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Aus der Stadt Üstra-Vorstandswahl wird verschoben
Hannover Aus der Stadt Üstra-Vorstandswahl wird verschoben
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17:30 05.12.2018
Die grünen TW 6000 spielten im Aufsichtsrat auch eine Rolle, aber nur kurz. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Das hat es noch nicht gegeben: So lange haben die Üstra-Aufsichtsräte am Freitag unter anderem über die geplante und umstrittene Kooperation mit Regiobus diskutiert, dass das traditionelle Weihnachtsessen in der Sitzung des Kontrollgremiums ausfallen musste. Gänsekeule und Rotkohl gab es stattdessen für die Aufsichtsratsmitglieder zum Aufwärmen mit nach Hause.

Eigentlich sollte das Gremium in der Sitzung Regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel zum gleichzeitigen Vorstandsmitglied bei der Üstra wählen. Dazu ist es aber nicht gekommen, der Diskussionsbedarf vor allem auf Seiten der Arbeitnehmer sei zu groß gewesen, berichten Teilnehmer der Sitzung. Dabei sei es vor allen um die von der Region geplante engere Zusammenarbeit zwischen der Üstra und Regiobus gegangen, die vor allem im technischen Bereich geplant ist. Van Zadel soll die Zusammenarbeit voranbringen, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Ladestationen-Netz. Offenbar hat der Üstra-Betriebsrat große Sorge, bei einer engeren Zusammenarbeit an Einfluss zu verlieren. Deshalb forderten die Arbeitnehmer-Vertreter auch gleich, in möglichen gemeinsamen Ausschüssen zwischen Regiobus und Üstra gewichtig vertreten zu sein. Kurz nach 10 Uhr hatte die Sitzung begonnen, gegen 15 Uhr war dann erst Schluss.

Üstra setzt auf erneuerte Stadtbahnen

Um auf die zunehmende Nachfrage der Üstra-Fahrgäste zu reagieren, will das Unternehmen insgesamt 40 der alten grünen Stadtbahnwagen vom Typ TW 6000 behalten, 22 mehr als bisher geplant. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, 40 Wagen sowohl gründlich als auch technisch zu überarbeiten, damit diese bis längstens zum Jahr 2028 fahren können, berichtet Üstra-Sprecher Udo Iwannek im Anschluss an die Sitzung. Ursprünglich sollten nur 18 Wagen für jeweils rund eine Millionen Euro pro Fahrzeug aufgearbeitet werden, wegen der hohen Kosten wurde in dem Unternehmen überlegt, was wirklich nötig ist. Jetzt werden die Wagen für jeweils nur noch 250.000 Euro unter anderem neu lackiert, die Fenster ausgetauscht, die Sitze überarbeitet, die Bordrechner ausgetauscht und zahlreiche technische Einrichtungen erneuert oder grundüberholt. In den Wageninnern sollen unter anderem die Böden erneuert werden, außerdem sollen die Wagen mit LEDs ausgerüstet werden. „Mit den zusätzlichen Wagen können wir besser auf Schwankungen reagieren“, sagte Üstra-Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz. mak

Am Freitag in einer Woche will der Aufsichtsrat einen neuen Versuch unternehmen, von Zadel in den Vorstand zu bestellen. Die am Mittwoch abgebrochene Sitzung soll dann fortgesetzt werden. Unklar ist, ob die Region dem Betriebsrat Zugeständnisse machen wird, damit dieser einer Wahl van Zadels zustimmt.

Die Arbeitnehmer sind im Aufsichtsrat mit 10 Stimmen vertreten, und haben damit genauso viele Stimmen wie die Arbeitgeber. Sollte es bei der Wahl van Zadels ein Stimmenpatt geben, wird vom Aufsichtsrat ein Vermittlungsausschuss eingesetzt, nach dessen Beratung wird im Aufsichtsrat neu abgestimmt. Dann würde die Stimme von Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz doppelt zählen.

Die am Vortag in einem anonymen Brief erhobenen Vorwürfe, freigestellte Üstra-Betriebsratsmitglieder kassierten mit Wissen des Üstra-Vorstands seit Jahren zuviel Gehalt, waren im Aufsichtsrat nur bei Gesprächen in den Sitzungspausen ein Thema. Aufsichtsratschef Franz unterstützt die Position des Vorstands der lückenlosen Aufklärung. Es sei schwer zu beurteilen, ob die Einkommenssteigerungen „nicht mehr zu rechtfertigen sind, oder ob sie im üblichen Bereich liegen“, sagte er im Gespräch mit der HAZ. Deshalb sei es vernünftig, dass sowohl die Interne Revision als auch eine externe Rechtsanwaltskanzlei die Einkommen der freigestellten Betriebsratsmitglieder untersuche. Er rechnet nicht mit einem Ergebnis der Untersuchung zur Fortsetzung der Sitzung in der nächsten Woche.

Von Mathias Klein

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