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Was macht man 30 Minuten an einer roten Ampel?

Wartezeit Was macht man 30 Minuten an einer roten Ampel?

30 Minuten habe er an der Problem­ampel Wallensteinstraße gestanden und gewartet, schrieb uns HAZ-Leser Jens Dragöy (40). Ganze 30 Minuten? Das haben wir nicht geglaubt – und nachgefragt: Was bitteschön macht man 30 Minuten vor einer roten Ampel? Hier (etwas gekürzt) sein Protokoll.

Quelle: HAZ

Hannover. „Es war entweder ein Mittwoch, Donnerstag oder Freitag – das sind die Tage, an denen ich immer einmal wöchentlich nach Feierabend mit meiner Mutter einkaufen fahre, um meine Oma (94 und pflegebedürftig) und die Familie mit Einkäufen zu versorgen. Es war recht warm, die Sonne schien, und wir waren auf dem Rückweg von Aldi, Lidl, Rossmann und Bäcker an der Göttinger Chaussee. Den Golf-3-Variant voll bepackt. Nun standen wir an der Kreuzung, völlig korrekt direkt an der Haltelinie vor der Ampel auf der Wallensteinstraße, rechte Abbiegespur in Richtung  Pyrmonter Straße. Es war rot und die Straßenbahn kam.

Nach etwa fünf bis zehn Minuten war noch immer rot. Daher meldete ich den Vorfall unter der Notrufnummer 110 – erster Anruf. Die Beamten wollten entsprechend einen Polizeiwagen dorthin schicken. Ich musste zwar an die gefrorenen, eingekauften Sachen im Kofferraum denken – aber nachdem die Polizei ihr Kommen zugesagt hatte, konnte ich ja schlecht wegfahren. Es passierte aber nichts.

Nach weiteren fünf bis zehn Minuten belästigte ich dann nochmals die 110, um nachzufragen, da mich mittlerweile andere Fahrzeuge überholt hatten, um bei Rot rechts abzubiegen. Und als nach 25 Minuten die Ampel weiter Rot zeigte, rief ich erneut die 110 an. Dort sagte man, dass die Üstra bereits informiert sei über die Störung und wohl auch bald ein Einsatzwagen kommen müsste, sofern verfügbar. Ich könne ja versuchen, vorsichtig die Kreuzung bei Rot zu überqueren.

Naja, schließlich sah meine Mutter einen Polizeiwagen, der etwa 50 bis 100 Meter entfernt Richtung Göttinger Chaussee in einer Einfahrt parkte. Es passierte nichts, da stieg meine Mutter vom Beifahrersitz aus und ging über die Fußgängerampel zu dem Polizeiwagen. Die Bediensteten wollten oder durften ihr jedoch keine Auskunft darüber geben, warum sie dort standen und die Kreuzung beobachteten. Also fuhr ich nach sicherlich 30 Minuten bei Rot über die Kreuzung und schließlich unbeschadet nach Hause. Insgesamt konnte ich das alles kaum glauben, habe es aber mit Humor genommen. Und ich konnte mich so mal wieder ausgiebig mit meiner Mutter unterhalten.“

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