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So wohnen Hannovers Studenten-WGs

Countdown zum Unistart So wohnen Hannovers Studenten-WGs

Zwischen Spieleabend, Putzplan und Rund-um-die-Uhr-Party: Tausende Studenten teilen sich ihre Wohnung in Hannover mit Mitbewohnern. Doch wie läuft das WG-Leben eigentlich hinter der Kulisse? In unserer Serie "Countdown zum Unistart" haben wir vier Wohngemeinschaften besucht - von der "Party-WG" bis zur "Spießer-Bude".

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Das sind die Hotspots für Studenten in der Nordstadt

Ob Riesen-WG mit sechs Personen oder gemütlich mit einer Freundin: Hannovers Stundenten-Wohngemeinschaften sind vielfältig. 

Quelle: HAZ/Stein/M

Die Riesen-WG

„In einer halben Stunde Casting herauszufinden, ob es passt, ist schon Glückssache“, erzählt Josephine. Die 26-Jährige hat vor zwei Jahren gleich vier neue Mitbewohner auf einmal finden müssen. „Da habe ich fast die Krise gekriegt“, erzählt die Studentin. Doch es hat sich gelohnt und es funktioniert. Insgesamt sind sie in der geräumigen WG nahe des Goethekreisels seitdem zu sechst - und kochen, essen und feiern in großer Runde zusammen.

Dass es mit so vielen Leuten klappt, ist dabei nicht selbstverständlich. „Vor dem Casting hat jeder eher für sich gelebt. Doch jetzt machen wir total viel zusammen. Wir sind eine richtige Familie“, erzählt Josephine, die schon fünf Jahre in wechselnder Besetzung in der WG wohnt, sich aber nie wohler gefühlt hat als jetzt. Die Türen in der 170-Quadratmeter-Wohnung stehen fast immer offen, die ausladende Sofalandschaft in einem der Zimmer wird gleichzeitig als WG-Treffpunkt genutzt.

Beim Casting vor zwei Jahr musste jeder neue Mitbewohner nur zustimmen, bei den halbjährlichen WG-Partys dabei zu sein. Die sind mittlerweile im Freundeskreis schon legendär. „Dann räumen wir alle empfindlichen Möbel in ein Zimmer und feiern – mit 120 Leuten“, erzählt Josephine. Wie bei ihren Mitbewohnern war es ihr Wunsch, in einer großen WG zu wohnen: „Für jemanden, der nur Geld sparen will, aber eigentlich lieber alleine wohnt, ist das nichts.“

Die Spießer

„Gäste müssen angekündigt werden, wenn es mehr als zwei Personen sind oder ein Gast länger als eine Nacht bleibt.“ Was klingt, wie ein Auszug aus Sheldon Coopers Mitbewohnervereinbarung, ist tatsächlich eine Regel in der WG von Lisa und Jana aus der Südstadt. Inspiriert von der Wohngemeinschaft in „The Big Bang Theory“ haben die beiden Studentinnen, als sie vor zwei Jahren zusammengezogen sind, ein „Roommate Agreement“ verfasst – und selbstverständlich unterzeichnet. Auch wenn sie manche Regeln wie die Putzzeiten nicht immer einhalten, leben die beiden sehr ordentlich.

„Wir sind bestimmt die spießigste WG in Hannover“, sagt Jana und lacht. „Um 21 Uhr ist es hier oft schon zappenduster.“ Vorher sitzen sie meistens zusammen in der geräumigen Küche – obwohl die WG ein drittes Zimmer hat, das als Wohnzimmer herhalten könnte. „Da hatten wir einmal ein paar Leuten zum Spieleabend da. Aber das Zimmer ist so länglich geschnitten und deswegen eher ungemütlich“, sagt Jana. Also keine Spieleabende.

Richtige WG-Partys, wie sie bei Studenten eigentlich üblich sind, gab es in den vier Wänden von Lisa und Jana auch noch nicht. Der große Vorteil: „Die Nachbarn haben sich noch nie beschwert, dass wir zu laut wären“, sagen sie stolz. Dafür sind die Studentinnen öfter von dem Rentnerpaar genervt, das über ihnen wohnt. „Wir hören manchmal, wenn die saugen oder sich unterhalten“, sagt Lisa. Vielleicht sollten die Senioren mal in der Studenten-WG vorbeischauen und lernen, wie man sich als spießiger Südstädter zu verhalten hat.

