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Eltern fordern Gehwege in Misburger Neubaugebiet

Gefährlicher Schulweg Eltern fordern Gehwege in Misburger Neubaugebiet

Wenn Henning Lechtenberg zur Schule geht, versucht er, am äußersten am Rand der Straße zu gehen. Zu gut ist dem Achtjährigen noch die Geschichte von seinem Mitschüler in Erinnerung, der im letzten Winter von einem Auto gestreift wurde, weil der Fahrer ihn übersah.

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Schulweg ohne Gehsteig: Im Neubaugebiet Hülsinghof teilen sich Henning Lechtenberg und seine Mitschüler die Straße mit den Autofahrern.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Zwar kam der Junge mit dem Schrecken davon und auch der Autofahrer wurde dank aufmerksamer Verkehrsteilnehmer ermittelt, doch Henning will lieber gut aufpassen, dass es ihm nicht ebenso ergeht.

Das Baugebiet an der Grundschule Mühlenweg in Misburg bereitet der stellvertretenden Rektorin Brigitte Kothe und dem Schulelternratsvorsitzenden Christian Lechtenberg schon etliche Jahre Sorgen. Zahlreiche Kinder strömen von hier zur Schule. Und im August kommen noch die neuen Erstklässler dazu, die auf dem Schulweg erst recht unsicher sind. Lechtenberg hat sich deshalb an die HAZ gewandt, die in der Serie „Aktion Sicherer Schulweg“ Hilfestellung für Erstklässler gibt.

Das Problem im Baugebiet Hülsinghof: Es gibt keine Gehwege. „Hier wird seit etwa zehn Jahren gebaut“, sagt Lechtenberg, „und seit dieser Zeit hören wir, Gehwege kämen erst, wenn die Bautätigkeiten abgeschlossen sind. Aber das kann wohl noch ewig dauern.“

Für den morgendlichen Schulalltag bedeutet das, dass sich kurz vor acht Uhr zahlreiche Kinder im Gänsemarsch auf dem schmalen Grasstreifen entlang der Straße Hülsinghof schlängeln, während die Autos mehr oder weniger rücksichtsvoll an ihnen vorbeibrausen. Und auch die Kinder, die von der Kiefkampstraße kommen und in die Straße Zum Brookland einbiegen wollen, sind verunsichert. Zwar haben die Autofahrer, die vom Hülsinghof in die Kiefkampstraße oder in die Straße Zum Brookland einbiegen, keine Vorfahrt. Doch nicht jeder hält sich daran.
Für den Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Gerd Schöler, ist das unverständlich. „Nicht nur, dass ein Verkehrsschild unmissverständlich darauf aufmerksam macht, dass die Vorfahrt zu achten ist, allein der abgesenkte Bürgersteig müsste das schon deutlich machen“, sagt Schöler.

Insgesamt bewertet Schöler den Kurvenbereich, in den der Hülsinghof einmündet, als übersichtlich. Eine Häufung von Unfällen gebe es nicht, betont der Experte. Außerdem sei der gesamte Bereich als Tempo-30-Zone gekennzeichnet. „Leider werden Geschwindigkeitsbegrenzungen von Autofahrern gerne locker ausgelegt.“ Dass die Kinder auf der Straße laufen müssen, behagt auch Schöler nicht. Er will nun vorschlagen, dass der Hülsinghof zumindest eine Fahrbahnschwelle zur Geschwindigkeitsreduzierung bekommt.

Den Schulweg der Kinder, die von der Hannoverschen Straße aus zur Grundschule Mühlenweg kommen, bewertet Schöler als unproblematisch. Die Kinder überqueren die viel befahrene Hannoversche Straße an einer Fußgängerampel, gehen ein Stück die Straße Zum Brookland auf dem Gehweg entlang und überqueren diese Tempo-30-Zone dann zum Mühlenweg. „Das ist ein klassischer Schulweg, den man mit Kindern gut einüben kann“, sagt Schöler.

Alles Wissenswerte rund um das Thema Schulwegsicherheit erfahren Kinder und Eltern beim großen HAZ-Fest „Aktion Sicherer Schulweg“ am 21. August vom 11 bis 17 Uhr auf der Parkbühne an der AWD-Hall.

Julia Pennigsdorf

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