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Vorsicht vor rasenden Rädern

Weg zur Waldorfschule Vorsicht vor rasenden Rädern

Es sind nicht etwa die Autos, auf die Kim auf ihrem Schulweg besonders aufpassen muss, sondern die Fahrradfahrer. „Die schießen manchmal so schnell und nah an mir vorbei, dass ich einen Schreck bekomme und fast schon nach hinten gefallen bin“, erklärt die Neunjährige und fügt eindringlich an: „Und hinter mir, da ist die Straße.“

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Kim (rechts), Zora und Radfahrerin Carla zeigen Polizist Gerd Schöler eine gefährliche Stelle an der Hildesheimer Straße / Ecke Alte Döhrener Straße.

Quelle: Hagemann

Die Straße, die Kim meint, ist die viel befahrene Hildesheimer Straße. Die Drittklässlerin besucht die Freie Waldorfschule am Maschsee. Ihr Schulweg führt sie von der Elkartallee zur Alten Döhrener Straße. Die zu überquerende Hildesheimer Straße ist mit einer Fußgängerampel und einer Mittelinsel gesichert. Kim hat den Weg mit ihren Eltern Bettina Wolpensinger und Pietro Altermatt oft geübt. Das Überqueren der Fahrbahn beherrscht sie inzwischen gut.

Zum Problem werden die Radfahrer, die auf den Radwegen parallel zur Hildesheimer Straße fahren, deren Spur also von den Fußgängern überquert werden muss. Die Eltern von Kim haben sich deshalb an die HAZ gewandt, die in der Serie „Aktion Sicherer Schulweg“ Hilfestellung für Erstklässler gibt. Denn die Radler halten nicht wie vorgeschrieben an, wenn die Ampel für die Autofahrer Rot zeigt. „Und das gilt nicht für wenige, sondern für fast alle Radfahrer“, sagt Wolpensinger. Und Altermatt ergänzt: „Ich glaube, die Radfahrer nehmen die Ampel gar nicht für sich wahr. Sie ist links von ihnen, nicht auf Augenhöhe. Die wird ignoriert.“

Der Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Gerd Schöler, sieht das anders. „Radfahrer, die die Verkehrsregeln kennen, müssten wissen, dass die Ampel auch für sie gilt.“ Außerdem mache der auf den Radwegen aufgetragene weiße Haltestreifen deutlich, dass den querenden Fußgängern Vorrang zu gewähren sei. Allerdings, räumt Schöler ein, käme es nicht selten vor, dass „Radfahrer eine ganz eigene Interpretation der Straßenverkehrsordnung haben“.
Bettina Wolpensinger kann diesem Satz zwar lachend zustimmen, doch eigentlich ist der zweifachen Mutter, deren jüngere Tochter, die sechsjährige Zora, ebenfalls von August an die Waldorfschule besuchen wird, nicht zum Lachen zumute. „Es nützen ja die besten Regeln nichts, wenn sich keiner dran hält“, sagt Wolpensinger. „Ich denke, da muss strukturell was geändert werden.“ Ihr Mann hat einen Vorschlag: „Es sollte eine extra Radfahrerampel aufgestellt werden, die würde sicher nicht so häufig ignoriert.“

Schöler machte den Eltern wenig Hoffnung, sich mit diesem Anliegen bei der Stadt durchzusetzen. „Das ist hier kein Unfallschwerpunkt“, sagt Schöler. Der Verkehrsexperte verspricht aber, dass die Polizei künftig ein Auge auf die Situation haben werde. „Wir machen sowieso zum Schulanfang an allen Grundschulen Verkehrskontrollen, um die Auto- und Radfahrer für die Schulanfänger zu sensibilisieren.“

Alles Wissenswerte rund um das Thema Schulwegsicherheit erfahren Erstklässler und Eltern beim großen HAZ-Fest „Aktion Sicherer Schulweg“ am 21. August vom 11 bis 17 Uhr auf der Parkbühne an der AWD-Hall.

Julia Pennigsdorf

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