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Eine Stippvisite im Schloss Ribbeck

Sievershausen Eine Stippvisite im Schloss Ribbeck

Für dieses Jahr hatte die Heimatbundgruppe Sievershausen als Mehrtagesreise eine Fahrt nach Mecklenburg geplant. Fünf Tage waren vorgesehen, die es kulturell in sich hatten.

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Sievershausen. Sonnenschein und warme Temperaturen ab Dömitz sorgten für gute Stimmung. Tagesziel war die Besichtigung des Schlosses Ludwigslust, mit Abstecher nach Vielank bei Dömitz. Eine nach der Wende über mehrere Eigentümer auf Nostalgie umgestaltete Brauerei bot einen Einblick in das aktuelle Brauwesen und eine deftige Brotzeit.

In Ludwigslust bestaunte die Heimatbundgruppe das nach mehreren Jahren teilrestaurierte prächtige Barockschloss in seinem neuen Gewand. Es ist umgeben von einem englischen Park mit Alleen, Gebäuden, Kanälen und Wasserspielen. Schloss Ludwigslust gehört zu den größten Schlössern Norddeutschlands und war Zentrum der Hofhaltung zweier Herzöge. Großen Eindruck hinterließ bei den Besuchern der Goldene Saal mit seinen monumentalen korinthischen Säulen, reich geschmückten Spiegeln und kostbaren Kristalllüstern.

Ab dem zweiten Reisetag begleitete Gästeführerin Barbara Pietzsch­mann die Reisegruppe, um den Gästen die Landschaft unter anderem um die Müritz bekannt zu machen, zum Beispiel das Fischerstädtchen Röbel, die Altstadt von Waren und den Handwerker- und Bauernmarkt in Bollewick. Etwa 3000 Seen gibt es noch heute, die bis in das 19. Jahrhundert überwiegend zum Transport für Holz, Ziegel und Sand genutzt wurden. Heute ist es eine Wassersportregion. Kanäle sorgen für eine lückenlose Verbindung der Seen untereinander.

Den wenigsten Besuchern war bekannt, dass in Waren, einem ehemaligen Fischerdorf mit Handwerkerschaft, ein einzigartiges Werk zur Schiffsschraubenproduktion besteht. Für diese in anormaler Größe mit einer Produktionsdauer von über zwei Jahren hergestellten Bauteile musste schon mal eine ganze Baumallee weichen, um sie zum Bestimmungshafen zu transportieren.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch in Warnemünde und in der Hansestadt Rostock. In der relativ kurzen Zeit des Besuchs führte Pietzschmann die Heimatbundgruppe zu einem der interessantesten Punkte, der St.-Marien-Kirche.Es ist eine große und schöne Kirche von 1123 mit reicher Ausstattung wie der astronomischen Uhr mit Apostelumgang von 1472 und einem bronzenen Taufbecken von 1290. Wallenstein sei es gewesen, der die Stadtväter ermutigte, um die Stadt eine Festung mit drei Türmen zu bauen. Er sowie Blücher, der sich erfolgreich den Truppen Napoleons bei Waterloo widersetzt hatte, sowie Bundespräsident Joachim Gauck mit seinen mutigen Reden in der Vorwendezeit werden als die drei Helden der Stadt angesehen. Aufgrund seiner Rüstungsindustrie wurde Rostock im Zweiten Weltkrieg zu 75 Prozent zerstört.

Besuche in den Orten Neubrandenburg, Alt-Rehse, Neustrelitz sowie weitere touristisch erschlossene Gebiete rundeten den Besuch ab. Dazu gehörte auch eine Stippvisite im Schloss Ribbeck. Der Nachfahre aus der Generation von 1237, Hans-Georg von Ribbeck, ließ es sich nicht nehmen, den interessierten Besuchern selbst etwas über sein Schloss zu erzählen. „Dass diese Reise so interessant sein würde, hätte ich nicht gedacht“, war eine von vielen Teilnehmern gemachte Äußerung.

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