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Annäherung in friedlicher Absicht

Ahlten Annäherung in friedlicher Absicht

Der Heimatverein Lebendiges Ahlten und das Landvolk hatten zu einer weiteren Befahrung der Ahltener Gemarkungsgrenzen eingeladen.

Ahlten. Nachdem vor zwei Jahren Ahltens westliche und nördliche Gemarkungsgrenze im wahrsten Sinne des Wortes erfahren worden sind, sollte nun die östliche und südliche Grenze mit dem Fahrrad erkundet werden. Dabei konnten die 40 Teilnehmer von Hobbyhistoriker Hans-Henning Brandes viel Wissenswertes über den Grenzverlauf und die – nicht immer friedlichen – Beziehungen zu den Nachbardörfern erfahren. Vielen wird der „Spitzbubenweg“ in Erinnerung bleiben, von dem aus im dichten Wald auch mal gewildert wurde, wie Landwirt Hans-Heinrich Prüße zu erzählen wusste. Er steuerte Interessantes über die land- und forstwirtschaftlichen Gegebenheiten der Gemarkung bei und blieb auf die zahlreichen Nachfragen keine Antwort schuldig. An vielen Stellen der 22 Kilometer langen Tour wurde Halt gemacht. Vor dem Start an Prüßes Pferdestall erläuterte Brandes an einer Karte den Verlauf der Grenze. Die Anwesenheit von Ortsbürgermeister Jürgen Kelich veranlasste Ursel Prüße vom Lebendigen Ahlten zu der launigen Bemerkung, dass dem Bürgermeister nun einmal seine Grenzen aufgezeigt werden. Der nahm dies nicht nur schmunzelnd zur Kenntnis, sondern bewies durch fachkundige Anmerkungen, dass er die Grenzen seines Herrschaftsbereichs gut kennt. Ein Höhepunkt war der Empfang durch den Aligser Ortsbürgermeister Frank Seger, der der stattlichen Reisegruppe schon von Weitem mit seinem Strohhut entgegenwinkte. Die Begegnung fand vor dem Denkmalstein in der Ortsmitte statt, um den es in der Vergangenheit eine fast „kriegerische“ Auseinandersetzung zwischen den Bürgern beider Ortschaften gab. Die sich darum rankende Geschichte nimmt sowohl in der vom Verein Lebendiges Ahlten herausgegebenen Ahltener Chronik als auch in der von der Stadt Lehrte herausgegebenen Geschichte Aligses einen breiten Raum ein. Obwohl sich die Ahltener damals geschlagen geben und den ihnen einst versprochenen Stein letztlich den Aligsern überlassen mussten, schmückt ein Bild dazu sogar den Einband der Ahltener Chronik. Natürlich konnte sich Seger eine Anspielung auf den historischen Aligser Sieg nicht verkneifen, zeigte sich aber – ebenso wie die Ahltener – nicht nachtragend ob dieses lange begrabenen Konflikts.

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