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Ortsräte: Großer Coup mit Burgerbrater

Dörfer Ortsräte: Großer Coup mit Burgerbrater

Formal haben die Ortsräte kaum Einfluss. Es gibt aber Beispiele, in denen die Politiker von der Basis aus einiges bewegen konnten.

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Burger und Pommes frites bei McDonald’s würde es in Holtensen bei Weetzen ohne den dortigen Ortsrat nicht geben. Es war vor allem Ortsbürgermeister Friedrich Kreimeyer, der 1997 die zähen Verhandlungen mit dem Fastfoodunternehmen begonnen hatte. 1999 wurde die Filiale an der Bundesstraße 217 eröffnet.

Nicht überall in der Region Hannover haben Ortsräte einen solchen Einfluss. Manche Kommunen wie Barsinghausen kommen sogar ohne aus und haben noch nicht einmal Ortsvorsteher, die als Ansprechpartner dienen. Die meisten Ortschaften von Barsinghausen sind mit eigenen Bürgern im Rat der Stadt vertreten – wenn nicht, sehen sich diese auch als Ansprechpartner für benachbarte Stadtteile.

Die Arbeit von Ortsräten kann mehr oder weniger erfolgreich sein: In Isernhagen K.B. hatte der Ortsrat im vergangenen Jahr neues Bauland gefordert, doch die Verwaltung kippte das Vorhaben. Oft sind die Ortsräte tief in der Gemeinschaft verwurzelt – ein gutes Beispiel liefert die Wennigser Ortschaft Degersen: Fritz Sennholz ist mit mehr als 40-jähriger Amtszeit der dienstälteste Ortsbürgermeister in der Region. Sennholz zufolge wurde im Ortsrat immer für die Degerser Identität gekämpft.

Die Möglichkeit, politisch Einfluss zu nehmen, ist in den Ortsräten zwar gering, aber dies gleichen sie nicht selten mit ihrem Engagement aus. So sammelte der Springer Ortsrat Geld, um noch in diesem Jahr mit einem weiteren Brunnen die Innenstadt zu verschönern. Mit einem bereits 1994 fertiggestellten Brunnen ist ihm das schon einmal gelungen.

Auch wenn die Bedeutung der Ortsräte umstritten ist: Grundsätzlich können sie zu allen Themen zumindest Empfehlungen abgeben. Ansonsten ist es wie mit den McDonald’s-Anhängern und -Verächtern in Holtensen: Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Von Andreas Zimmer (Deister-Anzeiger)

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