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Aus der Stadt Kriminalstatistik – die Arbeit beginnt erst
Hannover Aus der Stadt Kriminalstatistik – die Arbeit beginnt erst
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00:15 13.11.2018
Symbolbild Quelle: Arno Burgi/dpa
Hannover

Als Hannovers Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (SPD) im Sommer eine Bürgerbefragung zum Thema „Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit“ in der Stadt vornehmen ließ, bekam er eine eindeutige Antwort: Nur 29,6 Prozent der Befragten erklärten, sie fühlten sich nachts in der Innenstadt sicher. 58 Prozent der teilnehmenden Frauen erklärten sogar, nachts bestimmte Orte in der City vollständig zu meiden. Alarmierende Werte, die einen realen Hintergrund haben, wie die jetzt veröffentlichte Kriminalstatistik von Polizei und Stadt zeigt: Mit durchschnittlich 22. 996 Anzeigen pro Jahr ist die Innenstadt das Viertel, in dem die meisten Straftaten registriert werden.

„Auf Probleme muss differenziert reagiert werden“

Beides zusammen ist ein deutlicher Auftrag an die Behörden, hier etwas zu tun: Wenn Polizei und Stadt den Kampf um die Sicherheit in der Stadt verlieren, werden sie irgendwann auch das Vertrauen der Menschen in Hannover verlieren. Doch einfache Rezepte werden dabei nicht weiterhelfen – auch diese Erkenntnis lässt sich aus der neuen Kriminalstatistik lesen, die erstmals Auskunft über die Lage in den einzelnen Stadtteilen gibt.

So zeigt sich, dass angebliche Problemviertel wie der Sahlkamp oder der Mühlenberg gar nicht so stark durch Kriminalität belastet sind wie gedacht. In mutmaßlich ruhigen Wohnvierteln wie der List ist dagegen die Rauschgiftkriminalität in den vergangenen fünf Jahren deutlich angestiegen. Auf jedes dieser Probleme muss differenziert reagiert werden.

„Statistik spiegelt nur zum Teil wahres Geschehen wider“

Dazu gehört auch, dass die nun vorliegenden Zahlen unbedingt in den richtigen Kontext eingeordnet und besprochen werden müssen. Denn auch die neue Statistik spiegelt nur zum Teil das wahre Geschehen in den Stadtteilen wider. Das liegt zum einen daran, dass nur die Verbrechen registriert werden können, von denen die Polizei auch in Kenntnis gesetzt wird. Rund 10 Prozent der Straftaten werden von anderen Behörden, wie der Bundespolizei, erfasst – sie können nicht den einzelnen Stadtteilen zugeordnet werden. Darüber hinaus erfassen die Ermittler auch Straftaten, bei denen es keinen konkreten Tatort gibt, beispielsweise Betrügereien im Internet.

Mit dem Vorlegen der Statistik haben Stadt und Polizei einen wichtigen Schritt gemacht und für mehr Transparenz gesorgt. Das kann aber nicht das Ende, sondern es muss der Anfang der eigentlichen Arbeit sein. Die für alle einsehbaren Zahlen ermöglichen es, nicht nur in den Stadtgremien, sondern auch mit den Bürgern in einen Dialog zu treten, die Probleme genau zu benennen und nach Lösungen zu suchen. Im günstigsten Fall wird das helfen, die Deliktzahlen zu senken. Wie könnte man Vertrauen besser herstellen?

Neue Kriminalstatistik: Das steht drin

Raubüberfälle: In diesen Stadtteilen gab es besonders viele Fälle

Einbrüche: In diesen Stadtteilen gab es besonders viele Fälle

Drogendelikte: In diesen Stadtteilen gab es besonders viele Fälle

Sachbeschädigungen: In diesen Stadtteilen gab es besonders viele Fälle

Autodiebstähle: In diesen Stadtteilen gab es besonders viele Fälle

Körperverletzungen: In diesen Stadtteilen gab es besonders viele Fälle

Von Tobias Morchner

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