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Aktion HannoverHelm
Ein Helm für alle Fälle

Fahrradfest in der Langen Laube

Von Bärbel Hilbig

Mit einem Straßenfest stellten Polizei, Stadt, Region und HAZ den HannoverHelm vor – und die Radler standen Schlange.
Auch die Kleinen tragen einen Fahrradhelm.

Noch klein, aber immer mit Helm.

© Martin Steiner

Gekommen waren sie alle – die überzeugten Helmträger und die Novizen, die bisher immer barhäuptig aufs Rad gestiegen sind: Die Polizeidirektion Hannover präsentierte gestern mit ihren Projektpartnern HAZ, Region und Stadt Hannover bei einem Straßenfest in der Langen Laube den schicken HannoverHelm, der mit günstigem Preis und gutem Design möglichst viele Radfahrer überzeugen soll. „Wir hatten vergangenes Jahr 1400 Radfahrunfälle, oft mit schweren Verletzungen“, sagte Polizeipräsident Uwe Binias. Die Helm-Idee soll nun für mehr Sicherheit sorgen.

Die erste Fahrradstraße Hannovers hätte als Ort nicht besser gewählt sein können. Während die Polizei Räder codierte, und das Fundbüro der Stadt 98 Drahtesel für schmales Geld versteigerte, sorgte die Jazzband des Bundespolizeiorchesters Hannover für beschwingt-sommerliche Töne. Auf der Bühne informierten Experten wie Unfallforscher Dietmar Otte darüber, wie ein Fahrradhelm richtig sitzt, und Regionspräsident Hauke Jagau kündigte an, sich den HannoverHelm selbst zuzulegen. „Oft denken Erwachsene, dass der Helm bei der kurzen Strecke bis zum Briefkasten nicht nötig ist. Spätestens nach einem Unfall weiß man, dass das verkehrt war“, sagte Jagau.

Und das ließen sich viele Hannoveraner nicht zweimal sagen. Schnell bildeten sich lange Schlangen, rund 400 Helme gingen in kurzer Zeit über den Tresen der HAZ-Geschäftsstelle. Als der HannoverHelm, den es in zwei Größen gibt, vergriffen war, gaben noch rund 200 Radfahrer Vorbestellungen auf. Das ist zum Einführungspreis auch heute noch möglich.

Für Irina Tschochner, Mutter von drei kleinen Kindern, ist es ganz selbstverständlich, dass sie und die Kinder beim Radfahren immer Helm tragen. „Selbst meinen Mann habe ich mittlerweile dazu gebracht. Aber mein alter Helm ist so oft heruntergefallen, dass ich einen neuen brauche.“ Und die Aufschrift „HannoverHelm“ gefiel Irina Tschochner, die mit Sohn Tristan und dessen Freundin Anna unterwegs war, obendrein. Ausgebrütet hatten die Helm-Idee die Mitarbeiter von Knut Lindenau, Dezernatsleiter Einsatz und Verkehr der Polizei: „Ich hielt das zuerst für unrealistisch.“ Nun zerbricht Lindenau sich über ein anderes Problem den Kopf. „Wenn bald halb Hannover damit fährt, müssen wir uns was ausdenken, wenn alle ihren Helm nebeneinander an die Garderobe hängen.“ Auch Lindenau sicherte sich Helme für sich und seinen Sohn Felix.

Herbert Gabbert, der aus Ledeburg angeradelt kam, legte sich gestern den zweiten Fahrradhelm in seinem Leben zu. „Der erste ist nicht mehr in Mode. Damit kann man Kinder erschrecken, er sieht aus wie ein Kochtopf.“ Dieses Exemplar hatte den 71-Jährigen vergangenes Jahr bei einem Unfall aber vor schlimmen Folgen bewahrt. FIFA-Schiedsrichterin und Polizistin Bibiana Steinhaus räumte ein, dass sie früher aus Sorge um die Frisur zu den Helmmuffeln gehört habe. Der HannoverHelm, entwickelt von der Sicherheitstechnikfirma Uvex, hat sie jetzt überzeugt. „Schließlich will ich noch viele Fußballspiele leiten.“

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