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Hannovers Autofahrer sehen Rot

Probleme an Ampeln Hannovers Autofahrer sehen Rot

Nach einem Bericht der HAZ melden Leser Dutzende Ampel-Fehlschaltungen – und ärgern sich, dass sie ihre Kritik bei der Stadt nicht loswerden.

Quelle: Marta Krajinović

Hannover. Immer wieder melden Hannovers Einwohner defekte oder unglücklich geschaltete Ampeln. Ebenso groß wie die Kritik an der Sache an sich, also die mitunter lange Wartezeit, ist die Verzweiflung darüber, dass die Kritik nirgendwo aufgenommen werde. So schreibt etwa HAZ-Leser Wolf Lübbers über konkrete Probleme in Herrenhausen nach dem Ende von Großveranstaltungen, über die er die Stadt immer wieder informiere: „Wegen verschiedener Zuständigkeiten hat sich niemand für das Problem interessiert oder gar eine Änderung im Sinne der Anwohner herbeigeführt.“ Und HAZ-Leser Horst Kälble, der an einer dauerroten Fußgängerampel Polizisten um Rat gefragt hat, schreibt: „Die Beamten sind nicht in der Lage, eine Stelle der Stadt zu benennen, der man seine Probleme schildern kann.“ Immerhin: Nach der Anfrage der HAZ hat die Stadt am Donnerstag die Schaltung dieser Ampel an der Hildesheimer Straße geändert (Text unten).

Dass Bürgerkritik bei der Stadt nicht bearbeitet werde, weist Sprecher Alexis Demos allerdings vehement zurück. Nach Auffassung der Verwaltung biete man immer ein offenes Ohr, um Mängelrügen entgegenzunehmen. „Oft ist es sehr aufwendig, einzelnen Hinweisen und Anregungen nachzugehen. Die sorgfältige Prüfung nimmt Zeit in Anspruch. Dadurch kann es durchaus länger dauern, bis eine konkrete Antwort möglich ist“ – dann werde aber „in der Regel eine Zwischennachricht erteilt“. Mit einer eigenen Telefonnummer für Mängelmeldungen und einem Formular auf der Webseite der Stadt böten sich aber genug Gelegenheiten, Fehler etwa bei Ampelschaltungen oder anderen Verkehrsproblemen zu melden.

Abhilfe mit neuer Technik: Die Stadt will in diesem Jahr den Verkehrsfluss an Kreuzungen ohnehin verbessern, indem sie einen neuen Zentralrechner für die Ampelschaltungen anschafft. Das hat Oberbürgermeister Stefan Schostok im vergangenen Jahr gegenüber der HAZ angekündigt. Das bisherige System ist 16 Jahre alt und gilt als fehleranfällig. Der neue Rechner soll Fehler gleich von selbst erledigen. „Bisher müssen wir Fehlschaltungen von aufmerksamen Bürgern oder von unseren Mitarbeitern gemeldet bekommen – die neue integrierte Software soll es erlauben, dass das System Fehler selbst erkennt und bestenfalls sogar Lösungen entwickelt“, sagte Schostok. Rund 1,5 Millionen Euro kostet die neue Technik Schätzungen zufolge. Derzeit werde die Ausschreibung vorbereitet, bestätigt Sprecher Demos.

Am Prinzip der Vorrangschaltung für Busse und Bahnen wird sich durch den neuen Computer allerdings nichts ändern. Sie gilt seit Jahrzehnten, um den öffentlichen Nahverkehr zu beschleunigen, was wiederum die Straßen entlastet – wenn die Technik funktioniert.

Wer mit Bus und Bahn fährt soll schnell durch die Stadt kommen – das ist politischer Wille in Hannover und in den meisten Großstädten. Hannover allerdings hat eine sogenannte Priorisierung, die nochmal eine Spur intensiver wirkt als in vielen anderen Städten. Fragen und Antworten zur Vorrangschaltung für Busse und Bahnen.