Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Zahl der Abschiebungen in Hannover steigt
Hannover Aus der Stadt Zahl der Abschiebungen in Hannover steigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:57 12.01.2019
Unbemerkt von Urlaubern werden am Flughafen regelmäßig abgelehnte Migranten abgeschoben. Für die Betroffenen sind Abschiebungen eine Belastung – für die Einsatzkräfte von der Bereitschaftspolizei auch. Quelle: Dillenberg
Hannover

Die Zahl der Abschiebungen in der Landeshauptstadt Hannover ist – anders als in der Region und im Land Niedersachsen – im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2017 mussten in Hannover insgesamt 157 Menschen auf diesem Wege das Land verlassen. 2018 waren es bereits Ende November knapp 200. Einige von ihnen wurden nach Angaben der Stadtverwaltung in demselben Jahr mehrfach abgeschoben. Sie reisten nach der Abschiebung unerlaubt wieder in das Bundesgebiet ein und mussten erneut abgeschoben werden. Genauere Angaben zu diesen Fällen machte die Verwaltung nicht. Aus der Region Hannover, die über eine eigene Ausländerbehörde verfügt, wurden 2017 105 Menschen abgeschoben. 2018 waren es mit 82 deutlich weniger. In Niedersachsen sank die Zahl wie berichtet von knapp 2000 im Jahr 2016 auf 1250 (Stand 31. Oktober 2018).

Am Häufigsten von einer Abschiebung betroffen waren in Hannover mit großem Abstand albanische Staatsangehörige (42,9 Prozent). Dahinter folgten georgische (7,7 Prozent) und kosovarische Staatsangehörige. In der Region Hannover stammte rund ein Viertel aller Abgeschobenen aus Staaten des ehemaligen Jugoslawiens (Bosnien, Herzegowina, Montenegro, Serbien). Abschiebungen nach Afghanistan gab es 2018 weder in der Landeshauptstadt noch in der Region Hannover. Sie sind aufgrund der schwierigen Sicherheitslage in Afghanistan umstritten. Dennoch wurden Anfang Dezember 2018 in einem bundesweiten Sammelabschiebeflug 14 Männer abgeschoben. Es soll sich hierbei ausschließlich um verurteilte Straftäter gehandelt haben.

Die Zahl der freiwilligen Rückkehrer blieb in der Landeshauptstadt zwischen 2017 und 2018 relativ konstant. 2017 kehrten insgesamt 196 Menschen in ihre Heimat zurück, Ende November 2018 waren es ebenfalls 196. In der Region Hannover dagegen ist die Zahl der freiwilligen Rückkehrer stark gesunken: von 683 Drittstaatsangehörigen 2017 auf rund 500 im Jahr 2018. In der Vergangenheit hätten viele Asylbewerber aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien gestammt, hieß es dazu vonseiten der Region. Seit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Monenegro, Senegal und Serbien als sichere Herkunftsstaaten eingestuft wurden, verblieben sie in der Regel in den Erstaufnahmeeinerichtungen und würden den Kommunen nicht mehr zugewiesen. Deshalb sei die Zahl rückläufig (siehe hierzu auch unser Thema des Tages).

Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Die Zahl der Unter-18-Jährigen, die ohne Eltern die Flucht aus ihrem Heimatland Hannover nach Deutschland antraten, verringerte sich nach Angaben der Verwaltung zwischen 2017 und 2018 von 441 auf 354. In der Region ist ihre Zahl noch stärker rückläufig. Aktuell betreut das Jugendamt der Region Hannover 183 unbegleitete Minderjährige, Anfang 2018 waren es noch 246 gewesen.

Von Jutta Rinas

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei Sissi und Franz in der Karmarschstraße werden alpenländisches Flair und transatlantische Kost zu einem Gesamtkonzept vermischt. Unser Restaurant-Kritiker verrät, ob das funktioniert.

15.01.2019

Die Große Koalition in der Regionsversammlung denkt über eine Änderung der Geschäftsordnung nach. Das könnte dann vor allem die kleinen Fraktionen treffen

15.01.2019

Beim Neujahrsempfang der Leibniz-Universität kritisiert Präsident Volker Epping die schleppende Bearbeitung von Bauanträgen durch die Stadt und die mangelnde Finanzierung durch das Land.

14.01.2019