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Keine Angst vor brennenden Wracks
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Kandidat für „Held des Nordens 2012" Keine Angst vor brennenden Wracks

Matthias Teßmer (38) und seine Freunde brachten sich selbst in Gefahr, um drei Unfallopfern das Leben zu retten. Nun ist er einer der Kandidaten zur Wahl des „Held des Nordens 2012".

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Rette drei Menschen das Leben: Matthias Teßmer. Er könnte nun der Held des Nordens werden.

Quelle: Kopp

Golm/Neubrandenburg. Durch seinen vorbildlichen und selbstlosen Einsatz wurde Matthias Teßmer (38) zum Helden. Gemeinsam mit seinen Freunden rettete er drei Insassen aus zwei brennenden Fahrzeugen. Auf einer Landstraße bei Golm (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) prallten die zwei Autos frontal zusammen. Die beiden Fahrer und eine Beifahrerin wurden in den brennenden Wracks eingeklemmt.

Matthias Teßmer, Jan Köhler (44), Stefan Gottschalk (24) und Peter Muchow (47) fuhren am Sonntag, den 11. November, vom Fußballtraining in Holzendorf zurück in ihren Heimatort Schönbeck. „Wir sind nur wenige Sekunden nach dem Unfall angekommen. Die Autos standen quer auf der Straße“, erzählt Teßmer. „Wir sahen gleich, dass die Menschen in den Wagen schwer verletzt waren.“Die Autos hatten beim Eintreffen von Teßmer und seinen Kollegen schon Feuer gefangen. Der Gas- und Wasserinstallateur handelte sofort: „Ich hatte große Angst, dass die Autos explodieren.“ Ein weiterer Zeuge am Unfallort alarmierte die Polizei, während die vier Fußballkollegen die Insassen aus den Autos zogen.

Rund zehn Minuten später trafen die Retteungskräfte samt Hubschrauber am Unfallort ein. Bis dahin hatten die vier Männer schon ganze Arbeit geleistet. „Als der Notarzt eintraf, hatten wir die Verletzten bereits in stabile Seitenlage gebracht und notdürftig versorgt“, sagt Teßmer. „Die Bergung war wirklich schwierig. Die Unfallopfer waren übel zugerichtet und ich hatte Angst, noch mehr Schaden anzurichten.“ Teßmer kümmerte sich um das Auto mit den zwei Insassen. „In dem Auto war sehr viel Blut und dem Pärchen hat es durch den Unfall die Zähne ausgeschlagen“, erinnert sich der Retter. „Das war wirklich ein schlimmer Anblick.“Der beherzte Einsatz von Teßmer und seinen Kollegen hat sich gelohnt: Die drei Autoinsassen überlebeten. Die Unfallverursacherin konnte bereits Ende November aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die beiden anderen Verletzten liegen noch in den Krankenhäusern Neubrandenburg und Greifswald. Sie haben jedoch keine bleibenden Schäden. „Mit dem Mann in Neubrandenburg hatte ich per Telefon Kontakt“, erzählt Teßmer. „Das war ein sehr emotionales Gespräch. Mit Jan Köhler will ich ihn bald besuchen.“

Sieht sich Matthias Teßmer als Held? „Nein, für uns war das selbstverständlich“, sagt der 38-Jährige. „Wären wir nicht zufällig am Unfallort angekommen, dann hätte jemand anders geholfen.“ Die Männer sind froh, dass sich ihr Einsatz ausgezahlt hat. „Dadurch konnte ich das Erlebte gut verarbeiten“, erzählt Teßmer. „Wir vier sind sehr glücklich, dass der Unfall mehr oder weniger glimpflich ausging.“ 

Von Vanessa Kopp

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