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Lernen mit Spaß und Spannung

20.000 Besucher beim HAZ-Fest „Sicherer Schulweg“


Lernen mit Spaß und Spannung: Rund 20.000 Kinder und Eltern haben am Sonntag in Hannover an der Parkbühne beim HAZ-Fest zur Aktion „Sicherer Schulweg“ gefeiert.
Tanz mit Stars: Alle Kinder wollen mitmachen, wenn Liedermacher Volker Rosin vortanzt.

Tanz mit Stars: Alle Kinder wollen mitmachen, wenn Liedermacher Volker Rosin vortanzt.

© Michael Thomas

Wenn Volker Rosin auftaucht, sind alle Kinder ganz bei der Sache. „Wer kennt sich aus im Straßenverkehr?“, fragte der Sänger am Sonntag beim 13. HAZ-Fest „Sicherer Schulweg“ – und nahezu alle Kinderarme schnellen in die Höhe. Da fällt es leicht, den jungen Zuhörern mit Augenzwinkern die eine oder andere wichtige Verhaltensregel einzuprägen. Ganz nebenbei lernen die Kinder beim Mitsingen und Tanzen die Notrufnummer der Polizei: „Wähle 110“ ertönt es im Chor oder „Am Bordstein heißt es halt!“. Kinder, die einen Fahrradhelm haben, dürfen mitsingen, verspricht Rosin. „Und die keinen Helm haben, haben es schwer: Sie müssen mitsingen.“ Das will sowieso jedes Kind, und auch etliche Eltern schwenken die Arme, drehen sich im Kreis oder hüpfen auf der Stelle. Auch die Hip-Hop-Kinderweltmeister „Little People“ der Tanzschule Bothe tanzen begeistert mit, bevor sie mit ihrem eigenen Auftritt die Zuschauer mitreißen.

Bei bedecktem Himmel, aber sommerlichen Temperaturen, feierten rund 20.000 kleine und große Besucher beim HAZ-Fest „Sicherer Schulweg“ an der Parkbühne. Bei vielen Gelegenheiten wie dem Fahrradparcours der Verkehrswacht Hannover konnten Kinder ihre Geschicklichkeit und Körperkoordination ausprobieren. Auf der Bühne ging es sehr anschaulich zu. Günter Nolte und Ulrich Drewitz von der Verkehrswacht führten vor, dass eine fallende Wassermelone im Fahrradhelm gut geschützt ist – ohne Helm zerplatzt sie. „Aua“, kommentierte HAZ-Moderator Jan Sedelies mitfühlend. Kommen Kinder, die drängeln, schneller in den Bus? Das wollte Ralf Dedden vom Großraum-Verkehr Hannover mit einer Gruppe Erstklässler testen, die zuerst als wilder Haufen eine Bus­attrappe stürmen durfte. Das verblüffende Ergebnis: In Zweierreihe klappte der Einstieg schneller – und sicherer sowieso.

Zahlreiche Sponsoren und Ehrenamtliche ermöglichen das Fest, hob Conrad von Meding, stellvertretender HAZ-Lokalchef, hervor. Mehr als 65 Freiwillige der Verkehrswacht betreuten Aktionen.Der Vorsitzende Bernhard Radkau forderte die Stadt auf, zehn weitere Geschwindigkeitsanzeigen anzuschaffen. „Das rüttelt die Autofahrer auf.“ Vizepolizeichef Rainer Langer betonte, die HAZ-Aktion „Sicherer Schulweg“ sei trotz zurückgehender Unfallzahlen sehr wichtig. Wilhelm Lindenberg und Tolga Otkun vom Großraum-Verkehr Hannover baten die Erstklässler, an Bussen und Bahnen besonders aufzupassen. „Die Fahrzeuge sind groß und schwer und brauchen deshalb lange zum Bremsen.“ Roland Tunsch vom Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover wies darauf hin, dass rund die Hälfte der Kinder, die auf dem Schulweg verunglücken, mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Die Feuerwehr Hannover war mit mehr als 55 Ehrenamtlichen, darunter 45 Kindern, im Einsatz. „Kinder können bei Hannovers Feuerwehren schon mit sechs Jahren anfangen“, sagte Feuerwehrchef Claus Lange. Kleine Festbesucher durften in einem Zelt voller Theaternebel nach einem „Feuerteufel“ suchen. „Zuerst habe ich mich erschreckt. Es war alles verqualmt“, berichtete der neunjährige Dennis Bark hinterher. Vor dem Zelt nahm ihn der 14-Jährige Kay-Bruno Freise von der Jugendfeuerwehr Limmer in Empfang. „Wir wollen zeigen, wie wenig man sieht, wenn es in einem Haus brennt.“

Volkswagen Nutzfahrzeuge veranstaltete als Hauptsponsor des Festes eine VWN-Rallye quer über das Gelände, bei der Kinder zum Beispiel erfahren konnten, dass sie sich im Bus gut festhalten sollten. Kjell Schiele aus Bemerode beantwortete alle 24 Fragen der VWN-Rallye richtig und gewann einen Besuch der Autostadt Wolfsburg für fünf Personen. Florian Braun aus Vahrenwald bekommt mit seiner Familie eine Woche lang einen Volkswagen Multivan ausgeliehen. Schülerlotsen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule berichteten auf der Bühne, wie sie jüngere Mitschüler sicher über die Straße bringen. „Leider lassen nur wenige Schulen ihre Schüler zu Verkehrshelfern ausbilden“, sagte Gerd Schöler, Verkehrssicherheitsexperte der Polizei. „Wir hoffen, dass Eltern sich für diese Aufgabe weiterbilden lassen.“ Für die – neuerdings gelben – Sicherheitswesten und kostenlosen Versicherungsschutz ist gesorgt.

Beim Crashtest der Dekra prallte ein Auto mit 23 Stundenkilometern auf eine Radfahrerpuppe mit Kind im gepolsterten Anhänger. Der Radfahrer wurde dabei brutal auf die Straße geschleudert, der Anhänger kippte um. „Ein Kind kann das überleben, verletzt ist es aber in jedem Fall“, erklärte Dekra-Experte Elias Georgiadis den erschreckten Zuschauern. Sein Rat: „Die meisten Radfahrunfälle passieren bei niedriger Geschwindigkeit beim Abbiegen – im Zweifelsfall sollte man auf die eigene Vorfahrt verzichten.“

Das war spannend, aber einigen Kindern noch zu fern. Sie bewunderten lieber die Polizeipferde Missuri und Napoleon, die sich selbst von Fahnen vor ihrer Nase nicht erschrecken ließen. Ihre Kollegin, Polizeihündin Tipps, verbiss sich regelrecht im gut gepolsterten Arm von Polizist Henning Albrecht, als der einen Einbrecher spielte. Albrecht schleuderte die Hündin an seinem Arm durch die Luft. Tipps ließ nicht locker. Dienst ist Dienst.

Bärbel Hilbig und Stefanie Nickel

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