Hannover. Tüftler probieren etwas aus, verwerfen etwas anderes, und erst nach vielen Fehlversuchen entwickelt sich das Grammophon zum iPod. Der Fortschritt ist ein verzweigtes Wegenetz mit vielen Sackgassen. Und in einer davon hat die „Einhebelschreibmaschine“ ihren historischen Platz.
Eines der seltenen erhaltenen Exemplare, eine „Kosmopolit“ von 1888, hat jetzt seinen Besitzer gewechselt – zugunsten der HAZ-Weihnachtshilfe. „Wir hüten eine Sammlung von etwa einem Dutzend historischer Schreibmaschinen, die noch aus der Anfangszeit unserer Schule stammen“, sagt Hans-Dieter Stülpe, Leiter der 1907 gegründeten Dr.-Buhmann-Schule. Zu ihrem 100-jährigen Jubiläum ließ die Berufsbildende Schule in Freier Trägerschaft, die rund 950 Schüler hat, diese Sammlung vor vier Jahren durch den Bremer Schreibmaschinenexperten Jochen Besmer in Augenschein nehmen.
Besonders das Schätzchen der Sammlung hatte es dem Liebhaber alter Schreibmaschinen angetan, der damals einen Fachaufsatz für die Schulfestschrift verfasste: „Die ,Kosmopolit’ erinnert mit ihrem Hebel an ein Morsegerät“, sagt Hans-Dieter Stülpe. „Man kann den Hebel nach links oder rechts schieben und bei einem beliebigen Buchstaben niederdrücken.“ Hätte sich ihr Konstruktionsprinzip vor mehr als 100 Jahren durchgesetzt, würden wir heute womöglich mit elektronischen Dirigentenstäbchen vor unseren Computern sitzen – denn diese Schreibmaschine funktionierte ganz ohne Tastatur.
Als Experte Besmer jetzt bei der Dr.-Buhmann-Schule anfragte, ob er das technische Schmuckstück für seine eigene Sammlung erwerben könne, entschied die Schulleitung, sich von der kuriosen Konstruktion zu trennen – und 1000 Euro aus dem Verkaufserlös an die größte Hilfsaktion der Stadt zu spenden.
Auch nach dem Fest sind Spenden für die HAZ-Weihnachtshilfe möglich – auf das Konto 572 500 bei der Sparkasse Hannover, Bankleitzahl 250 501 80.
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