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Schlamm, Geröll, Panorama

Garbsen Schlamm, Geröll, Panorama

„Das war mein Lauf der Läufe“, strahlt Anja Seidel. Die Ausdauersportlerin vom Garbsener SC hat bei Deutschlands größtem Trailrun-Event Ausdauer bewiesen.

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Lauf der Läufe:
Anja Seidel beim Aufstieg zur Elmauer Alm.

Garbsen. Beim sechsten Zugspitz-Ultratrail mit 2500 Teilnehmern bewältigte sie gemeinsam mit knapp 700 Trailrunnern die Basetrail-XL-Strecke. Nach 39,3 Kilometern mit 1900 Höhenmetern und 8:05 Stunden erreichte sie auf Platz 149 und Platz 50 der Frauen W45 das Ziel.

Sieben Wochen zuvor war Seidel die Harzquerung gelaufen, danach viel Rennrad gefahren und hatte zwei Wochen zuvor in der Triathlonstaffel eine gute Radzeit über 90 Kilometer geliefert. „An der Zugspitze wollte ich gesund innerhalb des offiziellen Zielschlusses von neun Stunden ankommen, und ich wollte die Zeit in den Bergen genießen“, berichtet Seidel.

Heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel in Grainau und die Wetterprognose für den Wettkampfnachmittag ließen nichts Gutes ahnen, doch am Wettkampfmorgen schien erst mal die Sonne, und es war trocken. Busse brachten die Teilnehmer zum Start nach Mittenwald. Dort wurden die Laufrucksäcke auf die Pflichtausrüstung hin kontrolliert: Trailschuhe, Handy, Erste-Hilfe-Pack, Rettungsdecke, langes Shirt, Regenkleidung, ein Liter Wasser und ein Trinkbecher.

Mit dem AC/DC-Song „Highway to Hell“ wurden die Läufer auf die Strecke geschickt. Nach dem ersten Verpflegungspunkt am Ferchensee gab es im Wald die ersten Matschpassagen, und es gab den ersten Regenschauer, weitere folgten.

Der Weg hoch zur Elmauer Alm war ein Traum. Erst matschig und steil im Wald, dann saftiggrüne Almwiesen. Ab hier kamen die Stöcke zum Einsatz. Nach etwa drei Stunden, am zweiten Verpflegungspunkt auf der Partnach-Alm war die Hälfte der Strecke, aber erst ein Drittel der Höhenmeter geschafft. Seidel nahm sich zehn Minuten Zeit für eine gute Verpflegung mit Brühe, Nüssen, Bananen und Melone. Sie tunkte Orangenschnitze in Salz und trank viel.

Kuhglocken und jubelnde Zuschauer begleiteten die Läufer auf dem Trail hoch zur Langenfelder Talstation. Dieses Jahr war der Weg oft matschig. Nach scheinbar endlosen schlammigen Serpentinen war der dritte Verpflegungspunkt, der später auch der vierte sein würde, erreicht. Fünf Stunden war Seidel schon unterwegs. Wieder eine längere Verpflegungszeit, und schon kam der schönste Streckenabschnitt: die Schleife nach oben und unten über den Osterfelder Kopf hoch zur Langenfelder Bergstation und hintenrum wieder hinab. „Auch dafür war ich dieses Jahr noch einmal dabei“, erläutert Seidel. „Und ich wurde mit fantastischen Naturerlebnissen belohnt.“

Es ging über die Baumgrenze hinaus bei beeindruckender Fernsicht bis zum höchsten Punkt der Strecke, dem Osterfelder Kopf in 2020 Meter Höhe - Fotostopp inklusive. Auch der Rückweg forderte den Läufern alles ab. Matsch, Pfützen, Schneereste, Geröll, tiefe Stufen gehörten dazu. Die Stöcke taten gute Dienste und entlasteten Knie und Oberschenkel. Nach der Umrundung der Alpspitze und der letzten Verpflegung ging es über den berüchtigten Jägersteig. Der war noch matschiger als im Vorjahr, oft lösten sich die Stöcke mit einem lauten Schmatzen aus dem Schlamm. Die letzten zwei Kilometer auf Asphalt und flach durch den Ort bis zum Ziel waren wie eine Erholung.

Schon im letzten Jahr war Seidel den Basetrail XL gelaufen. Die Strecke war wegen Schneefalls in den oberen Regionen um gut fünf Kilometer gekürzt worden. Dieses Jahr war die Strecke um knapp fünf Kilometer länger, sodass Seidel zehn Kilometer und auch 700 Höhenmeter mehr absolvierte. „Genau dafür, für den schönsten, weil höchsten Abschnitt der Strecke, war ich ein zweites Mal dabei“, strahlt Seidel.

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