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Aktion Sicherer Schulweg

Toter Winkel: Den Rundumblick gibt es nicht


Die Verkehrswacht Hannover erklärt Schülern der Klasse 4 b der Grundschule Mengendamm den toten Winkel.
Achtung, toter Winkel! Die Grundschüler lernen, dass sie im Straßenverkehr nicht immer gesehen werden.

Achtung, toter Winkel! Die Grundschüler lernen, dass sie im Straßenverkehr nicht immer gesehen werden.

© Martin Steiner

Die Antwort der Kinder 20 Kinder ist immer die gleiche: „Im Spiegel sind zwei Fahrräder zu sehen, durch die Windschutzscheibe noch eins“. Wenn alle genau das sehen, können sie sich doch nicht täuschen. Oder vielleicht doch? Im toten Winkel des Sichtbereichs vom Fahrerhaus des Lastwagen aus bleibt den Schülern der Klasse 4 b an der Grundschule Mengendamm ein Fahrrad verborgen. Denn insgesamt stehen vier Räder rund um das Fahrzeug – also eins mehr als die Kinder gesehen hatten.

So wie den Schülern dieser Klasse erging es auch allen anderen Viertklässlern an der Schule. Sie wurden an zwei Tagen von Günter Nolte und Uli Drewitz von der Verkehrswacht Hannover über die Gefahren des toten Winkel aufgeklärt – zuerst in der Theorie, dann in der Praxis. Die HAZ begleitet die Veranstaltung im Rahmen ihrer Serie „Aktion Sicherer Schulweg“.

Die Grundschüler aus der List lernen, dass das Sichtfeld von Fußgängern, Radfahrern und insbesondere Lkw-Fahrern eingeschränkt ist. Schließlich hat niemand einen Rundumblick. „Aber im Straßenverkehr ist der tote Winkel besonders gefährlich“, erklärt Nolte den Schülern. „Denn da geht es um die Gesundheit.“ Der tote Winkel befindet sich zum Beispiel im durch die Seitenspiegel nicht einsehbaren Raum neben einem Fahrzeug.

Nolte paukt wegen der Gefahr des eingeschränkten Sichtfelds mit den Schülern die Theorie. Jedes Kind muss aufpassen und wird in den Unterricht eingebunden. Erst wenn wirklich alle Unklarheiten beseitigt sind, ist der seit 17 Jahren ehrenamtlich für die Verkehrswacht tätige 62-Jährige zufrieden. Die Schüler sollen lernen, auf potentielle Gefahren in Sekundenbruchteilen zu reagieren, indem sie anhalten oder mit dem Rad langsamer fahren. Nolte ist der Auffassung, dass die Kinder drei Grundvoraussetzungen erfüllen müssen, damit sie sich in solch einer Situation richtig entscheiden: Sie sollen die Verkehrsschilder kennen, sich auf den Straßenverkehr konzentrieren und um die eingeschränkte Sicht anderer Verkehrsteilnehmer Bescheid wissen.

Ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsstunden ist daher die eingeschränkte Sicht für Lkw-Fahrer. Nach ausgiebiger Theorie dürfen sich sämtliche Viertklässler selbst ein Bild vom toten Winkel machen. Nacheinander setzen sie sich in ein von der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) zur Verfügung gestelltes Streufahrzeug und stellen fest, dass der Blick in alle Richtungen eingeschränkt ist – auch nach vorne. „Alles, was der Fahrer nicht sieht, ist für ihn nicht da“, sagt Nolte. „Also kann er im Notfall auch nicht reagieren.“ Deshalb sei es auch sehr gefährlich, sich vor dem Überqueren der Straße vor den Schulbus zu stellen. Der Fahrer könnte Kinder übersehen, losfahren und sie überrollen.

Die Grundschüler haben an diesem Tag einiges gelernt: Dass sie selbst dann übersehen werden können, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer genau erkennen. Kinder müssen deshalb besonders aufmerksam im Straßenverkehr sein.

Dirk Meyland

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