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Barsinghausen Von Denkmal zu Denkmal

Die Wandergruppe des Kneippvereins Barsinghausen war im südlichen Deister unterwegs.

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Barsinghausen. Die Wanderung begann am Süntelbuchenarboretum oberhalb von Luttringhausen, wo in einem abgegrenzten Areal wieder eine große Anzahl von Süntelbuchen heimisch gemacht werden soll. Ein heimischer Jäger begleitete die Kneippianer.

Auf dem Taubenberg wurde zunächst der schwer zu findende Wettbergstein angesteuert. Es handelt sich um einen großen, kunstvoll behauenen Kreuzstein mit dem Wettbergschen Wappen, das daran erinnert, dass hier im Jahre 1583 der Junker Christofer von Wettberg durch einen umstürzenden Baum zu Tode kam. Dieser monumentale Gedenkstein ist mit Abstand der älteste im Deister.Nur wenig später erreichten die Wanderer den Herbert-Martens-Stein, der daran erinnert, dass die Familie Martens bereits in der vierten Generation den Vorsitz in der Forstgenossenschaft Nettelrede innehat.

Auf sanft abfallendem Weg ging es dann in den Schmeergrund, wo weiß und lila blühender Lerchensporn das Frühjahr ankündigte. Das schon bald in Sicht kommende Köllnischfeld erinnert daran, dass sich hier im Jahre 1434 die Kriegsknechte von Friedrich dem Frommen zu Braunschweig-Lüneburg mit den Hilfstruppen des Bischofs von Cölln sammelten (daher der Name Köllnischfeld), um gegen den kriegswütigen Bischof von Hildesheim zu Felde zu ziehen. Ganz in der Nähe befindet sich auch der Gedenkstein aus dem Jahr 1933 mit der Von-dem-Bussche-Eiche, der an den im Jahr 1919 zum Oberforstmeister in der preußischen Forstverwaltung ernannten Freiherr von dem Bussche erinnert. Vorbei am mit Eiben umstandenen Kriegerdenkmal mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Forstbeamten des Bezirks Hannover erreichte die Wanderschar schon bald die lange Forstchaussee, die in Richtung Deisterpforte führt.

Rechter Hand abzweigend durchschritten die Kneippianer dann den Einsamen Schiergrund, an dessen Übergang zum Langen Grund sich eine romantische Forsthütte mit Grassoden, bedecktem Dach und eigenem Wasserrad befindet. Zahlreiche Rothirschtrophäen zeigen an, dass es sich in diesem einsamen Areal um ein gutes Rotwildrevier handelt. An dem anschließend ansteigenden Hangweg zum Duvenberg reckten zahllose Anemonenblüten ihre Köpfe der Sonne entgegen, bevor die Wanderer dann am Waldrand mit einem phantastischen Ausblick auf den Süntel, die Bückeberge und den kleinen Deister belohnt wurden.

Bald war dann auch die Waldgaststätte Ziegenbuche erreicht, wo das vorbestellte Mittagessen eingenommen wurde. Eine neu gepflanzte Süntelbuche ersetzt hier das vor Jahren zusammengebrochene alte Exemplar. Ein Ziegengatter erinnert daran, dass einst in früherer Zeit Ziegen an diesem Ort gehütet wurden. Auf dem Panoramaweg mit Blick in das Deister-Süntel-Tal mit seinen zahlreichen kleinen Ortschaften wurden die Wanderer nochmals mit einem märchenhaften Blick auf die schöne Umgebung belohnt. Wenig später war man dann auch schon an dem am Wegesrand errichteten Temps-Stein. Er erinnert an die Gebrüder Temps aus Nettelrede, die vor dem Ersten Weltkrieg nach Amerika ausgewandert und dort zu Reichtum gekommen waren. Aus Dankbarkeit und Verbundenheit zur Heimat bedachte einer der Brüder die örtlichen Vereine mit Geldspenden und stiftete für die Kirche in Nettelrede die große Glocke, da deren Vorgängerin in den Kriegsjahren für die Waffenproduktion eingeschmolzen wurde.

Am bald schon erreichten Ausgangspunkt waren sich alle Teilnehmer einig, einen schönen Wandertag erlebt zu haben.

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