Die Freundinnen

Mit guten Freunden zusammenzuziehen, kann gefährlich sein. Schließlich leidet die Freundschaft darunter, wenn der beste Kumpel sich nie an den Putzplan hält oder man die langen Haare der Kindergartenfreundin aus dem Abfluss ziehen darf. Bei Tanja und Inken gibt es bisher aber keine Probleme. „Das ist eine richtige Lovestory bei uns“, sagt Tanja und grinst.

Die beiden sitzen auf der großen Couch im gemeinsamen Wohnzimmer, trinken Tee und erzählen sich von ihrem Tag in der Uni. Tanja studiert Public Relations, Inken Integrated Media and Communication an der Hochschule. Beide fahren dazu täglich zur Expo Plaza. Ihre Wohnung haben sie sich trotzdem in der Nordstadt gesucht – gemeinsam.

Vor gut einem Jahr sind die zwei Studentinnen, die sich seit der zehnten Klasse kennen, und WG-Hamster Horst zusammengezogen. Inken hatte vorher ein Auslandsjahr in Island verbracht. Tanja studierte schon und wohnte in einer Zweck-WG in der Südstadt. „Aber aus der Ekelwohnung wollte ich eh raus“, sagt sie. Als Inken sich auch für ein Studium in Hannover entscheidet, planen die beiden eine gemeinsame WG. Die richten sie sich zusammen ein. Sie kaufen Küchenmöbel und ein großes Sofa, lackieren Stühle, dekorieren die Gemeinschaftsräume.

Heute haben sich die Freundinnen eingelebt und schauen oft zusammen Filme im Wohnzimmer. Streit gibt es nicht. Schließlich halten sich alle an den Putzplan. Außer Horst.

Die Partytiere

Dartscheibe in der Küche, Super Nintendo im Wohnzimmer und legendäre Partys: Juri, Michel, Julius und Saskia wohnen in einer typischen Studenten-WG in Linden-Nord. „Das ist auf jeden Fall eine geile Gegend – super nice hier“, sagt Juri. Schließlich laufen sie nur eine Minute zur Limmerstraße. „Wir haben die Fressmeile direkt vor der Nase“, sagt Michel. Die gute Lage schätzen auch Freunde der WG-Bewohner – wie Louis, Kommilitone von Michel und Juri. Für ihn ist die WG seiner Kumpels wie ein zweites Zuhause. „Der wohnt ja auch gefühlt hier“, sagt Michel und lacht.

Das Herzstück der WG ist die Küche. Da gibt es oft Streit, wer auf der heißbegehrten Fensterbank sitzen und den Ausblick genießen darf. „Wir haben auch noch ein Wohnzimmer, aber da sind wir nur, wenn wir Filme gucken oder Mario Kart auf der Super Nintendo zocken“, sagt Juri. Außerdem haust dort die fünfte Mitbewohnerin der WG: eine blaue Schaufensterpuppe namens Gisele. „Die wohnt hier schon länger als wir – keine Ahnung, wo die herkommt“, erzählt Michel.

Auch wenn die Wohnung geräumig und die Lage unschlagbar ist, gibt es dennoch ein paar Nachteile: „Wir sind im fünften Stock, das ist super anstrengend“, sagt Juri. „Gefühlt ist es der zehnte“, fügt Michel hinzu. Neben der Fensterbank ist außerdem das AUX-Kabel umkämpft. „Hier läuft immer Musik – 24/7“, sagt Juri. Auch einige renovierungsbedürftige Stellen in der Wohnung machen Probleme. Das Küchenfenster geht seit zwei Monaten nicht mehr zu. „Langsam wird’s echt kalt“, sagt Michel. Wenigstens müssen sie sich dann nicht mehr um den Lieblingsplatz auf der Fensterbank streiten.

Von Ansgar Nehls und Johanna Stein

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