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Was ist eine Vorrangschaltung?

Ampeln in Hannover Was ist eine Vorrangschaltung?

Wer mit Bus und Bahn fährt soll schnell durch die Stadt kommen – das ist politischer Wille in Hannover und in den meisten Großstädten. Hannover allerdings hat eine sogenannte Priorisierung, die nochmal eine Spur intensiver wirkt als in vielen anderen Städten. Fragen und Antworten zur Vorrangschaltung für Busse und Bahnen.

Quelle: HAZ

Hannover. Das Ziel der rot-grünen Mehrheit: Es soll attraktiv sein, vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Entgegen einem Vorurteil können sich die Fahrer von Bussen und Bahnen ihre Grünphase nicht per Knopfdruck holen. Stattdessen registrierenen Sensoren dafür, dass Ampeln rechtzeitig erfahren, dass sich ein bevorrechtigtes Fahrzeug nähert. Bei Stadtbahnen sind die Sensoren meist im Gleisbett verankert (Induktionsschleifen), bei Bussen kommen meist Funksensoren zum Einsatz, die an Laternenmasten montiert sind.

Für die Steuerung der Ampelanlagen ist immer kompliziertere Technik nötig. Waren bis in die Sechziger Jahre Ampeln schlicht im sogenannten Umlauf geschaltet, gaben also nacheinander den verschiedenen Verkehrsströmen Grün, so müssen sie heute komplexe Signalanforderungen bewältigen. Vor allem, wenn an einer Kreuzung mehrere Bus- und Bahnlinien in je zwei Richtungen Vorrang fordern und auch der Autoverkehr mit Sensoren überwacht wird.

Wo viel Technik ist, geht viel kaputt. Interessant: Gehen die vor einer Ampel montierten Sensoren kaputt, so fällt dieses Problem den Üstra-Mitarbeitern schnell auf und sie melden es an die Zentrale. Gehen aber die Sensoren hinter der Kreuzung kaputt, die dem Ampelcomputer mitteilen sollen, dass die Bahn/der Bus durchgefahren ist und jetzt wieder Autofahrer Grün bekommen können, dann merkt davon kein Üstra-Mitarbeiter etwas. So bleiben diese Fehler oft lange unbemerkt, und Autofahrer wundern sich, dass Ampelkreuzungen so oft auf Dauerrot stehen. Mit dem Problem beschäftigt sich etwa HAZ-Leser Klaus Kaiser in einer fachkundigen Zuschrift.

Ein anderes Problem ist, dass die Sensoren für die Vorrangschaltung nach Ansicht von Autofahrern oft viel zu früh gesetzt sind, wie HAZ-Leser Wolfgang Breßgott an mehreren Beispielen demonstriert. Etwa am Maschsee-Nordufer, wo Busse aus Richtung Landesmuseum frühzeitig Grün bekommen, wenn sie sich der Kreuzung nähern – aber dann erst nochmal an der Bushaltestelle stoppen und Passanten zu- und aussteigen lassen. „Als Autofahrer habe ich da schon sehr lange gestanden, bis endlich Busse in beide Richtungen Bushaltestelle und Ampelkreuzung passiert hatten“, schreibt Wolfgang Breßgott.

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