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Die SPD bläst zum Wahlkampf

Kommunalwahl Die SPD bläst zum Wahlkampf

Gegen die Angst, die Kommunalwahl am 11. September könnte an den Wählern weitgehend vorbeigehen, setzt die SPD auf die sogenannte kommunale Daseinsvorsorge. Zum Auftakt ihres Kommunalwahlkampfes präsentierten die Sozialdemokraten derweil Münchens Oberbürgermeister Ude als Stargast.

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Stephan Weil, Christian Ude und Hauke Jagau beim Wahlkampfauftakt der SPD.

Quelle: Rainer Droese

Hannover. Es mag lieb gemeint sein, den Münchener Oberbürgermeister mit bayerischer Blasmusik zu empfangen. Am Ende aber begegnet Christian Ude den Darbietungen der „Bayernstürmer“, die eigentlich aus dem Harz kommen, mit jener Lakonik, die ihn im gemütlichen Bayern trotz seiner Zugehörigkeit zur dortigen Minderheit der Sozialdemokraten so beliebt gemacht hat: „Da bin ich nun also vom tiefsten Süden der Republik in den hohen Norden geflogen, um mir die Musik anzuhören, der ich gerade mithilfe der Lufthansa entflohen war“, sagt er, und schon liegt die Nordkurve, ansonsten Fankneipe von Hannover 96, dem bekennenden Anhänger von 1860 München zu Füßen.

Ude muss nicht lange reden, bis einem der Verdacht kommt, dass die hannoversche SPD zu ihrem Auftakt des Kommunalwahlkampfes keinen besseren Stargast hätte präsentieren können. Während die sozialdemokratischen Bundespolitiker trotz desaströser Umfragewerte für Schwarz-Gelb einige Mühe mit der Selbstdarstellung haben, hat die SPD in Ude gerade einen Hoffnungsträger für die nächsten Landtagswahlen in Bayern erkannt. Demnächst wird der 63-Jährige die Altersgrenze für Bürgermeister erreicht haben, was dazu führt, dass er, will er nicht aufs Altenteil, nur noch Ministerpräsident werden kann. Ude selbst findet das nach eigenem Bekunden „vergnüglich“: „Jetzt, wo ich an der Schwelle der Zwangspensionierung bayerischer Bürgermeister stehe, werde ich in der SPD wieder als Zukunftshoffnung gehandelt.“

Wie die anderen Parteien auch treibt die hannoversche SPD derweil die Angst um, die Kommunalwahl am 11. September könnte an den Wählern weitgehend vorbeigehen. Oberbürgermeister und Regionspräsident stehen nicht zur Wahl, was Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil nicht zum ersten Mal heftig kritisiert: „Wenn am Wahlabend Schwarz-Gelb Krokodilstränen wegen der geringen Wahlbeteiligung vergießt, können wir sie daran erinnern, dass sie selber dazu beigetragen haben“, sagt er und verweist damit auf die Landesgesetzgebung, die zu dem Dilemma führt. Auch der Bayer Ude wundert sich über die „unbegreifliche Rechtslage“ in Niedersachsen.

Um die Wähler zu mobilisieren, setzt die SPD klar auf die Karte der sogenannten kommunalen Daseinsvorsorge. Regionspräsident Hauke Jagau verweist auf Energieversorgung, Nahverkehr und das Klinikum, die in der Region in kommunaler Hand sind: „Wenn andere hier das Sagen hätten, hätten sie diese Werte längst verscherbelt.“ Es hilft auch, dass Ude von Versuchen seiner Amtskollegen in Stuttgart und Hamburg berichten kann, wo dereinst die Energieversorgung privatisiert worden sei und nun versucht werde, sie zurückzubekommen.

Und auch für die Blasmusiker hat Ude noch nette Worte: „Es sind Leute, die Bayern stürmen wollen, und da gehöre ich auch irgendwie dazu.“

Felix Harbart

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