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Mehr als nur eine Bierstadt

Brelingen Mehr als nur eine Bierstadt

Einbecker Bier ist in aller Munde, doch die Stadt in Südniedersachsen hat viel mehr zu bieten - geschichtlich wie auch aktuell.

Brelingen. Das erfuhren die 75 Teilnehmer der Seniorenfahrt, zu der die Brelinger Dorfgemeinschaft eingeladen hatte. Anne März und Erna Grimsehl hatten die Fahrt organisiert.

Mit zwei Bussen fuhren die Teilnehmer zunächst durch die jüngeren Stadtteile, bevor es zu Fuß über den historischen Marktplatz ging. „1540 wurde Einbeck durch einen Brand nahezu vollständig zerstört“, erzählte Gästeführer Ulrich Minkner und erläuterte, dass dadurch die große Zahl der noch erhaltenen farbenprächtigen Fachwerkhäuser aus dem Spätmittelalter stamme. Das Einbecker Bier wurde, so ist es belegt, bereits 1351 exportiert. Hergestellt in den brauberechtigten Bürgerhäusern, vermarktet durch den Rat der Stadt, fand das Bier Zuspruch in einem großen Absatzgebiet. Durch den Beitritt Einbecks zur Hanse im Jahr 1368 reichte das Absatzgebiet von Riga bis Antwerpen und von Stockholm bis nach München. Einbeck wuchs damals zu einer der größten Städte in Norddeutschland.

Jahrhunderte später, ab 1890, machte Einbeck wieder von sich Reden. Damals baute August Stukenbrok sein Fahrradgeschäft zum größten Versandhaus Deutschlands mit einem breit gefächerten Warenangebot aus. Eine Million Kataloge wurden jährlich gedruckt und kostenlos verteilt. In der Weltwirtschaftskrise 1931 ging das Versandhaus kurz nach dem Tod von August Stukenbrok in Konkurs.

Weiterhin gepflegt wird in Einbeck eine alte Handwerkskunst, der Blaudruck. Seit 1638 ist der Betrieb in der Stadt am Möncheplatz ansässig und druckt noch heute mit den historischen aus Holz hergestellten so genannten Modeln.

Minkner zeigte den Besuchern aus Brelingen die seit Jahrhunderten am Marktplatz ansässige Apotheke, die 1958 zum Drehort für einen Fernsehfilm mit Heinz Erhardt in der Hauptrolle wurde und für diesen Zweck für zwei Wochen zu einer Bäckerei umdekoriert wurde. Der Gästeführer begleitete die Brelinger auch zum Einbecker Hof, wo ein reichhaltiges Mittagsbüfett wartete. Hier konnten die Fahrtteilnehmer auch zwei Sorten des Einbecker Bieres kostenlos probieren.

Das gesamte Ganztagesprogramm konnten die Brelinger für einen Kostenbeitrag von 30 Euro genießen. Der Ortsrat hatte wieder einen Zuschuss zu den Fahrtkosten gegeben. Für viele Teilnehmer stand bei der Rückfahrt fest, dass sie sich erneut nach Einbeck aufmachen werden, denn Ziele wie der PS-Speicher, eine Brauereibesichtigung und der Besuch des Fahrradmuseums waren im Rahmen dieses Besuchs nicht möglich.

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