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Starke Gemeinschaft mit Schwäche für das Land

Springe Starke Gemeinschaft mit Schwäche für das Land

Die Landfrauen Springe haben den Deutschen Landfrauentag in Erfurt für eine dreitägige Tour genutzt. „Landfrauen tragen Verantwortung“ hatte der dlv als Hauptthema für das Jahr 2016 auserkoren.

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Die Springer Landfrauen haben sich in Erfurt umgesehen.

Springe. Mit Spannung erwarteten die 5000 anwesenden Landfrauen im Congress Center Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit ihrer Rede den 500 000 Landfrauen in Deutschland Respekt und Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement zollte. „Landfrauen fördern den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, sie fördern Integration, vermitteln Erfahrung und Wissen und sind für das gesellschaftliche Leben auf dem Lande unverzichtbar. Sie tun unserem Land gut“, führte die Kanzlerin anerkennend aus. Schon immer sei sie beeindruckt davon, „dass sich Landfrauen als Vertreterinnen aller Berufe und aller Altersklassen engagieren“. Landfrauen bildeten das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens und sichern die Attraktivität vor Ort.

Mitreißend und motivierend wirkte auf die Landfrauen Verena Bentele, zwölffache Paralympics-Goldmedaillengewinnerin und Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. In ihrem kurzweiligen, humorvollen Vortrag zum Thema „Verantwortung für die eigene Goldmedaille“ stellte sie Bezüge zwischen ihren Erfahrungen als Spitzensportlerin und dem, was Landfrauen leisten, her.

Nach dieser Mammutveranstaltung genossen die Springer Landfrauen im höchsten Haus der Stadt mit 17 Stockwerken, dem „Radisson Blu“, zentrumsnah den Blick über die Altstadt. Erfurt ist die Landeshauptstadt von Thüringenmit 206 000 Einwohnern und hat eine reiche Tradition als Luther-, Dom- und Blumenstadt. Eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn führte die Besucherinnen durch die wunderschöne Stadt, die im Krieg nur zu 4 Prozent zerstört wurde und fast vollständig restauriert ist. Die Führung endete an der Krämerbrücke. Seit 1325 tragen steinerne Brückenbögen die einst 62 engen Häuschen der Brücke. Kleine Läden und Cafés bilden ein gemütliches Ensemble. Das 125 Meter lange Bauwerk ist die längste vollständig mit Häusern bebaute Brücke in Europa.

Die Landfrauen gelangten über eine 70-stufige Freitreppe auf den Domberg mit seinen beiden ehemaligen Stiftskirchen. Im mittleren Turm des Dom St. Marien erklingt bei besonderen Anlässen die 1497 gegossene und weltweit größte mittelalterliche freischwingende Glocke, die „Gloriosa“. Neben der Wartburg die meistbesuchte touristische Attraktion in Thüringen ist der der Egapark als einer der größten Gartenparks Deutschlands. Eine Fahrt im Egapark-Express verschaffte den Landfrauen in dem denkmalgeschützten Park einen Überblick. Dann konnten sie sich als Garten- und Blumenliebhaber an dem Rosengarten, dem Japanischen Garten dem Staudengarten und den Tropenhäusern erfreuen.

Der letzte Tag gehörte Weimar mit einem kurzen Schnupperkurs. Beim Gang durch die Stadt spürt man noch überall Goethes Präsenz, der hier von 1775 bis 1832 lebte. Neben der Literatur wirkte er in der Architektur und Gestaltung des Parks an der Ilm, in dem Goethes Gartenhaus zu sehen ist. Als Leiter des Weimarer Hoftheaters und der herzoglichen Bibliothek leitete er ein goldenes Zeitalter ein. 1776 kam Herder und 1799 Friedrich Schiller. Das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Weimarer Nationaltheater blickt auf das Bauhaus-Museum. Die Landfrauen entdeckten zufällig die St. Jakobskirche in Weimar, die als Pilgerkirche auf dem Weg nach Santiago de Compostela erbaut wurde. Die Emporen und Umgänge wurden  im klassizistischen Stil erbaut - alles hell und einladend. Am 19. Oktober 1806 wurden Goethe und Christiane Vulpius hier getraut. Zehn Jahre später stirbt sie mit 51 Jahren. Auf ihren Grabstein auf dem Jakobskirch hof ließ Goethe schreiben: „Du versuchst o Sonne vergebens, durch die düstren Wolken zu scheinen, der ganze Gewinn meines Lebens ist ihren Verlust zu beweinen.“

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