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80 Frauen und ein Mann

Ahlten 80 Frauen und ein Mann

Wie lebendig und fröhlich Ahlten ist, wird immer wieder deutlich, wenn der heiß ersehnte, jährliche Abend „Spargel und Aktuelles“ im Dorf stattfindet.

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Ahlten. Nur Frauen aus Ahlten und ein einziger Mann dürfen daran teilnehmen. Die Karten der bereits neunten Veranstaltung des Vereins Lebendiges Ahlten waren auch in diesem Jahr wieder innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Die Tische, die die Flurnamen der Ahltener Gemarkungen „Blauer See“, „Torfkamp“, „Seckbruch“, „Kuckuckswinkel“ oder „Große Wiese“ trugen, waren vollbesetzt, und das lebhafte Treiben ließ sich bereits an der Toreinfahrt des Landhotels Behre erahnen. Etwa 80 Frauen waren vor Ort. Das Motto des Abends befand sich bereits auf jedem Platz auf den Tischen: „STOPP!!! Nicht mit mir“ wurde ein Schild nebst einem Nudelholzschlüsselanhänger bedruckt. Hatte dies etwa zu bedeuten, dass die Ahltener Frauen nicht mehr das Nudelholz in der Küche schwingen dürfen?

Nach der herzlichen Begrüßung durch Ursel Prüße, Vorsitzende des Vereins Lebendiges Ahlten, mit Barbara Hörstmann und Heike Koehler und einem Gratistrunk des Landhotels Behre gab es Spargel. So viel Spargel, Sauce hollandaise, Schnitzel, Kartoffeln und Lebhaftigkeit gibt es nur einmal im Jahr in Ahlten zu diesem Anlass. Während des Essens wurden alte Bekanntschaften vertieft, neue Kontakte geknüpft, geplaudert, was das Zeug hält, und auch das ein oder andere Mal angestoßen.

Doch als der einzige Mann, Ortsbürgermeister Jürgen Kelich, nach dem Essen zu Wort kam, wurde es ganz still im Raum. Er berichtete über das „Aktuelle“ der letzten fünf Monate aus Ahlten. Es war beeindruckend, was alles schon in dieser Zeit im Ort passiert ist. Dabei wurden die Themen wie Flüchtlingsaufnahme, Ende der Amtszeit von Kelich, Bücherbox, Maifest, Schimmel in der Schule und Mega-Hub nicht ausgelassen.

Das Motto, das sich dann nach dem Nachtisch präsentierte, war im Gegensatz zu den vorherigen Veranstaltungen ein eher ernst zu nehmendes Thema. Das bereits oben erwähnte Schild „STOPP!!! Nicht mit mir“ und Nudelholz bedeuteten, dass es in diesem Jahr um das Thema Gewalt, Nein-Sagen und Deeskalation ging. Kerstin Rehage, eine Gewalt- und Konfliktberaterin sowie Deeskalationstrainerin, ließ alle Frauen verschiedene Szenarien durchspielen und vermittelte anschaulich und mithilfe von bestimmten Techniken, dass ein No-Go auch als ein No-Go präsentiert und vertreten werden müsse. Dabei sei es wichtig, in unangenehmen Situationen deutlich: „Nein, ich will das nicht“ oder mit Nachdruck „Stopp“ zu sagen, wegzugehen und Hilfe zu holen. „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ war das Fazit und Zufriedenheit und Sicherheit das Ziel dieses Trainings.

Der offizielle Teil des Abends endete mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“, das alle Frauen zusammen sangen. Die Veranstaltung war auch in diesem Jahr rundum gelungen.

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Von Redakteur Tatjana Riegler