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Tempel der Vorzeit

Springe Tempel der Vorzeit

Die Wandergruppe des Springer Landfrauenvereins ist zu einer Tagestour nach Bad Harburg aufgebrochen. Bahn und Bus brachten die Frauen in die faszinierende Klippenlandschaft an den östlichen Hängen des romantischen Okertales zu den Stiefmutter-Klippen.

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Die Springer Landfrauen und der Alte Mann: An den Hängen des Okertales gibt es viele interessante Felsformatioen.

Springe. Auf weichem Waldboden führte ein Pattweg zu den Okerklippen - den Felsentempeln der Vorzeit.

Fels und Wald und immer wieder Fels - wie hingestreut. Die Kästeklippen sind eine Felsengruppe des Huthbergs im Nationalpark Harz. Die Granitfelsen zeigen die für den Harz typische Wollsackverwitterung. Vor 200 Millionen Jahren faltete sich der Urharz auf. Das harte Granitgestein entstand durch Magma, das nicht bis zur Oberfläche aufstieg, sondern in 2000 Meter Tiefe auskühlte. Die Harzscholle stieg weiter auf, gleichzeitig wurde die Oberfläche durch Erosion abgetragen. Der Granit trat zutage und wurde durch chemische und physikalische Prozesse zu Gesteinsbrocken mit abgerundeten Kanten geschliffen. Sie erinnern an Kissen oder Wollsäcke, daher der Name. Im Okertal weisen alle Felsen diese rundgeschliffenen Formen auf. Besonders beeindruckte die Landfrauen das riesige Steingesicht der „Alte Mann“. Hinter Fichtenstämmen verbarg sich der nächste Granithaufen - die „Hexenküche“. Das klingt fantasievoll und sieht nach Hexenwerk aus. Möglicherweise war die Klippengegend früher Schauplatz kultischer Handlungen.

Auf der Gipfelregion des Huthbergs steht nahe den Klippen die Berggaststätte Kästehaus. Nach einer deftigen Brotzeit mit „Brockenblick“ marschierten die Landfrauen zum Startpunkt zurück- nicht, ohne die vielfältige Vegetation auf den verstreut liegenden Gesteinsbrocken zu bewundern.

Die Burgberg-Seilbahn feierte im Juli 2014 ihren 85. Geburtstag - Mehr als 25 Millionen Passagiere sind bereits mit ihr auf den Großen Burgberg (483 Meter) geschwebt. Die Gondel beförderte die Landfrauen in drei Minuten auf den Gipfel. Dort bot sich ihnen ein beeindruckender Blick auf Bad Harzburg, die umgebenden Berge und das weite Harzvorland. Die Ruinen der Harzburg zeugen von kriegerischen Zeiten. Seit 1877 steht zu Ehren von Reichskanzler Bismarck die Canossa-Säule auf dem Burgberg. Durch das Innerstetal reisten die Landfrauen über Hildesheim und Hannover zurück an den Deister.

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