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"Aktion Sicherer Schulweg"

Im Einsatz mit Kelle und Warnweste: Schülerlotsen helfen

Von Julia Sellner

Rund 100 Schülerlotsen sorgen in Hannover für die Sicherheit ihrer Mitschüler – doch es gibt Probleme, Nachwuchs zu finden.
Ehrenamtlich im Einsatz für die Sicherheit der Mitschüler: Die Schülerlotsen der Peter-Petersen-Schule helfen den Kleinsten, wohlbehalten die Straße zu überqueren.

Ehrenamtlich im Einsatz für die Sicherheit der Mitschüler: Die Schülerlotsen der Peter-Petersen-Schule helfen den Kleinsten, wohlbehalten die Straße zu überqueren.

© Daniel Marcus Kunzfeld

Es ist kurz nach acht, nur ein paar Minuten vor Schulbeginn. Vor der Peter-Petersen-Schule in der Südstadt herrscht Hochbetrieb. Kinder mit Schulranzen auf den Rücken laufen über den Zebrastreifen, Autos parken in zweiter Reihe, und Schüler fahren auf ihren Rädern die Straße entlang. Dazwischen stehen Sebastian, Sascha, Jan und Marco in neongelben Westen. Mit Verkehrskellen sichern sie die Zebrastreifen und lotsen ihre Mitschüler über die Straße.

„Unsere Schülerlotsen sorgen dafür, dass ihre Mitschüler sicher zur Schule kommen. Das ist eine große Hilfe“, sagt Ursula Schmidt-Lamontain, Leiterin der Peter-Petersen-Schule. Vor allem in brenzligen Situationen, wenn etwa Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten und dabei manchmal nur die Sicherheit des eigenen Kindes im Kopf hätten, sei die Arbeit der Schülerlotsen unverzichtbar. Rund 100 Schülerlotsen gibt es im Stadtgebiet Hannover insgesamt, 15 von ihnen sind an der Grund-, Haupt- und Realschule Peter-Petersen-Schule im Einsatz. „Bei uns ist die Kombination natürlich günstig: Die Großen können den Kleinen helfen“, erzählt Lehrerin Esther Ast, die für die Betreuung der Lotsen zuständig ist.

Die Ausbildung der Schülerlotsen übernimmt jedoch Dieter Meyer von der Verkehrswacht Hannover. Mehr als Tausend Jungen und Mädchen hat er in den vergangenen zehn Jahren angeleitet. Auch dem 14-jährigen Sascha und dessen gleichaltrigen Mitschülern hat er die Grundlagen in Sachen Verkehrssicherheit beigebracht.

In einem zweitägigen Lehrgang erklärt der ehrenamtliche Ausbilder, der früher als Fahrlehrer gearbeitet hat und seit rund 20 Jahren für die Verkehrserziehung bei der Verkehrswacht zuständig ist, wie sich ein Schülerlotse verhalten sollte. „Zunächst einmal erkläre ich die Grundregeln des Straßenverkehrs“, sagt Meyer. Außerdem lernen die Schüler, die Autofahrer, den Verkehrsfluss und die Witterungsbedingungen einzuschätzen. So sollen die künftigen Lotsen etwa die drei As bei der Arbeit am Zebrastreifen berücksichtigen – und sich bei jedem herannahendem Auto fragen: Wie steht es um die Aufmerksamkeit der Fahrer, was ist ihre Absicht, und wie alt sind sie? „Die Geschwindigkeit einschätzen zu können ist außerdem ganz wichtig für die Lotsen“, erklärt Meyer, der seinen Schülern auch stets einschärft, die Kelle mit viel Respekt und Vorsicht einzusetzen. „Der Lotse ist kein Hilfspolizist und kann nicht einfach zwischen die fahrenden Autos treten.“ Sebastian, Sascha, Jan und Marco haben diese Leitsätze längst verinnerlicht. Wenn sie einmal pro Woche ihre gelben Westen und die Verkehrskellen aus dem Schrank in der Aula holen, dann sind sie voll konzentriert. Auf der Straße nehmen sie Blickkontakt zu den Autofahrern auf und sichern mit zur Seite gestreckten Armen und erhobener Kelle routiniert den Zebrastreifen. „Das macht viel Spaß und ist richtig spannend“, sagt Hauptschüler Sascha. Eine sinnvolle Betätigung sei es, dafür zu sorgen, dass die Mitschüler sicher über die Straße kommen. „Ich kann mir auch gut vorstellen, später als Polizist zu arbeiten“, sagt Sascha. Doch nicht alle Schüler können die Begeisterung für das Lotsen nachvollziehen. „Es wird immer schwieriger, Schüler für soziales Engagement und das Lotsen zu gewinnen“, sagt Meyer. Dabei, so erzählt er, bekämen sie dafür sogar einen positiven Vermerk ins Zeugnis. Und so haben neben der Peter-Petersen-Schule lediglich die Integrierte Gesamtschule Linden, die Herschelschule und die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Schülerlotsen im Einsatz – nach Angaben von Polizei und Verkehrswacht deutlich zu wenig. „Wir würden uns wünschen, dass mehr Schulen mitmachen“, sagt Gerd Schöler, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeidirektion Hannover. Die Arbeit der wenigen Lotsen wird dafür aber umso mehr geschätzt: „Ich finde es ganz prima, dass es hier Schülerlotsen gibt“, sagt Renate Sturk, Mutter des achtjährigen Alexanders. „So hat man einfach ein sichereres Gefühl.“

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  • Polizei... Elternvertreter – 04.08.10
    Es ist schon ein trauriges Bild, dass wir für die Sicherheit unserer Kinder an einem Zebrastreifen Schülerlotzen einsetzen müsssen. Aber wie viele andere auch, bin ich der Meinung, dass sich die Polizei bei der Überwachung von 30er Zonen im Schulwegbereich mehr engagieren muss.
  • Schülerlotse der Commander – 04.08.10
    Da fällt mir ein, ich war damals auch ein Schülerlotse der Peter-Petersen-Schule. Hatte ich doch total vergessen! Jetzt wird mir so Einiges klar! 'Freie Fahrt' ... Euer Commander

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