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Aus der Stadt K.O.-Tropfen auf Silvesterparty? Die Polizei ermittelt
Hannover Aus der Stadt K.O.-Tropfen auf Silvesterparty? Die Polizei ermittelt
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18:08 11.01.2019
Alle drei Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Kriminalpolizei Hannover geht derzeit einem schlimmen Verdacht nach: Haben Unbekannte Gästen der Silvesterfeier im Hannover Congress Centrum (HCC) sogenannte K.O.-Tropfen in die Getränke gemischt? Zwei 24-jährige Frauen und ein 20 Jahre alter Mann waren während der Party plötzlich ohnmächtig geworden. Sie mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Kripo ermittelt in allen drei Fällen wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung. Allen drei Opfern sind Blutproben entnommen worden. Die Beamten haben die Hoffnung, die Substanzen in den Proben noch nachweisen zu können. Die Ergebnisse liegen bislang noch nicht vor.

Alle Opfer haben eine Gemeinsamkeit

Nach Angaben der Polizei trugen sich die Vorfälle in der Nacht zu Neujahr zwischen 1.30 Uhr und 2.30 Uhr zu. Auffällig ist: Alle drei Opfer hielten sich im gleichen Raum des HCC, dort wo ausschließlich R’n’B-Musik gespielt wurde, auf. „Meine Schwester war nur kurz Getränke holen und anschließend ist ihr plötzlich schlecht geworden“, sagt die 28-jährige Verwandte eines Opfers. Sie begleitete ihre Schwester gemeinsam mit anderen Feiernden nach draußen. Dort brach die 24-Jährige dann vollständig zusammen. „Die Rettungsassistentin hat sofort den Verdacht geäußert, dass K.O.-Tropfen im Spiel sein müssen und hat die Polizei verständigt“, sagt die 28-Jährige.

3000 Menschen feierten im HCC Silvester

Auch das HCC hat sich inzwischen zu den Vorfällen geäußert. „Wir als Locationbetreiber stehen mit dem Veranstalter der Silvesterparty und der Polizei in Kontakt, um die diesjährigen Vorfälle aufzuarbeiten“, schreiben die Verantwortlichen des Congress Centrums im Internet. Doch auch wenn sich der Verdacht, dass K.O.-Tropfen in die Getränke der Opfer gemischt wurden, bestätigen sollte, werden die Ermittlungen für die Kripo nicht leicht. Auf der Silvesterparty im HCC waren in diesem Jahr rund 3000 Gäste.

So gefährlich sind K.O.-Tropfen

Immer wieder werden Menschen in Diskotheken, auf Partys oder Konzerten Opfer sogenannter Knock-Out-Tropfen, in der Kurzform auch als K.O.-Tropfen bekannt. Dabei handelt es sich um farb- und geruchslose Substanzen, die nur kurze Zeit nach der Einnahme im Blutkreislauf des Opfers nachgewiesen werden können. Bei den Ermittlungen ist daher Eile geboten.

In der Regel werden die Substanzen in ein Getränk geträufelt. Die Wirkung der Tropfen ist unterschiedlich. Einige Wirkstoffe lösen zunächst Schwindelgefühle und Übelkeit aus, andere haben zunächst eine enthemmende Wirkung, die eigentliche Wirkung tritt zwischen zehn und 20 Minuten später ein. In allen Fällen werden die Opfer früher oder später bewusstlos. Der oder die Täter haben immer Zeit, das Opfer an einen anderen Ort zu bringen, um es dort auszurauben oder zu vergewaltigen.

Als bester Schutz vor K.O.-Tropfen gilt eine einfache Regel: Getränke sollten auf Partys niemals unbeaufsichtigt stehen gelassen. Und: Von Unbekannten sollten Getränke nur in verschlossenen Orginalflaschen angenommen werden.

Bereits ein Jahr zuvor hatte die Silvesterfeier im HCC, die vom Radiosender N-Joy ausgerichtet wird, polizeiliche Ermittlungen nach sich gezogen. Eine 18-Jährige hatte angegeben, auf der Toilette des Congress Centrums von mehreren Männern belästigt worden zu sein. Zudem hatte der Veranstalter die Polizei eingeschaltet, weil sich eine größere Gruppe gewaltsam Zutritt zu der ausverkauften Veranstaltung verschaffen wollte. Ein Großaufgebot der Polizei rückte an, um eine handfeste Auseinandersetzung zu verhindern.

Von Tobias Morchner

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