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Wohnungsbörse für Single-Eltern

„Flatmating“ Wohnungsbörse für Single-Eltern

Beim ersten „Flatmating“ können Alleinerziehende und Eltern, die einander fremd sind, ins Gespräch kommen - und dabei nach möglichen Mitbewohnern Ausschau halten. Durch eine gemeinsame Wohnung soll den Eltern geholfen werden, sich gegenseitig zu entlasten.

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Unterstützen Alleinerziehende: Livia Taudien (links) und Viviane Bremer.

Quelle: Franson

Hannover . An die Zeit, als sie alleinerziehend war und studierte, erinnert sich Livia Taudien noch gut: „Ohne meine Wohngemeinschaft hätte ich mein Studium niemals geschafft“, sagt sie. Immer mal sei ein Mitbewohner eingesprungen – etwa wenn bei ihr ein Seminar bis in den Abend dauerte, die Tochter aber schon nachmittags von der Kita abgeholt werden musste. Mittlerweile arbeitet die 46-Jährige bei der Koordinierungsstelle Alleinerziehende der Region Hannover. Gemeinsam mit dieser Stelle möchte der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) in Hannover dabei helfen, dass möglichst viele Single-Eltern Beruf und Kinder gut unter einen Hut bringen können. Eine neue Idee dafür ist das „Flatmating“. Bei dem Treffen am 9. April können Einzelne, aber auch Paare zusammenkommen, die eine neue Wohnform suchen – vorzugsweise eine WG mit Kindern.

Das „Flatmating“ ist laut Livia Taudien und Viviane Bremer, Vorsitzende des VAMV in Hannover, das erste Treffen dieser Art überhaupt. Der Begriff und der geplante Ablauf erinnern an das Speed Dating: Das Ganze soll eine Kontaktbörse sein, auf der Menschen, die einander fremd sind, ins Gespräch kommen. Und dabei nach möglichen Mitbewohnern Ausschau halten.

Die Frauen wollen niemanden dazu überreden, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen oder eine zu gründen. Die Idee ist vielmehr, dass potenziell Interessierte und deren Kinder sich kennenlernen können. Denn die Veranstalterinnen, die beide zwei Kinder haben und jahrelang alleinerziehend waren, wissen: Selbst wenn Erwachsene sich vorstellen können, eine Wohnung zu teilen – wenn ihre Kinder sich nicht mögen, ist solch ein Projekt zum Scheitern verurteilt. Vielleicht aber, meint Viviane Bremer, lernen sich beim „Flatmating“ einfach Alleinerziehende kennen, die nicht weit entfernt voneinander leben und die sich möglicherweise gegenseitig bei der Kinderbetreuung unterstützen mögen. „Prinzipiell“, sagt Büromanagerin Viviane Bremer, „geht es ums Wohnen und nicht ums Befreundetsein.“

Die ersten Anmeldungen für das Treffen im LEB-Bildungszentrum in der Plathnerstraße liegen vor. Mit wie viel Besuchern zu rechnen ist, mögen die Veranstalterinnen nicht prognostizieren. Das Thema könnte jedoch viele interessieren: In der Gesamtregion leben rund 26 000 Alleinerziehende, 90 Prozent davon sind Frauen. Deutschlandweit wächst ein Fünftel der Kinder bei nur einem Elternteil auf.

Bereits seit mehr als 40 Jahren setzt sich der VAMV in Hannover für die Belange der Single-Eltern ein. In den Räumen an der Philipsbornstraße gibt es Infoabende zu Sorgerechts- und Unterhaltsfragen, Flohmärkte, Gesprächskreise und vieles mehr. Oft geht es um Fragen zu Finanzen, denn Single-Eltern und ihre Kinder sind besonders häufig von Armut bedroht. Zwar arbeiten mehr als zwei Drittel der Alleinerziehenden, oft jedoch nur in Teilzeit. Viele beziehen als Aufstocker deshalb staatliche Leistungen.

Wenn Alleinerziehende neue Wohnprojekte oder Wohnformen fänden, meinen Livia Taudien und Viviane Bremer, könnte das sogar das Armutsrisiko mindern: Wer seine Kinder gut betreut weiß, kann sich im Beruf stärker engagieren, eventuell den Teilzeitjob um einige Stunden erhöhen. Sie wollen grundsätzlich das „Empowerment“, wie Taudien es nennt, stärken. Sprich: dabei helfen, dass Alleinerziehende möglichst gut und autonom für ihre Familie sorgen können.

Das kostenlose „Flatmating“ findet am 9. April von 11 bis 14 Uhr im LEB-Bildungszentrum (Plathnerstraße 3a) statt. Es gilt nur für Menschen mit Kindern. Eine Anmeldung ist erwünscht unter Telefon (05 11) 39 11 29 oder unter vamv@vamv-hannover.de.

Von Martina Sulner

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