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Aus der Stadt Kita-Praktikant wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt
Hannover Aus der Stadt Kita-Praktikant wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt
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18:35 15.08.2018
Der ehemalige Praktikant hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt und damit den Opfern die Aussage erspart. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Ein ehemaliger Praktikant einer Kindertagesstätte in Wunstorf-Bokeloh ist wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Die Jugendkammer des Landgerichts Hannover kam am Dienstag in nicht-öffentlicher Sitzung zu diesem Urteil. Zuvor hatte der heute 19-jährige Angeklagte ein Geständnis abgelegt und damit den Opfern ihre Aussagen vor der Kammer erspart. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Das Verfahren fand unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der Angeklagte bei einigen Taten erst 18 Jahre alt gewesen ist.

Nach Ansicht das Gerichts hat sich der junge Mann in 16 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern, in zwei weiteren Fällen sogar des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. Er ging seiner Neigung nicht nur in der Kita nach, sondern auch in seiner Funktion als Jugendtrainer eines Fußballvereins. Dort soll es zu dem schlimmsten Übergriff gekommen sein.

Der Fall war Anfang Februar an die Öffentlichkeit gelangt. Betroffene Eltern der Einrichtung in Bokeloh hatten sich an die Polizei gewandt und Strafanzeige erstattet. Der junge Mann hatte das Praktikum im Rahmen seiner Ausbildung zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 bei der Einrichtung absolviert. Die Kita unterhält eine Krippen-, zwei Kindergärten- und eine Hortgruppe mit insgesamt rund 85 Kindern. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover hatte ein Richter den ehemaligen Praktikanten unmittelbar nach dem Beginn der Ermittlungen in Untersuchungshaft geschickt. Dort saß er bis zum Beginn des Prozesses. Kinderpornografisches Material wurde bei der Durchsuchung der Wohnung des 19-Jährigen nicht entdeckt. Im Zuge der Untersuchung des Vorfalls durch die Behörden hatten sich weitere Verdachtsfälle ergeben, die allerdings nicht zur Anklage gebracht werden konnten. Die Kinder hatten sich zwar gegenüber ihren Eltern offenbart, vor den Ermittlern hatten sie ihre Aussagen, aus verschiedenen Gründen allerdings nicht wiederholt.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die massiven Missbräuche in einer Lindener Kita vor 13 Jahren. Dort hatte ein damals 32-Jähriger in 240 Fällen Kinder missbraucht. Er legte ein Geständnis ab und wurde zu sechs Jahren Gefängnis und lebenslangem Berufsverbot verurteilt.

Von Tobias Morchner

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