Die Stadt antwortete am Montag nicht auf eine entsprechende HAZ-Anfrage.

Bauarbeiten gehen im Februar weiter

Die Vorarbeiten für die Autofreigabe entlang der D-Linie waren gleichzeitig die letzten Tätigkeiten auf der Großbaustelle in diesem Jahr. „Wir legen eine Winterpause ein“, sagt Infra-Sprecher Hauschke. Im Dezember und Januar ruhen die Arbeiten. „Sobald es danach die Bedingungen zulassen, machen wir weiter“, sagt Hauschke. Unter anderem muss am Steintor noch ein neuer Hochbahnsteig entstehen, der auch einen direkten Zugang zur darunterliegenden U-Bahnhaltestelle erhält. Mit der Inbetriebnahme verschwinden dann die provisorischen Stopps an der Kurt-Schumacher-Straße und am Clevertor.

Die D-Linie

Die Bauarbeiten an der neuen D-Linie zwischen Goethe- und Raschplatz haben 2014 begonnen. Die Kosten für das Großvorhaben belaufen sich nach aktuellem Stand auf 50 bis 55 Millionen Euro, ursprünglich waren 47 Millionen Euro geplant. Die endgültige Fertigstellung des Projekts „10/17“ ist für Ende 2018 geplant.

Die Arbeiten haben sich immer wieder verzögert. Um den Fahrstuhl vom künftigen Hochbahnsteig Steintor zu bauen, musste ein Stützpfeiler aus eineinhalb Meter dickem Stahlbeton durchbrochen werden. Außerdem mussten 6500 Tonnen kontaminierten Bodens auf eine Deponie gebracht werden. Die vorgesehene Deponie konnte wegen der starken Regenfälle nicht mehr angefahren werden.

Vor dem Baustart hatte es heftige Diskussionen über den Streckenverlauf der Linien 10 und 17 gegeben. Die einen befürworteten eine unterirdische Route zum Hauptbahnhof, letztlich setzte sich aber die oberirdische Variante mit Hochbahnsteigen durch.

Von Peer Hellerling

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