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Polizeiticker Hannover Erneuter Diebstahl von Endoskopen scheitert
Hannover Polizeiticker Hannover Erneuter Diebstahl von Endoskopen scheitert
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17:19 27.02.2019
Verwaltungsleiter Manuel Demes (von links) und Direktor Michael Schmitt bedanken sich bei Andrea Stelz gemeinsam mit Pflegedienstleiter Klaus Reneberg für ihr vorbildliches Verhalten und das Vereiteln eines erneuten Diebstahls. Quelle: Klinikum Region Hannover
Hannover

Aufmerksames Servicepersonal: Gerade einmal zwei Wochen nach einem Diebstahl von mehr als 40 Endoskopen im Wert von rund 1,2 Millionen Euro im Klinikum Siloah hat eine Mitarbeiterin dort laut Krankenhausleitung einen erneuten Einbruch in den Endoskopie-Bereich vermutlich verhindert. Die Reinigungs- und Servicefachkraft Andrea Stelz, die laut Klinikum auch für den Rücktransport von Endoskopen aus dem Behandlungsbereich in das Lager zuständig ist, hatte demnach bereits wenige Tage nach dem ersten Diebstahl an einem Sonntag gegen 13 Uhr beobachtet, wie zwei fremde Männer an einer Glastür zum verschlossenen Endoskopie-Bereich hantierten. Offenbar hätten sie versucht, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen. Auf die Nachfrage der Mitarbeiterin, wohin sie denn wollen würden und wer sie denn seien, hätten die beiden Männer abtuend geantwortet, berichtet jetzt die Leitung des Siloah. „Ist schon gut“, habe einer der bislang unbekannten mutmaßlichen Einbrecher gesagt und sei dann mit seinem Begleiter eilig über das nächste Treppenhaus verschwunden, teilt das Klinikum Region Hannover (KRH) mit.

Mitarbeiterin wird ausgezeichnet

Für Ihren Einsatz wurde die KRH-Mitarbeiterin Stelz jetzt ausgezeichnet. Durch ihr vorbildliches Eingreifen habe die Servicemitarbeiterin der Intensivstation und des Beatmungszentrums einen erneuten Diebstahl von Endoskopen verhindert. Sie hatte ihren Vorgesetzten von dem Vorfall unmittelbar nach der Flucht der mutmaßlichen Täter informiert. Dieser hatte sofort die Polizei eingeschaltet. Von den beiden Männern fehlte anschließend jedoch jede Spur. „Andrea Stelz ist eine langjährige Mitarbeiterin und auf sie ist Verlass“, betont ihr Vorgesetzter, der Pflegedienstleiter Klaus Reneberg, Lob gab es auch vom Siloah-Direktor Michael Schmitt. „Wir sind ihr für das couragierte Eingreifen sehr dankbar. Die Diebe wissen jetzt hoffentlich, dass in den Kliniken des KRH aufgepasst wird“, sagte der geschäftsführender Direktor.

Neues Sicherheitskonzept geplant

Nach dem ersten Einbruch hatte das Klinikum angekündigt, sein Sicherheitskonzept zu überprüfen. „Wir werden uns noch einmal Gedanken dazu machen, wie wir die Geräte künftig besser schützen“, sagte Direktor Schmitt. Die Polizei hatte bei ihrem jüngsten Einsatz am 17. Februar zwar keine Straftat festgestellt. Dennoch seien Personenbeschreibungen zu den beiden geflohenen Männern an das Landeskriminalamt (LKA) gesendet worden, Das LKA sucht auch wegen des vorangegangenen Diebstahls von Endoskopen weiterhin mit Hochdruck nach möglichen Tätern. Vor zwei Wochen waren im Siloah mehr als 40 Endoskope im Wert von rund 1,2 Millionen Euro gestohlen worden. Nach HAZ-Informationen war es den Diebe zuvor gelungen, in die verschlossenen Bereichen des Klinikums einzubrechen. Die teuren medizinischen Geräte werden unter anderem bei Magen- und Darmspiegelungen benutzt.

Das Landeskriminalamt (LKA) und der Zoll präsentieren am Flughafen Frankfurt das aufgespürte Diebesgut. Quelle: dpa

Diebesgut wird vom Zoll aufgespürt

Der Zoll hatte das Diebesgut aber schon wenige Tage nach dem Einbruch wieder am Flughafen Frankfurt aufgespürt. Das medizinische Gerät war in Paketen verpackt, die Täter konnten allerdings nicht gefasst werden. Das LKA vermutet eine international agierende Bande. Die 43 Geräte füllten fünf Umzugskartons. Dazu kam ein sogenannter Videoprozessor. Im Siloah hatte der Diebstahl zunächst zu einem Versorgungsengpass geführt – andere Standorte des KRH mussten vorübergehend überzählige Geräte zur Verfügung stellen. Am gleichen Wochenende waren Einbrecher auch gewaltsam in ein Bielefelder Krankenhaus eingedrungen, um Endoskope zu erbeuten. In Hannover war zuletzt die MHH das Ziel: An Pfingsten 2017 stahlen die Täter 17 Geräte im Wert von rund 750.000 Euro. Von ihnen fehlt bislang jede Spur.

Von Ingo Rodriguez

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