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Nicht zu früh alleine Rad fahren

Sicher im Verkehr Nicht zu früh alleine Rad fahren

Grundschüler sollen frühestens im Alter von zehn Jahren nach dem Ablegen der Fahrradprüfung in der vierten Klasse alleine mit dem Fahrrad zu Schule fahren.

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Aveline (6) und Julian (5) sind eigentlich zu jung, um alleine mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Erst ab 14 Jahren sind Kinder sichere Verkehrsteilnehmer, sagen Experten.

Quelle: Uwe Dillenberg

Nach Ansicht von Ärzten und Pädagogen sind jüngere Kinder nicht in der Lage, die Komplexität des Verkehrsgeschehens sowie Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen und dann angemessen zu reagieren. Auch dann nicht, wenn sie das Radfahren als solches gut beherrschen. Rundum sichere Verkehrsteilnehmer sind Kinder nach Ansicht von Verkehrsexperten sogar erst ab einem Alter von 14 Jahren.

Ungeachtet dieser Empfehlung und der Zahl von 4658 Fahrradunfällen auf den Schulwegen in Hannover im vergangenen Jahr bleiben radelnde Grundschüler ein Dauerproblem. Die Lehrer müssen tatenlos zuschauen. Mehr als an die Vernunft der Eltern zu appellieren, bleibt ihnen nicht. Denn juristisch gesehen liegt die Entscheidung bei den Erziehungsberechtigten. „Wir weisen immer wieder auf die Gefahren hin“, sagt Hans-Jürgen Meyer, Schulleiter der Grundschule Alemannstraße in Vahrenwald, „vor allem den Eltern der Lernanfänger sagen wir deutlich, dass sie ihre Kinder nicht alleine im öffentlichen Raum Rad fahren lassen sollen. Aber uns sind die Hände gebunden. Es ist nun mal Sache der Eltern.“

Rund um die Alemannschule ist das Radfahren besonders gefährlich. Radwege gibt es kaum, und der Verkehrsknotenpunkt Vahrenwalder Platz liegt vor der Tür. Doch auch in ruhigeren Wohngegenden ist das Radfahren für Kinder bis zwölf Jahren risikoreich. „Grundschüler sind im Straßenverkehr schlicht überfordert“, sagt Peter Schöps, Sprecher des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover (GUVH) und der Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN), „sie können noch nicht in eine Richtung sehen und in eine andere lenken. Zudem fordert die Anstrengung, auf dem Sattel zu bleiben, ihre volle Konzentration. Die im Verkehr oftmals notwendigen blitzschnellen Reaktionen sind dann fast unmöglich.“

Verschärft wird das Problem dadurch, dass Kinder immer früher Rad fahren lernen. Bereits Zweijährige flitzen die Gehwege auf Laufrädern entlang, nicht wenige steigen mit drei oder vier Jahren auf ihr erstes richtiges Rad um. Zur Einschulung liegen dann bereits zwei oder sogar drei Jahre Fahrraderfahrung hinter ihnen. Doch sosehr dieses Training die Motorik und den Gleichgewichtssinn schult: An der Tatsache, dass die Kinder die Verkehrsregeln noch nicht beherrschen und sie der schnell fließende Verkehr überfordert, ändert das nichts.

Egal, ob es zur Schule geht oder zu anderen Zielen, ob Kinder von Erwachsenen begleitet werden oder im richtigen Alter alleine fahren: Absolutes Muss ist der Fahrradhelm. „Fahrradhelme retten Leben“, sagt Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). „Sie können zwar keine Unfälle verhindern, aber das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich verringern.“ Wichtig ist, dass der Helm richtig aufgesetzt wird. Er muss fest sitzen, darf sich weder nach hinten noch nach vorne über die Augen kippen lassen. Bei Drehung des Kopfes muss sich der Helm mitbewegen. Beim Spielen oder Toben insbesondere auf Spielplätzen sollten Kinder ihren Fahrradhelm dagegen unbedingt abnehmen. Bei festgeschnalltem Kinnriemen droht sonst Gefahr. „Bleibt der Helm beispielsweise in einem Klettergerät hängen, drückt der Kinnriemen auf den Hals und schnürt die Luft ab“, warnt Schöps.

HAZ-Fest zur Einschulung: Sonntag, 21. August, 11 bis 17 Uhr, Parkbühne an der AWD-Hall. Der Eintritt ist frei.

Julia Pennigsdorf

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